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Schulz E. 303 Schub) Paul I<
desselben ausführte. Nach erfolgter Auflösung
des Stiftes kam er nach Gratz und wurde
als Gubernialrath in geistlichen Sachen bei
dem damaligen innerösterreichischen Guber-
nium angestellt. Im Jahre 1791 erfolgte seine
Ernennung zum Rektor des Gratzer General«
Seminars, welche Stelle er drei Jahre lang
versah. Nach Aufhebung der General-Temi«
narien wurde er ein Jahr später wieoer als
Gubernialrath an das steiermärkische Guber«
nium berufen und erhielt dort das Referat
der geistlichen Sachen, das er bis zu seinem
Tode versah. Abt Schulz war ein Priester
der Iosephinischen Periode; aufgeklärt und
doch fromm, gründlich wissenschaftlich gebil-
det und doch dabei praktisch; auf die Hebung
des Seelsorgerstandes in Steiermark bedackt,
wählte er tüchtige, würdige und verdienstvolle
Priester zu den wichtigeren Kirchenstellen im
Lande aus. IIunitsch (Michael). Biogra»
phien merkwürdiger Männer der österreichischen
Monarchie (Grätz 1803 u. f. Tanzer, kl. 8v.)
Bdchn. I , S. 76.1 — 8. E. Sckulz, ein
Lithograph in Wien, der die von dem Archi«
tekten und Professor an der Realschule zu
Gratz, M. Bauer, entworfene und gezeich,
nete „Drnamenten-Schule" (Wien, Paterno,
Halb-Fol.). 40 Blätter in 10 Heften, welche
von dem k. k. Ministerium des Unterrichts
in allen Schulen des österreichischen Kaiser«
siaates eingeführt ist, lithographirt hat. —
6. Eduard Schulz, ein Maler in Croatien,
von dem in der December-Ausstellung 1870
des österreichischen Kunstvereinö in Wien ein
Oelbild, „Eine Croatin" (300 fl ) darstellend,
zu sehen, war. ^Mo n ats«Verzrichnisse
des österreichischen Kunstvereins (Wien. 8«)
1870, December Nr. 103.) — 7. Ferdinand
R.Schulz, ein in Wien lebender Historien«
maler. der 1828 und 1841 in den Jahres«
Ausstellungen bei St. Anna in Wien zwei
Oelgemälde, in ersterer eine „Heilige Maria",
in letzterer einen „Christus am Oelberge",
ausgestellt hatte. Sonst fehlen über diesen
Künstler, der auch weder auf früheren, noch
späteren Ausstellungen durch irgend eine Arbeit
vertreten war, alle Nachrichten. ^Kataloge
derIahres-'Ausstrllungen in der k, k. Akademie
der bildenden Künste bei St. Anna in Wien,
1828. S. 23. Nr, 219; 1841. S. 13. Nr. 9i.)
— 8- Joseph Bernhard Schulz, ein
zeitgenössischer Architekt, der im Jahre l873
in Prag sich aufhielt, beschäftigt mit Studien
über den dortigen, in Restauration begriffenen
St. Veitsdom. Das Ergebniß dieser Studien war unter Anderem ein Entwurf zur poly-
chromen Ausstattung dieses Domes, welcher
in der Kunstabtheilung der Wiener Weltaus«
stellung 1873 zu sehen war. — 9. Kar l
Schulz (gest. am (5harfreitag 1863), ein
durch seine Humanität, seine gediegene Bil«
düng und sein den steirischen Slavomanen
gegenüber energisches Auftreten im Jahre 1848
den Nadkersourgern unvergeßlicher Arzt, über
den Hofrichter in seinem Büchlein: „Le-
bensbilder aus der Vergangenheit. Als ein
Beitrag zu einem Ehrenspiegel der Steier»
mark, besonders der Stadt Marburg" (Gratz
1863. Leyrer, kl. 80.) S. 53 u, f.. berichtet:
daß er „die Reisen nach Paris und,zur Aus»
stellung in London (1362) mitmachte, dann
nach Veldes sich begab und darüber Briefe
schrieb, die mehr die Oeffentlichkeit verdienten,
als mancher andere Reisebericht. Der Sterbe,
tag des Heilands 1863 entriß der Welt diesen
Biedermann, der Stadt Radkersburg einen
ihrer edelsten Söhne, der leidenden Menscht
heit aber'einen denkenden Arzt. Der Nachruf
in mehreren Blättern, die Theilnahme bei
seiner Kraniheit und der Leichenzug bewiesen,
daß sein Leben innig mit dem der Stadt vel>
flochten war, der er angehörte, und daß ein
Lebensbild von ihm auch ein Zeitbild von
Radkersburg liefern kann". — 10. Mar ie
Schultz-Göbel, eine in Wien lebende
Künstlerin, uon welcher in der April-Auslrel«
lung 1867 des österreichischen KunstvereinS
ein in Oel gemaltes „Kinder-Porträt", das
im Kataloge als Prioateigenthum bezeichnet
war, zu sehen war. Weder früher noch später
wieder brachten die Ausstellungen Bilder die»
ser Künstlerin, die mit obigem Kinderbildniß
über allen Dilettantismus weit hinaus war.
— 11. Paul I . Schulz (8ul6). Ist ein
jetzt lebender äechischer Schriftsteller, der meh»
rere Unterrichts- und Erziehungsschciften, so:
„Anfangsgründe der böhmischen Sprache"
(Prag 1862); eine Allgemeine Pädagogik
(?a.eäa,Fy3i!c2. vseobsonH) (Prag 1863); eine
Naturgeschichte der drei Reiche (priroäoxjg);
dann eine der Pflanzen und eine der Thiere
besonders, überdieß eine Menge Uebersetzun»
gen deutscher, polnischer und französischer
Romane uon 2. Storch. Ios. Korze»
niowski, Alex. Duma s, und von Jugend»
schuften der besten deutschen Autoren dieses
Zweiges, wie Fr. Hoffmann, Christoph
Schmid, W. O. von Horn u. s. w. her«
ausgegeben hat. Das Verzeichniß dieser Arbei,
ten enthält der von Franz Doucha heraus-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon