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Schwarz Franz 290 Schwarz Franz
sich im Anbeginne den technischen Stu
dien, aber bereits damals — noch in
sehr jungen Jahren — stand er mit hei
mischen Hnterhaltungsblättern, wie z. B.
mit dem I^umir, dem I 'outnik oä
Otav^ u. a., in literarischer Verbindung.
1860, damals 20 Jahre alt, gab er mit
E. H. 3 ipnicky den Almanach „Ü,ü2
d. i. Rosen (Prag, Iarosl. PosMl,
12".), heraus. Als die politischen Ver
Haltnisse in Oesterreich auch dem geistigen
Leben einen freieren Aufschwung ermög
lichten, wendete sich S. den Staats
Wissenschaften zu und trat im Jahre 1861
bei der von Vincenz Vavra redigirten
politischen Zeitschrist „öas", d. i. die
Zeit, als Mitarbeiter ein, im 1.1862 aber
zu den eben begründeten neuen „Vlas
d. i. die Stimmen, über, in welchem
Blatte er vornehmlich in Sachen der
Voilkswirthschaft und Autonomie thätig
war. Als im Jahre 1363 das damals
einzige öechische illustrirte Blatt: „
Hinna kronika", d. i. Hauschronik,
nahe daran war, einzugehen, übernahm
S. die Herausgabe desselben, während
Johann Neruda Md. XX, S. 488)
die Redaction besorgte, und hatte nicht
geringen Antheil an dem nunmehr begin-
nenden Aufschwünge deS Blattes. Im
1.1864 veröffentlichte er die Flugschrift:
„Sa/bon <? oAT'Sön??« 2a6?UF»e/s?A5«) d. l.
DaS Gesetz von der Bezirksvertretung, in
welcher er Zweck und Bedeutung dieses
Gesetzes erörterte. Noch zu Ende genann«
ten Jahres entsendete ihn der Club der
öechischen Abgeordneten nach Pilsen, um
dort daS politische Blatt: „Vi^üskk
Novw?", d. i. Pilsner Zeitung, zu be«
gründen; es galt. in einem für nationale
Agitationen bisher theilnahmslos geblie-
nen Gebiete dieselben zu wecken und so
dem Hader zweier b.iSher friedlich neben-
einander wirkender Volksstämme Nah- rung zu bringen. Daß seinen Bemühun«
gen daS Martyrium der Haft für began-
gene Preßvergehen nicht ausblieb, ist
selbstverständlich. Gegen Ende des Jah-
res 1863 erhielt S. den Ruf als Secre-
tar der Pilsner Kreisvertretung, welchen
er auch annahm und dem er, der Iour«
nalistik entsagend, seither seine Thätigkeit
zuwendete, ohne jedoch das publicistische
Gebiet deßhalb ganz aufzugeben. So
erschien denn bald. nachdem er den neuen
Posten angetreten, die in oechischer und
deutscher Sprache zugleich verfaßte Flug»
schrist: „/ak b^ ^o^AoHs a
d. i. Wie die politische
und finanzielle Organisation bei uns be-
schaffen fein sollte. Offener Brief an den
Staatsminister Richard Grafen Belcredi
(Prag 1866). S. sandte seine Reform-
vorschlage, welche bisher unbeachtet ge«
blieben, anonym in die Welt, und gerade
zu einer Zeit, 1866, als die neue poli<
tische Organisation Böhmens im Zuge
war. Im Jahre 1868 bot der Verein
„Zvatodor" Schwarz, der stch in
Sachen der Autonomie nach allen Rich»
tungen hin thätig erwiesen, die Mittel zu
einer Reise in die Schweiz, wo eben unter
den Ländern deS europaischen ContinentS
das Self'Gouvernement zur weitesten
Entwickelung gelangt ist und wo S. in
dieserRichtung seineStudien machen sollte.
Die Ergebnisse seiner Forschungen sollte
S. später durch den Druck veroffent-
lichen. Auch dürste S. der Verfasser der
Gelegenheitsschrift: „Velikä uäroäni
V 1^ 2216 än6 17. 2 18.
1862«, d. i. Die große National-
feier zum Gedächtnisse Havliöek'S in
Prag am 17. und 48. Mai 1862 (Prag
1862, gr. 8o.. mit K. u. Notenbeilage),
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon