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Schwanberg 273 Schwanöerg
— 3) Ein Adam Schwan berg auf
Primda und Voles, Sohn eines Io>
hann S. und der Crescentia gebor«
nen Kra j i r von Krayk, war in den
Jahren 4360—1577 Oberftlehenrichter
und 1377—1381 Oberstlandrichter von
Böhmen. Er starb im Jahre 1390, ohne
Erben von zwei Gemalinen: a) Anna
von Reizen stein (gest. 1376) und
k) Griseldis von Lobkowic, zu
hinterlassen. Sein Name würde geschicht»
lich kaum sich erhalten haben, wenn er
nicht mit noch Anderen am 13. März
1362 die Gründung des Jesuiten-Colle-
giums in Prag. mit welchem der Glanz
der alten Prager Hochschule zu erlöschen
begann, unterschrieben hätte. — 6) Io-
hann Georg von S. (geb. 1348, gest.
1617) war 1600—1609 Oberst-Hof,
lehenrichter, 1609—1611 Oberst-Land-
kämmerer in Böhmen; er vereinigte den
oberwahnten Besitz der Rosenberg,
und Schwanberg'schen Güter nach
Peter Wuk's von Rosenberg 1611 er«
folgtem Tode in seiner Person. Wie
wenig wissenschaftlichen Sinn dieser edle
Herr besaß, erhellet aus seiner beharr-
lichen Weigerung, eine Nosenb erg'sche
Stiftung, nämlich die zu Sobsslaw von-
Peter Wuk von Rosen berg gestiftete
Schule, nach Prag übertragen zu lassen,
welcher Plan eben anI ohannGeo rg's
Widerstand scheiterte. sVergl.: Tomek,
Geschichte der Präger Universität (Prag
1849. 8".) S. 233.) — 7) Sein Sohn
Peter (gest. 1620) betheiligte sich in her-
vorragender Weise am böhmischen Auf.
stände und 1619 ernannte ihn der Gegen»
könig Friedrich von der Pfalz zum
Obersthoslehenrichter von Böhmen; seine
Witwe Anna Mar imi l iana geb. v.
Oppersdorf verließ mit ihren Kindern
Böhmen und scheint in Elbing sich nie«
dergelafsen zu haben. Gine im Jahre
v. Würz dach, biogr. Lexikon. XXXII. ^Ged 1858 in der Elbinger Marienkirche er«
öffnete Gruft, in deren Leichen mehrere
Schwanberg nach einem in der Grusr
befindlichen Gebet- und Stammbuche er«
kcmnt wurden, führt auf diese Vermu«
thung. Nach Peter'S noch während des
Aufstandes im Jänner 1620 erfolgten
Tode wurden sämmtliche Schw an«
berg'sche Güter confiscirt. Peter's
Andenken wurde noch in neuerer Zeit
durch mehrere, auf seine Vermälung und
die von ihm bekleidete Landesw.ürde
geprägte Iettons, welche auf Tafel I^XI
der „Beschreibung der bisher bekannten
böhmischen Privatmünzen und Medaillen"
dargestellt sind, erneuert. Sein Wahl»
spruch war: „3^65 g^ra vita". —
8) Nach bewältigtem Aufstande hat Adam
von Schwanberg, Peter's damals
minderjähriger Bruder, der gar nicht
am Aufstande sich betheiligt hatte, An«
sprüche auf Peter's Güter erhoben, da
er die väterlichen Güter mit Peter ge>
meinschaftlich und ungetheilt besaß; aber
erst nach langwierigen Verhandlungen
und indem er einmal bereits (1632) ab»
gewiesen worden, wurde ihm endlich die
Hälfte deS Werthes der Herrschaften
Worlik und Zwikow nach Abzug der
Lasten zugesprochen und diese ihm zuer»
kannten Entschädigungsansprüche hat er
gemeinschaftlich mit seiner Gemalin Ka-
tharina Revicky von Sudomer
am 4. Februar 1633 an Karl Grafen
Paar sBd. XXI, S. 146, Nr. 3^ abge-
treten. Adam und Katharina wur«
den, wie im Eingänge bemerkt worden,
für die letzten Sproßen des HauseS
Schwanberg gehalten. Da tauchte zu
Anbeginn des laufenden Jahrhunderts
eine Familie Krusina von Schwan«
berg, die sich nun Schwanderg von
Krusina nennt, auf und behauptete,
von den Schwanbergs abzustammen.
!. 14. Juni 1876.j 1s
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon