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Schwabe 266 Schwabe
Geistes und dem unnachahmlichen Zauber
seiner Beredsamkeit den glänzendsten Triumph
feierte, indem er sich die Verehrung und
Anerkennung aller Parteien der ungarischen,
sich in Pesth concentrirenden Iudenschaft zu
erringen wußte. Denn während sein immenses
talmudisches Wissen den ungarischen, dem
Fortschritte feindlichen Talmudjüngern impo<
nirte und ihnen Zeigte, er sei ein ihnen voll-
kommen ebenbürtiger schlagfertiger College,
ein gerüsteter Kämpfer für die Sache seiner
Religion, die auch die ihrige, wirkte seine
hinreißende Kanzelberedsamkeit ungemein an«
regend auf die zahlreichen ungarischen Ge«
meinden". Tchwab starb als Qberrabbiner
von Vesth im besten Mannesalter. ^Wiener
Mit thei lungen. Zeitschrift für israelitische
Culturzustände. HerauSg. von Oi». M. Let°
teris (Wien. 4".) I I I . I ahrg, (iL5?). Nr, 20.
S. 78: „I^r. Löw Schwab. Oberrabbiner in
Pesth". von Dr. Adolph Ehren theil. —
Porträte. 1) Unterschrift: Facsimile des Na<
menszuges: Löw Schwab, Oberrabbiner.
Rechts.- Liebet Wahrheit und Frieden, links:
12.155 2i5w.11 NQttTl- Nach M. Adler
lithogr. Artist. Anst. v. Reiffenstein u. Rösch
in Wien (kl. Fol., Ovalbild); — 2) Loew
Schwab, ZDber-Rabbiner der israelitischen Ge<
meinde in Pest (gedruckt bei I . Looer. Fol.);
— 3) auf einem Gruvpenbilde israelitischer
Notabilitäten, mit der Unterschrift unter sei-
nem Bildniß: Löw Schwab > Oberrabbiner
zu Pest. ! Gest. am 3. April 18^7.)
Lchwabe von Waisenfreund, Karl
Ritter (Staatsbeamter, geb. zu
Wien 20. Mai 4827. gest. zu Ober-
weis 24. September 1873). Schon
der Großvater, Doctor J o h a n n
Schwabe, und Vater, Hofrath Vin»
cenz Schwabe Edler von Waisen»
freund, haben sich in ihrem WirkungS«
kreise verdient gemacht ^siehe die Quellen
S. 267^>. Des Letzteren Sohn Kar l
beendete in Wien die juridisch-politischen
Studien, widmete sich durch einige Zeit
der Straf- und Civil-Iustizpraiis, und
trat am 20. Juli 4830 als Concepts-
Praktikant bei der vormaligen k. k. Hof«
und n. ö. Kammel'Procuratur in den.
Staatsdienst, wurde im Juni 4882 Con» cepts-Adjunct im k. k. Finanzministerium,
im November 1834 Concipist der k. k.
Lottogefalls-Direction, im April 4857
Ministerial-Concipist des k. k. Finanz-
ministeriums, im November Secretar der
k. k. Staatsschulden'Direction und am
48. August 4866 Ministerial-Secretär im
k. k. Finanzministerium. I n dieser Eigen«
schaft wurde er am 4. Jänner 1863 bei
Errichtung des Reichs»Finanzministeriums
diesem zur Dienstleistung zugewiesen. I n
der Zwischenzeit stand er 4836 einige
Zeit provisorisch als Adjunct des landes«
fürstlichen Kommissärs an der Wiener
Börse und seit 4863 als landesfürstlicher
Kommissar bei der niederösterreichischen
Escompte-Gesellschaft in Verwendung.
Während dieserDiensteslaufbahn erlangte
er umfassende Kenntnisse im Credits» und
Staatsschuldenwesen und veröffentlichte
mehrere Arbeiten, und zwar: „(5in Beitrag
znr Würdigung derHtzplltheKar-OttditS'Zlbtljeilnng
der prin. üZterreichischen Natillnalbank" (Wien
4836)'> — „Versuch einer Geschichte drZ Ü5ter-
reichischeli Stllllt5rret>it5 nnd Schnltleimesens"
(ebd. 4860), welche der Verfasser in sechs
Perioden bis auf die Gegenwart zu be«
handeln beabsichtigte, u. z. in der I. die
Zeit von 4701 bis 4740 (vom spanischen
Erbfolgekriege bis zum TodeKa r l'sVI.);
in der I I . die Iahre4740—4792 (Zeiten
der Mar ia Theresia. Joseph's I I .
und Leopold's II.)! in der I I I . die
Jahre 4792—4843 (erste Hälfte der
Regierung Kaiser Franz' I.)- — in der
IV. die Jahre 4843—4847 (32 Frie-
densjahre, letzte Hälfte der Regierung
Franz' I. und Kaiser Ferdinand I.);
in der V.: Credits»Operationen seit 4848.
und in der VI. die Versuche und Errei«
chung der Herstellung der österreichischen
Credit« und Valutaverhältniffe. Außer»
dem hat S. auch Mehreres über die
österreichische Valuta» und Bankfrage
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon