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Schwanda 277 Schmanda
mavsky j^Bd. IV, S. 340^j das Lehr-
amt der Lechischen Sprache und Literatur
an der Realschule in der Prager Joseph«
stadt und versah dasselbe neben seinem
amtlichen Dienste. Nun heirathete er die
öechische Schauspielerin Elise Peschka
>^Bd. XXII , S. 46^, und da er sowohl
in der öechischen, als fremdländischen
dramatischen Literatur ziemlich bewan-
dert war, übertrug ihm Mikowec
sBd. XVI I I , S. 283^ das dramatur-
gische Referat an dem von ihm heraus-
gegebenen öechischen Unterhaltungsblatte
„I^inir") welches S. durch volle sechs
Jahre besorgte. I n den Jahren 1833
bis 1863 versah er auch die Stelle des
Regisseurs im Privattheater zu St. Ni«
kolaus in der Prager Altstadt, aus wel-
chem die besten Kräfte des Lechischen
Theaters hervorgingen. Im Jahre 1862
von der Regierung zum Verwalter des
Prager Siechenhauses.berufen, versah er
diese Stelle, bis die Anstalt in die Hände
der Commune überging. Als um diese
Zeit Gustav Pf leger M . XXII ,
S. 196^ die Stelle eines Dramaturgen
beim öechischen Theater übernahm, berief
Director Thoms Schwauda an seine
Bühne in gleicher Eigenschaft. Als darauf
ein selbstständiges öechisches LandeSthea-
ter in's Leben gerufen wurde, wurde S.
über Anempfehlung des Dr. Rieger,
der als Intendant der neuen Bühne vor»
stand, zum Oberregifseur ernannt, welche
Stelle er unter den Directoren Liegert
und Tho.m6 versah. I n dieser Stellung
entwickelte S. alle Energie, um den Auf«
schwung der Lechischen Bühne zu fördern
und die Theilnahme des Publicums für
das junge Institut anzuregen und feftzu-
halten; er sorgte für ein gutes Repertoir,
welches er bei dem Mangel heimischer
Originalien aus den dramatischen Er«
zeugnifsen fremder Nationen mit Umficht und glücklicher Wahl zusammenstellte, so
daß die nationale Bühne sichtlich sich
hob, und ließ es auch sonst an nichts
fehlen, was zum Gedeihen der Anstalt
förderlich sich zeigte und im Bereiche
seiner Wirksamkeit gelegen war. Als er
aber im Jahre 1866 die Direction des
Theaters in Pilsen erhielt, legte er die
Stelle des Oberregisseurs am Präger
öechischen Theater nieder und widmete
sich nun ausschließlich dem neuen Unter-
nehmen. Dasselbe nahm nun unter sei»
ner Leitung, ungeachtet die Elemente für
solch ein nationales Institut daselbst
weniger reich und günstig sich darstellten,
einen sichtlichen Aufschwung, und die
Pilsner Bühne wurde alsbald die Pflege-
anstalt, in welcher die edleren Keime für
das Theater der Hauptstadt großgezogen
wurden.
8Iovnik U2,uöu^. Nsäaktoi' Dr. I^rant.
La.ä. l i i ssor , d. i. Conversations-Lerikon.
Redigirt von Dr. Franz Lad. Nieger (Prag
l859. Kober. Lex. 8«.) Bd. IX, S. 19ö.
Noch ist anzuführen: Johann Michael
Schwanda (geb. zu Maleschau in Böhmen
im Jahre 1701, gest. zu Prag 21. December
1733), ein um seinen Orden, den der barni»
herzigen Brüder, hochverdienter OrdenSbru«
der. Mit einer schönen Stimme begabt und
im Gesänge tüchtig geschult, sang er als l4.
und Illjähriger Jüngling zuerst als Altist,
dann als Tenorist in der Prämonstratenser.
kirche zu St. Benedict in der Prager Altstadt.
Nach beendeten Studien. 20 Jahre alt. trat
er 1721 in den Orden der barmherzigen Brü-
der, in welchem er dir Würden eines Priors
in Prag, eines Provinzials und eines Gene«
ral'Vifitators in Polen bekleidet hatte. Unter
ihm wurden das Kloster und Spital seines
Ordens in Prag vom Grund aus neu auf-
gebaut, dann hatte er in allen Häusern seines
Ordens den musikalischen Unterricht einge<
führt und zwei musikbegabte Ordensbrüder,
darunter den seiner Zeit berühmten Fismann
sVd. IV, S. 256). von Tu m a in der Com-
position unterrichten lassen, um so der Musik
in seinem Orden eine bleibende Stätte zu
gründen. Als er zum General-Capitel nach
Rom gereist war, sammelte er dort die treff.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon