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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32
Seite - 197 -
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Schulz Leop. Ludw. 197 Schuh, Leop. Ludw. losovhischen Facultät. I n dem Jahre 4782 wurde die Universität neuerdings nach Olmütz verlegt und Brunn blieb blos Lyceum. Schulz blieb in gleicher Eigenschaft zu Brunn und wurde am 4. October 1784 zum Rector erwählt. DaS Lyceum bedürfte mancher, höchst dringender Verbesserung; Schulz traf als Rector die besten Vorkehrungen, um die innere Einrichtung des Lyceums so viel als möglich zweckmäßig zu bewerk» stelligen. Alle Schriften und Actenstücke des Lyceums, die ihm in der größten Unordnung und Verwirrung übergeben wurden, sonderte und ordnete er mit Sorgfalt und Genauigkeit in chronologi« scher Ordnung nach Materien ab. führte eine vereinfachte und genaue Geschäfts» Manipulation an dem Lyceum ein, sorgte mit Bewilligung der Regierung für einen geräumigen, zu Lyceumsfeierlichkeiten zweckmäßigen Saal, ein SessionSzimmer, ein Archiv und eine Kanzlei, die zugleich zur Registratur diente. Als Belohnung für diese, die Anstalt machtig fördernden Reformen erhielt S. von der Regierung ein sehr ehrenvolles Belobungsdecret und eine namhafte Remuneration, und sein vereinfacht eingeführter Geschäftsgang wurde dem jedesmaligen Rector als Norm vorgeschrieben. Die Universität zu Wien ertheilte ihm mit Diplom vom 29. März 1785 das Diplom eines Doctors der Rechte. Im Jahre 4787 ernannte ihn Kaiser Joseph I I . zum mährisch.schlefi» schen Gubernialrathe und Kreishaupt, mann des Brünner Kreises, und zwar mit folgenden, an Herrn Hofrath von Sonnenfels gerichteten Ausdrücken: „Ich hoffe, derselbe (Schulz) wird der Wahl und dem Zutrauen Ehre machen und Water des Landvolkes sein ".Schulz rechtfertigte diese Wahl durch die That, indem er in diesem Wirkungskreise so wie früher als Lehrer ganz für die Pflicht und das Beste des Landes wirkte. Eine sehr verwickelte und wichtige Beschwerde der Unterthanen der Herrschaft Straßnitz des Brünner Kreises gegen ihre Obrig« keit gab ihm Gelegenheit, seine Tüchtig» keit als Staatsbeamter und Gediegenheit als Mensch zu bewähren; auch wurde ihm in einem ah. Hofdecrete vom 42. October 4792 Folgendes bedeutet: „Se. Majestät haben gnädigst zu befehlen geruht, daß dem Herrn Kreishauptmann (Schulz) über dieses so mühsame, im Zuge oer Verhandlungen demselben so sehr ver« bitterte Commissionsgeschäft die ah. Zu» friedenheit zu erkennen gegeben, und zur ferneren Aufmunterung die Zusicherung ertheilt werden soll, daß Se. Majestät auf denselben nach Zeit und Gelegenheit besondere Rücksicht zu nehmen sich aller« mildest vorbehalten". Das Jahr 4796 gab dem thätigen Geschäftsmanne neue Gelegenheit, seine Umsicht und Energie zu erproben. Westgalizien kam als eine neu erworbene Provinz an Oesterreich. Die Gräuel des Bürgerkrieges der letzten Zeiten hatten AlleS umgekehrt und überall heillose Verwirrung und Unordnung ge< bracht. Der Kaiser wollte in dieser Pro« vinz durch gediente Staatsbeamte, deren Fähigkeiten, Geschäftskenntniffeund Treue erprobt waren, Ruhe und Ordnung her» stellen; so traf auch Schulz die Wahl für diesen äußerst wichtigen Posten, und er wurde mittelst Hofdecrets vom 3. Mai i796 als Gubernialrath nach Westgali- zien übersetzt, woselbst ihm das geistliche und Studien'Departement übertragen wurde. Schulz fand bei seiner Ankunft diese beiden wichtigen, ihm anvertrauten Geschäftszweige in voller Unordnung und Zerrüttung, und nur mit mühevoller An» strengung konnte der wahre Stand des Vermögens des Religions- und Studien«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Band 32
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schrötter-Schwicker
Band
32
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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