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Schuttes 174 Schultes
ganz der Pflege der leidenden Menschhei
hin, die ihm in dem mit der chirurg
schen Schule verbundenen Spirale über>
antwortet war. Seine Rechenschaftsb
richte, aus denen sich eine bedeutend vev
ringerte Sterblichkeit während der Jahr«
seiner Verwaltung alsbald herausstellte
geben Kunde von seinem energischen un
ersprießlichen Wirken in dieser Richtung
Daneben vernachlässigte er seine anderen
naturwissenschaftlichen Studien und Ar.
beiten nicht, schrieb eine Flora von
Bayern, besorgte mit einem gelehrten
Freunde aus Zürich, mit Dr. Römer
im Vereine die Herausgabe des Zinne
schen Pflanzenreiches, worin ihn, nachdem
Römer später sich zurückgezogen, sein
Sohn unterstützte; machte mitunter grö<
ßere Reisen, deren statistische und natur<
schichtliche Ausbeute er in besonderen
Werken niederlegte, von denen seine
„Reisen durch Oberösterreich" noch heute
culturgeschichtliches Interesse darbieten
da sie rückhaltlos die zahlreichen Miß.
brauche der damaligen Verwaltung ent>
hüllen; ebenso wie seine „Briefe über
Frankreich", welches er auf einer Fußreise
gerade in der Zeit seines höchsten Glanzes
durchwanderte. Im Jahre 1817 begab
er sich mit seinem Sohne nach Wien,
das er im nächsten Jahre nochmals
besuchte, um daselbst Materialien zur Be-
schreibung einer Donaureise zu sammeln,
die er bis an die türkischen Grenzen aus«
zudehnen die Absicht und dafür von der
kön. bayerischen Regierung den erforder«
lichen Urlaub erlangt hatte. Das um
mehrere Jahre verzögerte Erscheinen des
zweiten Bandes war durch die öfterrei'
chische Censur veranlaßt worden, welche
denselben so lange zurückgehalten hatte,
worauf derselbe auch nicht in Wien, son-
dem in Stuttgart bei Cot ta gedruckt
wurde. Im Jahre 1824 unternahm er nun zugleich mit seinem Sohne eine
neue große Reife durch einen Theil von
Deutschland, durch Holland, England
und Frankreich, und schrieb für die bota»
Nische Zeitung einen längeren Aufsatz, in
welchem er die naturwissenschaftliche, vor»
zugsweise botanische Ausbeute dieser
Reise niederlegte. Seit dem Jahre 1826
durch seine unerquicklichen Verhältnisse in
Landshut und seine unverdiente Zurück-
setzung, wozu sich noch häusliche Unfälle
gesellten, tief verstimmt, verfiel er nach
und nach in eine anhaltende Schwer»
muth, welche seine sonst stahlharte Ge-
sundheit untergrub und ihn im Jahre
1831 in der Vollkraft seines Lebens, im
Alter von 38 Jahren, dahinraffte. Seine
Werke stnd in chronologischer Folge:
acl sa:-
2 torni (Wien
1794. Schaumburg u. Comp.. 8".); —
„Versuch eines Handbuchs der Naturgeschichte
des Menschen" (RegenSburg 1799. Mon-
tag, gr. 8".)' — „Nebn Neisen im Vater-
lande zur Aufnahme der vaterländischen Natur-
grschichie" (Wien 1799. Beck, 8".); —
„Ohestand-Almanach. Oin Taschenbuch iü>
Gheleute und Ghrlustige«. Jahrg. 1799 biS
1801 (Regensburg 1799—1801, 12«.)->
erschien im Jahre 1804 als „GaLchenbnch
Ar Ghelnstige und Oheleute", 3 Theile (ebd.^
120., mit3K. K.); — „ OössT-VaN'onss
SÄ? sä. 1HM<Ä6N0U,"
^Innsbruck 1800, Wagner; neue Aufl. '
809, gr. 8".); — „Oesterreichs Flora. Gin
Handbuch ant botanischen Oirursinnen. Ne»
lchreibnng der in den österreichischen Orbstaateit
illlNllchzenden Pflanzn", 2 Theile (Wien
,800, Schaumburg u. Comp., 8".; neue
Aufl. 1814); — „MZtlüge nach dem Schnee-
ebirge in Unterüsterreich mit einer Fauna unk
Flara der südwestlichen Gegend um Wien bis
n^ dlm M M des schmeberyts" (Wien 1802.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon