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Schwach 269 Schwach
mischen Museums" 1827, Octoberheft.
S. 30 u. f., ist sein erster historischer Ver-
such: „Ueber den Znaimer Fürsten Con«
rad l l . " enthalten. Die nächste Arbeit,
die er sich zur Aufgabe stellte, sollte die
glänzende Periode in Mährens Geschichte
behandeln, in welcher der heldenmüthige
Vertheidiger von Olmütz, Iaroslaw
(Zdislaw) von Sternberg, durch einen
in Klugheit vorbereiteten und mit aller
Tapferkeit ausgeführten Sieg über die
zahllosen Horden der Tataren (124t)
Glauben und Gesittung Europa's vor
dem Andränge dieser Barbaren schützte.
DaS Kremfierer Archiv sollte ihm nun
neue und wichtige Materialien zu seiner
Arbeit bieten, als der Tod die Feder
seinen Händen entwand. Seine Bücher«
fammlung, seine Manusccipte und den
übrigen literarischen Nachlaß hinterließ
er dem Franzens»Museum in Brunn und
den National'Sammlungen in Prag. Ob
der im öaLopi
1831 enthaltene Aufsatz:
öäok,^ a UorÄ'WH.n)'' >v 15. stoi.", d. i.
Kampf zwischen den öechen und Mahren
im 15. Jahrhunderte, von ihm oder
seinem Bruder herrühren und ursprüng»
lich in uechischer Sprache verfaßt oder
nur übersetzt sei, ist mir nicht bekannt.
Morao ia (Brünner Nnterhaltungsblatt, 4»)
1838. Nr. 20 u. 21.- Nekrolog, verfaßt von
Michael Franz v. Canaval.
Schwach, H. (Maler. Geburtsort
und Jahr unbekannt). Zeitgenoß. Eine
unserer Quellen nennt ihn den rühmlich
bekannten „ Gratzer Maler H. S ch wach",
daraus zu schließen, dürfte er ein gebor»
ner Steiermarker und in Gratz ansässig
sein. .Ueber seinen Lebens« und Bildungs-
gang liegen gar keine, über seine Leistun»
gen sehr spärliche Mittheilungen vor.
Zuerst trat er in der Prager Kunstaus.,
stellung des Jahres 1337 mit einem ^ „Genrebild" auf und wird im Kataloge
(unter Nr. 138) als ein Maler auS Pesth
bezeichnet. Dann war in der Gratzer
Kunstausstellung im Winter 1861/62
von seiner Hand eine Copie der Nubens-
schen Kreuzabnahme zu sehen, von wel.
cher fleißiges
Eingehen in die Behandlung
und Auffassung des großen Niederlän«
ders gerühmt ward. Mehr Aufmerksam-
keit erregte der Künstler, als er im Jahre
1866 in einer im Selbstverlage erschiene«
nen Schrift,über das große Wandgemälde
an der Domkirche in Gratz und dessen
fichtlich zunehmenden Verfall mit Beigabe
einer fleißig und verstandig ausgeführten
Zeichnung des Bildes Mittheilungen
machte. Das Gemälde stellt „Das gört-
liche Strafgericht" vor, ist nach den
schweren Türkentriegen um 1490 gestiftet
und nicht blos für Steiermark, sondern
wegen der Tracht der Figuren und der
Staffage überhaupt voll Interesse für
Costumekunde und deutsche Monumental.
Malerei. „Leider", berichtet der Künstler,
„geht der Verfall des Bildes unglaublich
schnell vor sich". Durch die Vorsorge des
früheren Gratzer Fürstbischofs, Grafen
von AttemS, wurde das Gemälde im
Jahre 1837 unter Aufsicht des früheren
Iandes-Archäologen von langjährigem
Staub und Schmutz wohl gereinigt, aber,
um es vor unverdientem gänzlichen Ver»
falle zu retten, wäre eine vollständige
Restauration desselben unbedingt nöthig.
Und durch diese Schrift sucht Maler
Schwa ch.einen Kunstfreund, der sich die
Erhaltung des einzig bedeutenden Denk-
mals der alten Malerkunst in Gratz an-
gelegen sein ließe.
Oesterreichischer Vo lks freund 1866,
Nr. 282, im Feuilleton: „Das Wandgemälde
am Dom zu Gratz". — Neue freie Presse
1866. Nr. 811, Abendblatt, im Kunstblatt:
„Das Mäcenatenthum in Oesterreich und daS
Wandgemälde an der Domkirche zu Gratz".
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon