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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32
Seite - 242 -
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Schuster, Fgnaz Schufte^ Ignaz Nun hatten sich längst die Theater- besucher in zweiParteien, indie„Raimun. dianer" und „Schusterianer", gespalten und an dem Abende, an welchem Schu- ster es gewagt, eine Raimund'sche Rolle zu spielen, die er jedoch nur auf ausdrücklichen Wunsch der Direction übernommen, machten sich die Anhänger Raimund's gegen alle Gebühr laut und thaten Alles, um Schuster die Rolle zu verleiden und zu kranken. Als endlich doch Schuster's Anhänger die Oberhand behielten und der Künstler nach beendeter Vorstellung, dem stürmi schen Hervorrufe folgend, an der Hand der Madame Wal la vortrat, sprach er folgende Worte — er erschien in der Rolle deS Hausmeisters aus dem ,Neusonntagskinde": „Verehrungswür- digfte! Man sieht, wie gut es ist. daß in einem so großen Hause, wie dieses, .wo Jahr aus, Jahr ein so viele Inwohner find, zwei Hausmeister angestellt wurden. Wird einer krank, gleich ist der andere bei der Hand. Gestern hat nun der junge aufgesperrt und Sie hatten — wie ich sehr gut weiß — alle Ursache, mit ihm zufrie» den zu sein. Heute sperrte der alte auf und Sie entziehen auch ihm Ihre Gnade nicht. Ich danke Ihnen ! Schenken Sie uns bei» den .stetS Ihre Huld und Nachsicht und Sie sollen in diesem Hause noch oft gut bedient werden". Da ist keine versteckte Falte von Künstlerneid, da ist nicht ein» mal ein GtwaS von Nebenbuhlerschaft zu merken. Das ist echte Künstlerbescheiden, heit, wie sie selten, vorkommt. Der Applaus war ungeheuer, die Opposition verstummte. In diesem Jahre erlebte S. eine ganz seltene Auszeichnung. Nach einer Vorstellung der „Falschen Primadonna", welcher der Kronprinz von Preußen und der Prinz von Oranien beigewohnt, wünschte der Letztere das Bildniß Schu« st er'S zu besitzen, und Schuster durfte ihm das von S.chrotier gemalte und von Pfeif fer gestochene persönlich über» reichen. Im Herbste 1820 wurde S. auf ah. Befehl nach Troppau berufen,»um dort während deS CongreffeS zu gastiren. Mit ihm wurde nur noch K r ü g e r lBd. X I I I , S. 271) dieselbe Auszeich, nung zu Theil. Nach seiner Rückkehr nach Wien sollte sich eine höchst interes- sante Episode seines Lebens abspielen. Einer Vorstellung der „Falschen Prima- donna", welche am 11. Jänner 1821 statthatte, wohnte Madame Cata lan i bei. welche eigentlich zu dieser Burleske den Anstoß gegeben und weßhalb daS Stück auch hie und da unter dem Titel: „Die falsche Catalani" gegeben wird. Die Sängerin selbst war über Schu- ster's Leistung — nicht, wie damals einige Blatter äußerten, entrüstet, son- dern — auf daS Angenehmste überrascht, nahm den Scherz mit seiner vollen Wir- kung auf, und als Schuster gewisse Variationen, welche Catalani sich ge- wohnlich als besonderes Bravourstück einlegen ließ, ihr nachsang und der Bei- fall über seinen Gesang nicht enden wollte, klatschte die Cata lani mit dem Publicum um die Wette, und der stür« misch herausgerufene Schuster richtete an das Publicum die Worte: „Ich danke Ihnen für den huldvollen Beifall, den Sie mir als einem simplen Planeten 'chenken, obgleich die Sonne in der Nähe st". Im September 1821 wurde S. OperN'Regifseur des Leopoldstädter Thea« ers. Am 13. April 1823 feierte er bei Gelegenheit seines Benefizes, zu welchem er Told'S „Jupiter in Wien" gewählt, ein 23jähriges Jubiläum als Schare 'vieler derselben Bühne, deren Mitglied er seit seinem ersten Auftreten geblieben. Noch drei Jahre blieb S. an dieser
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Band 32
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schrötter-Schwicker
Band
32
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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