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Schwaiz, Theresia 322 Schwarz. Thomas
(geb. zu Lichtenegg in Niederösterreich 27. Oc-
tober 1802. gest. zu Propstdorf 7. Februar
1862). Der Sohn mittelloser Landleute, der
selbst nicht zu den Studien bestimmt war.
Dennock gelang es ihm trotz seiner Mittel,
losigkeit, freilich mit vielen Entbehrungen
und im gewaltigen Kampfe mit Noth und
Entbehrung, die Studien zu vollenden. Im
Juli 4830 trat er in's erzbischöfliche Seminar
in Wien und trat Zu Zobern im Gebirge in
die Seelsorge. Schon im Jahre 1834 erhielt
er die Pfarre Aspang, welche er nach achtzehn,
jähriger Thätigkeit im I . i852 verließ, um die
Pfarre Propstdorf im Marchfelde zu beziehen.
Im I . 1850 ernannte ihn Erzdischof Milde
zum Consistorialrathe, Dechant und Schul«
districts'Aufseher des Bezirkes Kirchberg am
Wechsel. Ueber seine verdienstliche Thätigkeit
als Seelsorger in Aspang und Propstdorf
berichtet die nach seinem Tode erschienene
Biographie: „Ein Denkstein der Erinnerung,
gesetzt einem würdigen Priester der Wiener
Erzdiöcese, dem hochwürdigen Herrn Simo n
Schwarz, f. e. Consistorialrath, Dechant u.
s. w., in einer biographischen Skizze von
E. L." (Wien 1862, Ludw. Mayer, gr. 8».).
— 18. Theresia Schwarz (geb. zu Michel«
beuern 23. August 1787, gest. zu Salzburg
27. Februar 1864), eine geborne Fellen«
stein er, war Theresia die Gattin des
Co rnel Schwarz, des Vaters ^s. d. S. 317.
Nr. 4). und die Mutter des Benediktiners
und Jugendschriftstellers Heinrich Joseph
3ch. s.S.'293^Z, wie des Salzburger Stadt,
arztes und Botanikers Cornel Schwarz
l^S. 3l7. Nr. 3). Ihr Sohn Heinrich
sep h entwirft, wohl zunächst für seine Ange-
hörigen und Verwandten, ein ausführliches
Lebensgemälde der Mutter in der von ihm
verfaßten Schrift: „Die Geschichte meiner
seligen Mutter, der Wohlgebornen (!) Gnä>
digen Frau(!>) Theresia Schwarz, Land-
richters'Witwe von Saatfelder« aus dem salz<
burgischen Gebirgslande. Herausgegeben von
ihrem dankschuldigen Sohne I>. Heinrich
Schwarz ..." (Salzburg 1864, Selbstver.
lag des Verfassers, 42 S. 8°.) sdie Aus«
rufungszeichen gelten nicht der wackeren, ehr»
baren, in Gott ruhenden Frau, sondern der
Lächerlichkeit der ostentativen, heut zu Tag
ganz ungebräuchlichen Titulatur. C. W.^. —
t9. Therese Schwarz (geb. 13. December
1823), eine Wiener Bürgerstochter, welche,
da sie große Anlage für Musik, besonders
Gesang, zeigte, in beiden sorgfältig ausge, bildet wurde und schon im Alter von 16 Jah-
ren in einem Concerte (l4. November 1841)
mitwirkte, welches zur Errichtung eines Mo-
numentes in der Karlskirche für Glucks
Mozart, Haydn und Beethoven be,
stimmt war. Dieß war ihr erstes öffentliches
Auftreten. Nun ließ sie sich in mehreren
Concerten in Wien, Wiener-Neustadt, Baden,
1843 auch in Prag hören, wo Director Stö-
ger, als er die 18jährige Sängerin hörte,
ihr einen vortheilhaften Antrag für seine
Bühne machte. Obwohl S. keineswegs die
Absicht hatte, sich der Bühne zu widmen,
gab sie doch dem Andrängen Stöger's nach
und betrat am 19. Jänner 1844 in Prag
zum ersten Male die Bühne, die Rolle des-
Maff io Orsini in der Oper: „Lucretia
Borgia" singend. Der Erfolg war ein sehr
günstiger. Von Prag aus machte sie Kunst«
reisen nach Dresden und Leipzig, und zu
Ostern 1846 wurde sie für die Hofoper im
Kärnthnerthor«Theater engagirt, in welcher
sie mehrere Jahre mitwirkte. Sie besaß eine
schöne, zum Herzen sprechende Altstimme sel»
tenen Umfangs, vom tiefen v bis zum ein»
gestrichenen H.5. Ihre schönsten Rollen
waren: obengenannter Ors in i , Rom eo in
„Montecchi und Capuletii", Pierot to in
„Linda von Chamouny". Isabel la in „Ita»
lienerin in Algier", Anius in „Titus", Hed>
wig in „Wilhelm Tell", Rosine in „Bar-
bier von Sevilla", Wahrsagerin in „Die
Ballnacht", Arsace in „SemiramiS". Ger»
trud in „Hans Helling", Bertha in den
„Musketieren der Königin" u. m. a. Auf einer
größeren Kunstreise, welche sie in der Folge in
Deutschland gemacht, sang sie an verschiedenen
großen Bühnen, u. a. in Leipzig und Hamburg
mit großem Beifalle. Wanderer (Wiener
Unterhaltungsblatt, gr. 40.) 1847. Nr. 66:
„Künstler-Gallerie des k. k. Hof.Opernthea»
ters. 12. Therese Schwarz". — Porträt. Als-
Nancy in der Oper „Martha". Lithogr.
von Kaiser (Wien, Witzendorf, Fol., auch
Exemplare im Tondruck und colorirt).^ —
20. Thomas Schwarz. Während Dla-
bacz eines Orgelbauers und Laienbruders
aus dem Jesuitenorden wohl gedenkt, ohne
jedoch ihn ausdrücklich als Böhmen von Ge-
burt zu bezeichnen, nennen ihn Gerber und
wohl nach diesem das Bernsdorf-Schla»
d eb a
ch'sche „Universal-Lerikon der Tonkunst"
ausdrücklich einen Böhmen von Geburt.
Thomas lebte um die Mitte des 18. Jahr-
hunderts und hat sich durch mehrere große
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon