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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32
Seite - 334 -
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Seite - 334 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32

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Schwarzer 334 Schwarzer phen, die Grundsteinlegung zum neuen Irrenhause an Stelle des bisherigen be« rüchtigten Narrenthurmes und einiger anderer öffentlicher Bauten. S. mußte wiederholt um seine Entlassung nach» suchen, ehe er sie erhielt. Er hatte, ob. gleich vermögenlos, nach seinem Aus- tritte auf die Pension, auf die er, so kurze Zeit er Minister war. Anspruch hatte, verzichtet. Von keinem der zahl- losen Minister, die nach ihm kamen und gingen, ist Aehnliches bekannt geworden. Auch aus dem constituirenden österreichi- schen Reichstage war S. kurz vor Spien- gung desselben in Kremsier ausgetreten. Die Zeitung, die er redigicte, gab er nicht selbst auf. sondern sie wurde Polizei« licherfeits eingestellt und der Redacteur der darin enthaltenen, strafbar befunde« nen Artikel wegen mit zweitägigem Arreste bestraft. Nach einem längeren Aufenthalte in Linz kehrte S. nach Wien zurück, um die Hauptredaction des an die Stelle der „Oesterreichischen Zeitung" getretenen Journals: „Der Wanderer" zu über« nehmen. Diese führte er bis Mitte 1834. Nun traf er Vorbereitungen zur Heraus» gäbe eines neuen Journals, betitelt: „Die Donau", womit er alle bisherigen Wiener Blätter in den Schatten stellen wollte. Ein Freund S.'s, ein ehemaliger, damals in Mannheim wohnender Ma- rine-Officier, der über bedeutende Mittel verfügte, hatte ihm die nöthigen Fonds zur Begründung des Blattes unter den leichtesten Bedingungen gegeben. S. war es gelungen, schriftstellerische Notabilitä» ten, wie Bernhard Cotta, Fallme« rayer, Lingg, Tschuoi u. A., für dasselbe zu gewinnen, und Wiens jün« gere, lebensfrische Kräfte, wie Sem- titsch. S t i f f t . Valdecku. A., wirk- ten als ständige Mitarbeiter an dem in der That seltene Lebendigkeit und Frische entfaltenden Blatte mit, welches durch den Saphir-Valdeck'Scandal, der sich im ersten Vierteljahre 4836 ab. wickelte, literarhistorische Bedeutung er. halt. Derselbe gipfelte in einem der schaaleften Witze Saphir 's, dessen wir hier gedenken, um einer in späteren Iah« ren leicht möglichen bibliographischen Irrung vorzubeugen. Es erschien näm- lich die: „Prachtausgabe sämmtlicher Schriften der „Wiener modernen Classi» ker". 1) Semlitsch. 2) Ernst von Schwarzer. 3) Rudolph Valdeck. Nach ihren Originalwerken gewissenhaft gesammelt, zusammengestellt und heraus- gegeben von M. G. Saphir . Kein „Kochbuch" — also Druck und Verlag nicht bei Carl Gerold". Worin bestand diese Prachtausgabe? I n vier Quart» seiten, die als Beilage zum Montagsblatt 1836, Nr. 13 des „Humoristen" erschienen war, deren erste Seite obigen Titel mit Titelschrift vorwies, deren zweite und dritte Seite unbedruckt waren, und letzte, auch leere Seite am unteren Rande die Anmerkung für den Buchbinder enthält: „Die Herren Buchbinder werden gebeten, auf Ordnen und Heften der Bögen große Aufmerksamkeit zu verwenden, damit kein Clasfiker aus dem Leim gehe. Der Her« ausgeber". Solche Dinge, wie sie nicht schlimmer in der Zeit tiefster Erniedrigung der Sedlnitzky'fchen Censur-Placke» reiewAera vorkamen, konnten noch nicht ein Iahrzehend nach dem gepriesenen Frei- heitsjahre 1848 sich ereignen! War da nicht Solferino nöthig? Zwei Jahre hielt Schwarzer das Blatt, das schon nach wenigen Monaten fühlbar nachließ, da Einnahmen und Ausgaben desselben in zu schreiendem Mißverhältnisse gegen ein« ander standen. Die „Donau" hatte wäh- rend der zweijährigen Dauer 60.990 fl. verschlungen. Zum Ueberstuffe war
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Band 32
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schrötter-Schwicker
Band
32
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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