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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32
Seite - 184 -
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Seite - 184 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32

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Schul), Leopold 184 Schulz Leopold für die Kunst besaß, kam er nach beende« ten Vorbereitungsschulen als Zögling in die k. k. Akademie der bildenden Künste, wo er einige Jahre seinen Kunstftudien oblag. Kaum hatte er die Akademie ver< lassen, als ihm auch schon ein größerer Auftrag zu Theil ward, indem ihn, 4826, der kunstfinnige Prälat von St. Florian in Oberösterreich in das Stift berief, wo er im Auftrage desselben und des St. Pöltner Bischofs Ziegler mehrere Bild» nisse und Altarblatter malte. Drei Jahre arbeitete S. im Stifte und hatte an dem Abte, der mit des jungen Künstlers Ar» beiten vollkommen zufrieden gestellt war, für die Zeit seines Lebens einen ihm wohlwollenden und ihn fördernden Mä» cen gewonnen. Nachdem S. das Stift verlassen, wendete er sich zunächst nach München und fand dort 1829 bei Director Cornel ius, ProfefforIuliuSSchnorr von KarolSfeld und bei mehreren anderen Künstlern die freundlichste Auf- nähme. Wahrend seines Aufenthaltes in München studirte er neben den Kunst« schätzen der Pinakothek mit besonderem Eifer die Werke des Directors Corne. l ius. Aus der Zeit seines Münchener Aufenthaltes stammt die Copie einer Madonna von Francesco Francia. es ist die bekannte Madonna mit dem Stieg« litz, diese Copie befindet sich zur Zeit im Stifte St. Florian, das überhaupt an Bildern des Künstlers ziemlich reich ist. Kine Empfehlung des Meisters Corne. l ius und die Munificenz des St. Flo- rianer Abtes ermöglichten es S., daS Ziel seiner Wünsche. Italien zu besuchen, wohin er sich auch im Jahre 1830 begab und sich längere Zeit in Rom und Neapel aufhielt. I n ersterer Stadt wurde ihm 4831 sogar die Auszeichnung zu Theil, Se< Heiligkeit den Papst Gregor XVI. nach dem Leben zu malen. Auch dieses sprechend ähnliche Bildniß befindet sich im Stifte St. Florian. Aus Italien- kehrte der Künstler nach München zurück, wo das von König Ludwig geweckte- Künstlerleben sich immer schöner und herrlicher entfaltete. Auch für unseren Künstler fand sich daselbst sofort Arbeit. Professor Schnorr gab ihm den Auf« trag, die Cartons zu den Gemälden im Servicesaale des Königs im neuen Kö« nigsbaue zu zeichnen. Den Stoff der Gemälde sollten Homer's Hymnen an verschiedene Götter bieten. Schulz war an den Compofitionen und an der in enkaustischer Weise bewerkstelligten Aus- führung außer seinem Auftraggeber Mei- ster Schnorr noch mit den Malern G. Hi l tenssperger, Friedrich von Oli« vier und Stre idel betheiligt. Ueber Verwendung Klenze's und des Profes- sors Heß wurde er auch mit der Aus- schmückung der einen Hälfte des Schlaf- gemachs des Königs betraut. Das Uebrige malten Heß und Bruckmannn. Der Stoff wurde aus den Dichtungen Theo- krit 's genommen. Erfindung und Aus- führung aber ganz den Künstlern über- lassen. So malte denn S. die Fenster« wand und die vierte Wand nebst FrieS und Decke beider. An der Fensterwand führte er drei Bilder zu dem Gedichte: „Die Zauberei" aus. DaS obere Bild stellt dar, wie Simätha mit Hilfe der alten Testylis Ziebeszauber bereitet, um den Geliebten Delphis, der sie lange nicht mehr besucht, herbeizuziehen. Im Bilde links sieht man Delphis, den die alte Testylis zuerst zur liebesdurstigen Simätha bringt, in jenem rechts zeigt ihr die Alte den Jüngling Delphis im Arme eines andern Mädchens. Darunter be. finden sich zwei Bilder aus dem „HilaS", im ersten ziehen die Nymphen den Kna» ben, der von der Argo gegangen, um
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Band 32
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schrötter-Schwicker
Band
32
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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