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Werke längst vorhanden, aber Niemand
paßte weniger zur Lösung einer solchen
Aufgabe, welche Gründlichkeit und sorg-
fältige Behandlung erfordert, als der
leichtfertige, seichte Schweickhardt.
So begann er denn zu Anfang der Drei«
ßiger«Iahre die Herausgabe der „Zar-
Stellung des Grzherzllgthums Oesterreich unter
der Gnns durch umfassende Beschreibung aller
Vnrgen,Zchlä25er, Herrschaften, staute, Märkte,
Z'örker u. s. ül., toullgraphisch-statiZtisch-genea-
lllgisch-histarisch bearbeitet". Davon sind er>
schienen das „Viertel Anter-Miener-Wald",
7 Bde. (Wien 1831—1833. Ign. Klang.
gr.8o., mitK.K.); — „Viertel Nnter-Man-
hardsberg", 7 Bde. (ebd. 1833—1837,
mit K.K.),' — „Viertel Mer-Mener-Wald",
14 Bde. (ebd. 1833-1838, mit K. K.)',
— „Viertel Gber-Nlanhartlsberg", 7 Bde.
(ebd. 1839—1840. mit K. K.). Dieses
ganz unkritische, mit rücksichtsloser Leicht-
fertigkeit zusammengestoppelte Werk er«
fuhr im Hormayr'schen „Archiv", als
dasselbe bereits von Kal t en back fort-
gesetzt wurde, zu Anfang der Dreißiger-
Jahre eine ausführliche, vernichtende, mit
Nachweisen der zahllosen Unrichtigkeiten
und Irrthümer belegte Kritik. Außerdem
gab. S. noch heraus: „Nas Herzogthnm
sahbnrg. Historisch - topographisch - statistisch
bearbeitet. 2. Nand. Geschichte" (Wien 1839.
Ign. Klang, mit 6 K. K.) und /Geschrei-
düng der Haupt- und AesidenjStadt Wien. Ge-
'schichte der Stadt. Hanptdarstellung der Stadt.
Beschreibung der Merkwürdigkeiten der A M
und der ZA Vorstädte". 3 Theile (Wien
4839, Ign. Klang. gr. 8"., mit 16K.K.).
Alsdann begann er die Bearbeitung
einer Perspectivkarte des Eczherzogthums
Oesterreich unter der EnnS, im Maßstabe
sechszeh'n einhalb Mal größer als die
damals vorhandene und ihrer Genauig«
keit wegen mit Recht geschätzte General«
stabSkarte. Dieser Atbas S.'S, in Vogel« perspective ausgeführt, war auch nichts
weiter als eine Speculationsarbeit. die
Zahl der Blätter, deren im Ganzen auf
160 erscheinen sollte, warbiS etwa 8l) oder
1W gediehen, und dann plötzlich von den
Topographen, die für S., der seinen Ver-
pflichtungen nicht nachkam, nicht weiter
arbeiten wollten, abgebrochen worden.
Eine andere Sveculation, denn etwas
Anderes waren S.'s Unternehmungen
nicht, wardas sogenannte „Oesterreichische
Museum", welches die Reihenfolge der
österreichischen Regenten und die topo>
graphisch'statistisch.historische Darstellung
aller k. k. österreichischen Staaten um«
fassen sollte, aber auch unvollendet ge«
blieben ist. Die Reihenfolge mit Kar l
dem Großen beginnend, ist es etwa bis
Friedrich I I I . dem Schönen vorge«
rückt. Schließlich erschien anläßlich deS
Brandes, welcher die Stadt Wiener-Neu«
stadt in Asche gelegt, von S. eine „Zar-
Stellung der K. k. Staat Mener-Nenstadt, tupa-
graphisch.statistisch-historisch, nan der Gntste-
lzung A92 ais 3. September I85Ä; als dem
Gage ihrer Verunglücknng imrch Feuer". 2 Lie-
ferungen mit K. K. (Wien 1834). Ge-
naue bibliographische Angaben der Ar«
oeiten S.'s, da sie reine Speculations»
Unternehmungen waren, mit denen sich
der regelrechte Buchhandel nur wenig
oder gar nicht befaßte, lassen sich nicht
machen, denn mit Ausnahme der „Topo»
graphie NiederösterrcichS" und der „Dar-
stellung Wiens" fehlen' seine übrigen
Druckschriften in den Bücherkatalogen.
Auch über seine Lebensschicksale fehlen
alle Nachrichten. Nur das Folgende be-
ruht auf amtlichen Erhebungen, S.
maßte sich den Adel an und schrieb sich
Schweickh ardt von Sickingen. I n
der That eristirte eine solche Familie, als
er aber aufgefordert worden, seine Ab»
stammung nachzuweisen, war er es nicht
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon