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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32
Seite - 282 -
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Schwanthalcr 282 Schwanthaler denkmale hatte Meister Franz gemeißelt, von denen jedoch mehrere, da der Tegem» see'r und Füffener Marmor den Einflüssen der Temperatur stark nachgibt, andere wegen erloschener Familienrechte auf die Leichenplätze, weggeräumt worden, nicht mehr vorhanden sind. Es sind aber immer noch mehrere beachtenswerthe da, von denen jene des schottischen Natur» ftrscherS Iohnston, des Hofmalers Ferdinand Kobel l , des Baron von Kreitmayer, der Familie Krempel» hub er, dann ferner die von Sant in i , Sauer, des Grafen von Tattenbach u. s. w. genannt sein mögen. Aber auch für außerhalb München hatte rr Bestes lungen, und fo finden sich seine Denk» mäler mit Figurenreliefs in Marmor oder Sandstein zu Ansback, Käfering. Moosburg, Passau. Nottenburg an der Tauber u. f. w. Von anderen Werken deü Künstlers sind erwähnenswerth: die Büsten des Königs M aximi l i an und seiner Gemalin Karo l ine — der TcauergeniuS aus weißem Marmor in der Theatinerkirche zum Andenken an den 4800 verstorbenen Prinzen Max Joseph Friedrich — die vier Löwen in Sandstein nebst der Büste des Mars am Neuthore — der Geniuü aus weißem Marmor am Eingänge zum englischen Garten — das Denkmal des berühmten Humanisten Grafen Rumford ebenda, mächtig der Vernichtung entgegeneilend — die kolossalen römischen Rüstungen und Kränze am Durchfahrtsbogen der Ar- caden des Hofgartens, welche S. nach Kl enze'SZeichnungen ausgeführt; — die Figuren nebst den reichen Capitälern und Friesen am Proscenium des neuen Hof. theaters, vor dem Brande unter Beihilfe des Münchener Gießers Regn ault aus Blei gegossen. Ferner hat S. viele Orna» mente. Candelaber und zahlreiche Mo« delle zu Figürchen, sämmtlich in Holz geschnitten, für die königliche Porzellan« Manufactur in München vollendet. Da er überdieß, um nicht beschäftigungslos zu sein, auch Ornamenwlarbeiten über« nahm. so sei noch der Decorationen und Ornamente in den Prachtgemächern der kön. Residenz, welche er unter der Leitung des kön. Hofbaumeisters Pui l le ausgeführt, und der nach den Zeichnungen des Professors Fischer im römischen Style vollendeten des neuen Hoftheaters in Kürze gedacht. Schwan» rhaler's Wirken in seiner Kunst fällt in eine Zeit, als dieselbe stark im Verfalle begriffen, nur durch ihre Geschmacklofig« keit in bedauerlicher Weise sich bemerk« bar machte. So ist denn Schwantha» ler, der in Augsburg an der Akademie, wo er sich in guten Werken mit der Antike vertraut gemacht, künstlerisch herange« bildet worden, der Begründer einer bes« seren Geschmacksrichtung. welche aber erst mit seinem Sohne Ludwig eine Stufe erreichte, welche zu ersteigen freilich nur dem Genius beschieden ist, wenn ihm fürstliche Munificenz fördernd die Hand bietet. N ag ler(G. K. vi-'.), Neues allgemeines Kunst. ler'Lerikon (München 1839. E. A. Fleischmann. 80.) Bd. XVI, S. 96. — Meuer (I.). Das große Conversations'Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliogr. Institut, gr. so.) Zweite Abthcilg. Bd. VIII, S. 157. Nr. 1; S. 464, Nr. 3. Schwanthaler, Franz Xaver, gewöhn- lich blos Xaver (Bi ldhauer, geb. zu Ried im Innviertel Oberösterreichs am 16. November 1799. gest. an der Cholera A München am 24. September 1834). Ein Neffe des Vorigen, ein Vetter des berühmten Ludwig Sch. Den ersten Unterricht in der Kunst erhielt er in Ried bei seinem Vater Peter, dem jüngeren
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Band 32
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schrötter-Schwicker
Band
32
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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