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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32
Seite - 234 -
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Seite - 234 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32

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Schuselkll'Kiünning 234 Schuselka-Krünning trotz überwiegender Stimmmittel doch nicht erreickt habe. Director Car l , des« sen Scharfblick in der Wahl seiner Mit glieder bekannt war, hatte auch in Ma dame Brünning die Kraft erkannt, die ganz dazu gemacht war, um von ihm nach allen Seiten ausgenützt zu werden. Unter den vortheilhaftesten Anerbietuw gen gewann er sie für feine Bühnen — an der Wien und in der Leopoldstadt — und bürgerte mit ihrer Hilfe das fran» zöfische Vaudeville, das ihrem Darstel lungstalente am meisten zusagte, ein. Da geschah cs auch, daß Scholz, als nun die Posse auf die Seite geschoben und Madame Brünning, die bald nicht nur die Stütze des neuen, von Carl gepfleg» ten Genre's, sondern auch die Flamme des Alles unterjochenden und sich dienst» bar machenden Directors geworden war, auf einer Probe, in welcher bemerkt worden, daß Carl in Volksstücken gar nicht mehr auftrete, mit einem Blicke auf die seitwärts stehende Brünning das kaustische Wortspiel machte: „Ach, der Director spielt nur mehr, wo die will (Vaudeville). I n Chonchon trat sie über ein halbes Hundertmal auf, ebenfo in dem nach der Donizerti'schen Oper .Marie, die Tochter des Regiments" nachgebildeten gleichnamigen Vaudeville und in noch vielen anderen, wo sie mit ihrem geistvollen graziösen Spiel, ihrem schalkhaften Humor und ihrem reizenden Costume die Zuschauer allabendlich be« zauberte. Nachdem sich das Publicum im Theater an der Wien an VaudevilleS satt gesehen, verpflanzte Car l diese Gat> tung in'S Leopoldstädter Theater und nun feierte die Brünning an dieser Bühne ihre Erfolge. Wie bemerkt, hatte Director Car l nicht nur die Künstlerin, sondern auch das Weib zu gewinnen verstanden, und in den Ketten dieses ab- scheulichsten aller Bühnen- und Menschen« tyrannen schmachtete die Frau, außer Stande, sich zu befreien und immer wuch« tiger die Last dieses unseligen Verhält- nisses fühlend. Dem Dr. Schüfe lka sollte eS vorbehalten bleiben, sie auS die» sen schmachvollen Ketten zu befreien. Es ist so viel Romantisches und Abgeschmack« teS und meist Unwahres über diesen Vor« gang, der seiner Zeit viel von sich reden machte, erzählt worden, daß es hier am Platze ist. die Geschichte, wie sie in Wahr« heit sich begeben hat, zu erzählen. Die Sache aber war so gekommen: Nachdem Schuselka im 1.1840 Oesterreich ver- lassen hatte und in Deutschland von litera» rischen Arbeiten zu leben gedachte, schrieb er mehrere kleinere politische Abhandlun- gen und das Buch: „Deutsche Worte eines Oestecreichers", erstere an Brock« haus, letzteres an Heinrich Campe in Hamburg sendend. Weder von der einen noch von der andern" Seite erfolgte Ant» wort. und Schuselka, dessen kleine, aus Oesterreich mitgebrachte, in seiner Erzieherstelle bei dem Fürsten Lobko« w ih ersparte Barschaft zu Ende ging, sah sich in dringender Geldverlegenheit. Da nahm sich der seiner Zeit beliebte und allgemein gekannte und geachtete Wei« marer Hofschauspieler Wohlbrück, der Schuselka kennen gelernt und liebge« Wonnen hatte, seiner an, wirkte durch seinen Einfluß fördernd bei BrockhauS und Campe, die sofort Schuselka'S Arbeiten prüften, annahmen und anstatt» dig honorirten. So war Schufelka aus seiner Noth und verdankte dieses dem einflußreichen Wohlwollen Wohl« brück's. Das Verhältniß Beider gestal» tete sich immer inniger und so machte denn auch Wohlbrück kein Hehl auS den Sorgen, die sein Herz beschwerten. Eines TageS eröffnete er ihm auch. daß
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Band 32
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schrötter-Schwicker
Band
32
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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