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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32
Seite - 335 -
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Schwarzer 335 Schwarzer Schwarzer, der kein Mittel unversucht ließ, um sich über dem Wasser zu halten, in die Hände eines Gauners gerathen und sein Ruin war fertig. Die „Schle- fische Zeitung« 1836, Nr. 349, erzählt im Feuilleton die „Affaire Schwarzer- Pollak" ausführlich. Schwarzer stand nun da ohne Pension, ohne Blatt, ohne Vermögen, ein mit Frau und reich mit Kindern gesegneter Familienvater l Mit der 40.000 ft. großen Caution hatte er seine Gläubiger befriedigt; er war nun auf seine eigene, durch jahrelange Miß« erfolge auch nicht mehr ungeschwachte Kraft angewiesen. Seit er sich unfrei- willig von der Journalistik zurückgezogen, lebte er, abgeschieden von aller Welt, mit Arbeiten beschäftigt, mit denen ihn einige leitende Staatsmänner und Prlvat'In« stitute, welche seine Fähigkeiten zu wür< digen wußten und ihm so unter die Arme griffen, beschäftigten. So lieferte er in diesen Jahren, nach 1836, in den Bureaux deS stabilen Katasters arbeitend, stati« stischeTabellen für dieBesteuerung Oester» reichs und allerlei Gründungsvorarbei« ten für die Versicherungs-Gesellschaften „Vindobona" und für die zur Bereiche« rung seiner Actionäre mit dem Gelde der Versicherten gegründete (Schreiber dieses spricht aus eigener Erfahrung) Verfiche- rungs-Gesellschaft „ Anker "^ Die letzten zwei Jahre siechte S. an einem schweren, unheilbaren Leiden dahin, von dem ihn im Alter von erst 32 Jahren der Tod erlöste. Seinem Leichenbegängnisse ga- ben sämmtliche Wiener Journalisten, Dichter und Schriftsteller und sein ehe« maliger Minifter>College Freiherr von Doblhoff das Geleite. Schwarzer's schriftstellerische Thätigkeit beschränkt sich außer der bereits erwähnten „Industrie- karte" und einem „Berichte über die öster- reichische allgemeine Inimstrie-Anstellnng des Jahres 1852" noch auf eine Karte und zwei Werke: „Oa?^a cksö LS 666." si'risst 4846) I^Q ein Folioblatt); — „Oesterreichs Tand- und Zechllndel mit Hinblick llni Industrie- nnil Schiffahrt" (Triest1846. Fauaryer. gr.8o.). welches auch als 4. Theil eines größeren Werkes über Oesterreichs Industrie, Land« und Seehandel erschien; — „Geld und Gut m Nm-Gesterreich" (Wien 1837, Wal- lishauffer, gr. 3".), ein Werk. worin schätzbares statistisches Material mit gro- ßer Gewandtheit gruppirt, der an sich trockene Gegenstand in geistvoller, anre- gender Weise behandelt und volkswirth- schaftliche Ideen durch, die anziehende Formseiner Schreibweisepopularifirt wer» den. Gin größeres Werk, an dem er Jahre hindurch arbeitete, das aber ungedruckt geblieben, betitelte sich: .Allkunde". Aus einer zweimaligen Ehe hinterließ er eine zahlreiche Familie. Ein Sohn Guido ss. d. S. 337, Nr. 4^ ist an einer Forst- schule angestellt. Eine Tochter Clara hatte als Erzieherin den Kampf um's Dasein aufgenommen. Sie brach unter der Wucht hereinstürmender schwerer Prüfungen, nachdem sie ein letztes Asyl im Krankenhaufe Bethegda zu Pesth ge- funden, unter der liebevollen Pflege barmherziger Schwestern in der Blüthe ihrer Jahre zusammen. Die Tochter eines österreichischen Ministers starb im Kran- kenhause! Eine andere Tochter ist an den Wiener Journalisten Lecher verhoira« thet. Schwarzer war eine Persönlich- keit, die ein besseres Loos verdient hatte, als ihr zu Theil geworden. Er besaß ganz daS Zeug, um ein „österreichischer
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Band 32
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schrötter-Schwicker
Band
32
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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