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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32
Seite - 194 -
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Seite - 194 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32

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Schulz Leopold Karl 194 Schulz Leopold Karl öangen Zeiten sind nur die Geburts- schmerzen der kommenden großen Zeit, die nicht uns, sondern unsern Kindern und Enkeln erblüht." Im Monate Mai desselben Jahres wurde er von der Vor. stadt Wieden in den Gemeindeausschuß gewählt. Als Secretär desselben wußte er durch feine Beredsamkeit und seine unermüdliche Thätigkeit so manche, für die Commune heilsame und zweckmäßige Anträge und Vorschläge durchzusetzen. Vor Allem betrachtete er es aber als seine nächste Aufgabe, sich des damals so sehr vernachlässigten und herabgekomme» nen Volksfchulwesens anzunehmen und die Hebung desselben mit rastlosem Eifer zu betreiben. Als Präsident des päda< gogischen Vereins, den er zu diesem Zwecke in's Leben rief, und der bald einige hundert Mitglieder unter den Lehrern und Männern der Wissenschaft zählte, hatte er Gelegenheit, die Volks- schullehrer auf das aufmerksam zu machen, was ihnen noth that, und,, sie in die Kenntniß der neueren pädagogischen Li> teratur und der Fortschritte, welche die Erziehungswissenschaft bis dahin gemacht hatte, einzuführen. Um aber die traurige Lage. in welcher zu dieser Zeit die Unter- lehrer in Wien schmachteten, zu verbes» sern und dadurch auch tüchtigere und fähigere Leute für dieses hochwichtige Amt zu gewinnen, trug er als Gemeinde« ausschuß darauf an, die von den Ober. lehrern gänzlich abhängigen Unterlehrer m den Schutz der Gemeinde zu nehmen und ihnen fixe Besoldungen zuzuweisen. Nur-ihm allein und seiner glühenden, auS dem innersten Herzensgrunde her» vorquellenden Nede. wie das Schulwesen in das Wohl und Wehe der ganzen Be- völkerung eingreife und die künftige Ge- neration von der guten oder schlechten Bestellung desselben abHange, ist es zu- zuschreiben, daß der Gemeinderath eine Summe von jährlichen 80.000 fl. C. M. für den gedachten Zweck zugestand. Ueber seine Wirksamkeil liegt uns ein von Engelbert Keßler verfaßtes, nur litho« graphirt erschienenes „Nachwort zum XIX. allgemeinen deutschen Lehrertage" (8 Seiten in kl. Fol.) vor, worauf hier nur hingewiesen werden kann. Doch die- sem so vielseitig trefflichen und edlen Wirken sollte nur allzufrüh ein Ziel ge» seht werden. Seit dem Jahre 4843 fühlte sich Schulz in Folge übergroßer geistiger Anstrengung von einer steten Schwäche und Mattigkeit behaftet. Eine immer zunehmende Kränklichkeit zwang ihn, manchen der von ihm beabsichtigten Pläne aufzugeben. DaS Wildbad Gastein, das er auf den Rath der Aerzte 1330 gebrauchte, stärkte ihn nur auf kurze Zeit. bald stellte sich seine frühere Schwache wieder ein, deren ungeachtet er seinen Beruf mit gleichem Eifer erfüllte. I m Sommer 1881 fühlte er sich jedoch wieder infoweit gekräftigt, daß er die Sendung nach London ohne Gefahr an« zunehmen glaubte. Die Beschwerlichkeit ten dieser Reise, das ungewohnte Klima und, wie sich später zeigte, die für ihn höchst nachthcilige Kost wirkten aber auf feinen Gesundheitszustand verschlimmernd ein. Erst zu Anfang Mai 1831 wurde- sein Uebel von Professor Oppolzer als eine chronische Nierenkrankheit (morbus VriFkti) erkannt. Dieser gebot sogleich die Enthaltung von jeder ferneren An- strengung und Thätigkeit, daher auch die Sistirung aller Vorlesungen, widrigen« falls an eine Herstellung nicht zu denken wäre. Diese fand nicht Statt. Ein Lun- genschlag machte seinem Leben im 49. Le- bensjahre ein Ende. Zu dem Leichen« begangnisse, zu dem ein Separattrain von Wien nach Vöslau abfuhr, erschie-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Band 32
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schrötter-Schwicker
Band
32
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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