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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32
Seite - 228 -
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Seite - 228 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32

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Schuselka 228 Schuselka genannt. begonnen. Staatsminister Schmerling stand damals an der Spitze der Geschäfte im Innern. Schu selka hielt mit seiner .Reform" zur föderalistischen Opposition gegen Schmerling. Die centralistis, Opposition kümmerte sich um die «Re- form" im Anbeginne nicht viel. bis diese mit einem Male Gegenstand der staats anwaltschaftlichen Incrimination wurde. Die Gefahr einer Urteilsvollstreckung schwebte über S.'s Haupte und dieser trat von nun an sachter, mäßiger auf; als aber daS centralistische Ministerium gestürzt ward, jetzt glaubte S. seine Zeit gekommen und trieb mit vollen Segeln im föderalistischen Fahrwasser. Damals hatte der neunte Bezirk Wiens die Kan- didatur S.'s verworfen und S. war ehrenhaft genug, selbst von der Candida» tur zurückzutreten. „Ich kann mich nicht der Ueberzeugung verschließen, daß nicht nur die Bevölkerung des neunten Bezic» kes, sondern der ganzen Stadt Wien in ihrer Mehrheit mit meinen Ansichten über die Lösung der Verfaffungsfrage nicht übereinstimmt. . .. Unter diesen Urnstän« den kann ich nlso in Wahrheit nicht ein wirklicher Vertreter der jetzt im neunten Bezirke und in Wien vorherrschenden Gesinnung sein. Da ich nun von meiner festen und gewissenhaften Ueberzeugung nicht abgehen kann, so fühle ich mich ver- pflichtet, von der Candidatur zurückzu» treten." So schreibt Schuselka felbst in einem an den Obmann der Wähler« Versammlung im neunten Bezirke am 2. November 1865 gerichteten Schreiben. Von diesem Augenblicke wurde S. von der deutschen Partei als Abtrünniger be« trachtet und von den Föderalisten, na- mentlich denselben öechen, die an ihm einmal das Epottlied: „LuLeiks. näiQ pisa« gerichtet, in Gnaden aufgenom», men. Nun war auch S.'s politische Lauf. bahn an ihrem Ende angelangt, denn ein nochmaliger Versuch, das politische Parket zu betreten, siel eigenthümlich auS. Als nämlich im August 1871 die neuen Wahlen stattfanden, hatte das „Patrio- tische AuSgleichs-Comite" eine Depu« tation zu Schuselka abgesendet, um ihm die Candidatur auf dem Alsergrunde anzutragen. S. wollte anfangs davon nichts wissen, endlich aber erklärte er sich bereit, zu candidiren, wenn ihn eine imposante Wahlerversammlung dazu auf« fordern würde.'Als nun die Versamm- lung inRainer'S Salon auf dem Alser» gründ stattfand, erschien der sehnlichst erwartete Schuselka nicht und anstatt seiner folgendes Schreiben seiner Hand: „Polizeiliche Rücksichten hindern mich. zu candidiren oder in einer Versammlung das Wort zu ergreifen" (!). Um diese eigenthümliche Erklärung zu motiviren, erzählte S., daß er Tags vorher den Besuch dreier Herren erhalten habe, die sehr brutal auftraten und die Drohung aussprachen, einen öffentlichen Scandal zu provociren, wenn er (Schufelka), der gar nicht wahlberechtigt sei. als Candidat auftreten werde. Schufelka ließ sich einschüchtern und fand auch wirk- lich, daß er nicht wahlberechtigt sei, waS er in längerer Auseinandersetzung der Versammlung zur Kenntniß bringen ließ. Schuselka erinnerte nämlich an eine Wählecversammlung in Gratz. gegen deren Einberufer gerichtliA vorgegangen wurde, weil ein Arbeiter, also ein Nicht« wähler, in derselben daS Wort ergriffen. Er selbst wolle es vermeiden, in feinem 63. Jahre noch ein öffentlicher Ruhe- störer zu werden (!). Mit dieser Erklä« rung romantisch'Myfteriöser Natur schließt S.'s politische Laufbahn ab, der nur mehr als Redacteur der „Reform" ge<
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Band 32
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schrötter-Schwicker
Band
32
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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