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Michalevits, nachmals Haynau, Nr. 37
vorgerückt, wurde er 4837 vom Hof-
kriegsrathe mit der Redaction des Jäger«
Abrichtungs- und Exercier-Reglements
beauftragt, welches 1841 im Drucke er»
schien. Seit 1844 zum General-Major
und Brigadier in Agram, dann in 3ai<
bach avancirt, bat Schulz während des
italienischen Feldzuges 1848 den Feld-
zeugmeister Grafen Nugent, ihn als
Avantgarde'Commandanten bei dem von
Letzterem commandirten, vomIsonzo nach
Verona vorrückenden Corps anzustellen.
Als solcher erhielt er bei Vorrückung
des Corps im Venetianischen den Auf«
trag, während Feldzeugmeister Nugent
über Bafsano sich fortbewegte, die an der
Piave vom Feinde zur Verhinderung des
Flußüberganges errichteten Batterien zu
zerstören, über den Fluß zu setzen und
gegen Treviso zu demonstriren. um Nu-
gent's Debouchiren bei Monte Belluno
zu erleichtern. Schulzig erfüllte seine
mehrfaltige Aufgabe, zerstörte die feind»
ticken Batterien, setzte über den Fluß,
drängte den Feind zurück und nahm dann
mit der Avantgarde Stellung bei Ca
Strette. Als nun am 11. Mai der Feind
mit 19 Geschützen, 7000 Mann Infan-
terie und 200 Reitern gegen diese Siel»
lung anrückte, schritt Schul zig, obgleich
er nur zwei Bataillone Kinsky und ein
Bataillon Illyrisch-Banater zur äugen«
blicklichen Verfügung hatte und sein Auf-
trag blos auf Demonstriren gerichtet war,
sofort selbst zum Angriffe, warf den
Feind über den Haufen, zwang ihn zur
schleunigen Flucht nach Treviso und er«
beutete 1 Kanone, gegen 2000 Stück
Tornister, Gewehre u. s. w. Diese tapfere
That wurde durch das Militär-Verdienst.
kreuz und nachmals über Anempfehlung
des Maria Therefien . Ordenscapitels
durch das Commandeurkreuz des Leo» pold'Ordens belohnt. Zum Feldmarschall-
Lieutenant befördert, nahm er dann
unter dem Commando des Generals der
Cavallerie Grafen Schlik an dem Win»
terfeldzuge in Ungarn 1848 bis 1849
mit Auszeichnung Theil. Im April 1849
wurde Feldmarschall'Zieutenant Schul»
z i g zum Stellvertreter des commandiren«
den Generals in Gratz, im October des»
selben Jahres zum Commandanten des
11. Armeecorps und zum zweiten In«
Haber des Infanterie-Negiments Nr. 39
ernannt und im Jahre 1830 wurde ihm
das Commando der Festung Mantua
übertragen, in welcher Stellung er eben»
falls wichtige Dienste leistete. Im No>
vember 1830 zum wirklichen geheimen
Rathe ernannt, trat er 1832 unter Aner»
kennung seiner langen und ersprießlichen
Dienstleistung in den Ruhestand. S., der
in den Feldzügen eine schwere Kopf«
wunde erhalten hatte, an deren Folgen
er zeitlebens litt, hatte doch den activen
Dienst nie verlassen. I n den Jahren
1843 bis 1830 schrieb er auch fleißig für
das damals noch junge Militärblatt:
„Der österreichische Soldatenfreund",
und war er es, der der Erste dic Idee
zur Stiftung eines Militär'Verdienst«
kreuzes angeregt hatte. Im Jahre 1837,
damals Oberst, war er in den erbländi«
schen Adelstand mit dem Ehrenworte
„Edler von", im Jahre 1849 in den
Freiherrnstand erhoben worden. Aus sei» '
ner Ehe mit Ju l ie geb. Schindler
überlebt ihn eine Tochter Gabriele
(geb. 23. Jänner 1841), welche seit
15. Juni 1361 mit Gustav Freiherrn
von Tint i , damals Ofsicier in der kai«
serlichen Armee, vermalt ist.
Adelstand s .Dip lom äüo. 23. Juli t83?.—
Freiherrnstand s»Diplo m ääo. 6. No-
vember l849. — Wiener Zei tung 4864,
Nr. 6, S. 86: „FML. Franz Freiherr von
Schulzig". — Brünner Zei tung 1864,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon