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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32
Seite - 225 -
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Schuselka 228 Schuselka Brenner fand, da S. bei dem Gottes« dienste. welchen Ronge am 16. Novem- ber 1845 in Weimar gehalten hatte, förmlich zum Deutsch'Katholicismus über» getreten war. Die Folge dieses Schrittes für S. war feine Verbannung aus Öester« reich, denn die kaiserliche Regierung hatte allen Anhängern deS Deutsch>Katholicis« mus, mochten sie nun Staatsangehörige oder Fremde sein, den Eintritt in ihr Gebiet untersagt. Und als nun S. im Großherzogthume Weimar auch nicht mehr geduldet wurde, war er mit einem Male heimatlos, und am 49. Februar 1846 verließ er Jena, um in Hamburg, wo er noch die meiste Sicherheit zu finden hoffte, bleibenden Aufenthalt zu nehmen. Eine Episode aus seinem Ienenser Aufent« halte ist zu bezeichnend für S. selbst, wie für die vormärzliche Regierung, welche ihre besten Söhne verbannte, um nicht erwähnt zu werden. Wahrend S. als Verbannter in Jena lebte, hatte er län- gere Zeit an der tg.d!s ä'k.6te einen russischen Edelmann zum Tischnachbar. Eines Tages ließ dieser Champagner bringen, brachte auf das Wohl des Kai» fers Nikolaus einen Toast auS und begleitete denselben mit Schimpfreden auf Oesterreich. Schuselka widerlegte diese Angriffe auf sein Vaterland mit Ruhe und Mäßigung, worüber der Russe in noch größere Hitze gerieth und sich zuletzt zu den Worten vergaß: „Ich be- Haupte. Oesterreich ist der schmutzigste Fleck in ganz Europa", worauf Schu« selka sich gelassen erhob, auf den Russen zutrat und, ihm auf die Achsel klopfend, rief: „den ich mit Ihrem Blute abzu« waschen versuchen will". Der Russe ver- stand, das Duell war fertig. S<, als der Fordernde, traf alle Anstalten. Als die verabredete Stunde des Duells heran« kam, trat der Russe mit seinen Zeugen v, Wurzdach, dlogr. Lerikon. XXXII. in S.'S Zimmer, und mit der auSgestreck- ten Rechten auf ihn zueilend, rief er aus: „DaS Blut eines Mannes, der für sein Vaterland, das ihn verstoßt und verfolgt,- sein Leben dahin zu opfern bereit ist, darf von mir nicht vergossen werden; nehmen Sie, seltener Mann, meine Hand zur Versöhnung, mit der Versicherung meiner höchsten Bewunderung und Werth« schätzung!" Dabei nahm er seine heftigen Ausfalle auf Oesterreich, sie mit dem zu reichlich genossenen Rebensafte entschuldi« gend, zurück. — In Hamburg, wohin, wie oben gesagt worden, S. von Jena sich begab, verlebte er den Rest des Win« ters 1846, den Sommer über nahm er Aufenthalt zu Bergedorf und Blankenese» Daselbst schrieb er Leitartikel und Corrc- spondenzen für liberale Zeitungen und veröffentlichte wieder eine Reihe politi« scher Flugschriften über die deutsche Ver« faffungsfrage, über österreichische Zu» stände, gab Briefe Kaiser Joseph'S mit Erläuterungen, Briefe einer polni- schen Dame, fchleswig'holsteinische Ge« schichtsbilder u. dgl. m. und auch eine periodische Schrift: „Die deutsche Volks- Politik", in zwanglosen Heften heraus, welche zusammen einen Band bilden. Unter solchen Umständen war das Jahr 1848, waren die Märztage herangekom- men, er begrüßte sie mit der Flugschrift: „Oesterreich über Alles, wenn es nur will", und da seiner Rückkehr nunmehr keine Hindernisse sich entgegenstellten, eilte er nach Wien. Sein Name hatte in Oesterreicbs dunklen Tagen genug ge« leuchtet, um nicht allen Schimmer zu ver« lieren, als die Strahlen der Freiheit auf Oefterreick fielen. Kaum war S. nach Wien gekommen, als er von der Aula (Convent der Studirenden) sofort in das Vorparlament nach Frankfurt entsendet wurde. Am 9. Mai trat er in den Fünf» :. 28. Mai 1876.) 15
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Band 32
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schrötter-Schwicker
Band
32
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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