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Schwarz Karl 320
seinen Albeiten sind nur zwei Altarbilder in
'der Pfarrkirche zu Zwittawka, einer Ortschaft
im Olmützer Kreise, bekannt, deren eines auf
dem Hauptaltare die Mutier Gottes, das
andere auf einem Seitenaltare den „Heil.
Johann von Nepomuk", vorstellt. ^Oester»
reichischeBlätterfür Literatur und Kunst.
Herausg. von Dr. Ad. Schmidt (Wien, 4".)
I.Jahrg. (!844). IV.Quartal. Nr. 78. S.62l.
im Artikel von Dudik: „Kunstschätze aus
dem Gebiete der Malerei in Mähren".) —
44. Kar l Schwarz (Geburts- und Todes«
jähr unbekannt). Zeitgenoß. Er war k. k.
Hofschauspieler. Wie er dieß geworden, wissen
die Himmlischen; in früheren Zeiten soll er
in Väterrollen gut gespielt haben, wie aber
das möglich war, ist schwer begreiflich, denn
er besaß eine ganz fehlerhafte Aussprache, so
z. B. trug er das Lied vom braven Manne
als „Liet vom brassen Mahne" vor. Uebri-
gens krankte er an einer echten und, wie es
scheint, erblichen Schauspielerschwäche, So
begegnete er einmal dem alten Bäuerle
und erwiederte kalt dessen Gruß. Bäuerle
trat auf ihn zu und fragte ihn, ob er ihn
beleidigt habe, da er seinen Gruß so kalt
erwiedert; „das nicht", erwiederteSchwarz,
„aber seit einem halben Jahre werde ich in
Deiner Zeitung nicht genannt".— „Aber Du
bist ja auch seic einem halben Jahre nicht
aufgetreten", entgegnete jovial Bäuerle. —
„Thut nichts", antwortete Schwarz, „wenn
Du ein guter Freund wärest, könntest Du
mich nennen, auch ohne daß ich aufzutreten
brauche". Das ist keine Anecdote, sondern
Thatsache, die zwar mit Schwarz vorkam,
aber auf die meisten Histricmen paßt. Also
als Künstler war 3. durchaus nicht bemer»
kenswerth, aber er war seiner Zeit eine der
bekanntesten Figuren Wiens, und zwar in
seiner Eigenschaft als Trinker und alS ein
Mitglied der berühmten Ludlamshöhle. in
welcher Schwarz das Oberhaupt — mit dem
Titel eines Kalifen — war. In seiner Eigen-
schaft als Trinker stand er dem bekannten
Chordirector und Baßsänger Schwarzböck
svergl.: Louis Schwarz, diese S., 2. Sp.,
Nr. 16. im Terte) ebenbürtig zur Seite. Auch
als Veranstalter von Bällen war S. bekannt
und als solcher ein Liebling der Damen, denn
die Wchwarz'schen Bälle, zu denen Karten
zu erhalten gar nicht leicht war. waren ihrer
Zeit sehr beliebt und erfreuten sich des besten
Rufes. Ms Mitglied, und zwar als Kalif
der Ludlamshöhle wurde 2. cinstimiwg Ze» z Schwarz Louis
wählt. Da jedeS Ludlamsmitglied einen be»
sonderen Namen führte, so auch Schw.arz,
und er hieß, weil er immer die Cigarre
rauchte: „Rauchmar der Zigaringer oder der
rothe Mohr", und weil sein Gesicht mit der
Pfundnase in der Mitte immer aussah, als
wäre es mit Zinnober überstrichen, führte er
die Devise: „Roth ist Schwarz und Schwarz
ist Roth". I n seiner Würde als Kalif war
er: jeder Zoll eine Cigarre! Schwarz war
eine der groteskesten Figuren der Ludlams»
höhle, welche in Wiens socialer Geschichte
keine kleine Rolle spielt. Ueber die Ludlams.
höhle vergleiche man: „Memoiren meines
Lebens. Gefundenes und Empfundenes, von
Dr. I . F. Ca stellt" (Wien l86l. Kober u.
Markgraf. 8".) Bd. I I , S. t74-232 ^das
Beste aus allen vier Bänden der Castelli-
schen Memoiren) . und daselbst S. 182—185
über Kar l Schwarz. M iene r Abend..
post (Abendblatt der amtlichen Wiener Zei»
tung) 1869, Nr. 238. S. 951: „Erinnerun«
gen aus der Theaterwelt", von H. M(eynert).
— Presse (Wiener polit. Blatt) 4869,
Nr. 290.) — 13. Kar l Schwarz (geb. zu
Hermannstadt am 3. Februar 1817). Besuchte
das evangelische Gymnasium seiner Vater«
stadt. bezog 1837 die Berliner Hochschule und
wurde in den Fünfziger-Jahren Professor an»
evangelischen Gymnasium in Hrrmannstadt.
im October 1862 zum Pfarrer in Reußen.
am 29. Juni 1871 aber zum Pfarrer in Holz«
mengen gewählt. I n den Programmen
des Gymnasiums A. C. zu Hermannstadt für
die Schuljahre l838/39 und lä60/6t veröffent-
lichte er sein? „Vorstudien zu einer Geschichte
des städtischen Gymnasiums A. C. in Her,
mannstadt"; ferner die „statuta, sokolas
0ibiQi6U2i5 aoio.ru.uni coussuLU et äürnuio
ätuäio äatk He i-ata kg.bita a. liev. (üaMuIo
2.NMLLimoa.us looi ku^us äsuHtu Lolenni-
te? VralQuizatg. sta. äs 3. ^.prili 1643".
Auch gab er ein „Amtshandbuch für die
evangelischen Pfarrer A. B in Siebenbürgen"
(Hermannstadt 1866, 8».) heraus, welches
außer dem Geschäftskalender und den Formu«
larien die Normen über Taufe, Constimation.
Religionswechsel, Gbe, Beerdigung und Schul-
ivesen enthält. f^Tra u sch(Ios.), Schriftsteller-
Lexikon oder biogr.-liter. Denkblätter u. s. w.,
wie bei G eorg S,Nr. 8. Bd. I I I , S.280.) —
16. Louis Schwarz (geb. zu Wien um
das Jahr 1813), ein Sohn des Ludwig
Schwarz bock. der in den Zwanziger'Iah«
ren Choroirector und Baßsänger im Theater
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon