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Schweickhardt 330 Schweiget
im Stande zu thun. Als er nichtsdesto.
weniger sich von Sickingen zu schrei-
ben fortfuhr und noch dazu lügenhafte
und falsch extraHirte genealogische Aus
weise ( I M ) vorlegte, wurde er (1836)
zu achttägigem Arreste oder hundert
Gulden Geldstrafe verurtheilt. Diese
letztere wurde dann aus Gnade, mit
Rücksicht auf seine mißlichen Vermögens
Verhältnisse (da er in Concurs war) und
auf seine „vaterländischen Leistungen
auf die Hälfte (50 fi.) herabgesetzt. Aus
diesen Verhandlungen ist ersichtlich, daß
er ein „Bureau für vaterländische litera-
rische Werke" etablirt hatte. Was weiter
mit ihm geschah, ist nicht bekannt. Im
Jahre 4843 lebte er noch, aber in dem«
selben Jahre starb seine Frau Wtlerchen-
feld Nr. 13). angegeben als „Gattin des
Schriftstellers Fr. Schweickhardt".
Es wurde oben bemerkt, daß er auch die
Akademie der bildenden Künste besucht
und gemalt hat. I n der That führt ihn
auch Nagler irr seinem „Künstler-Leri
kon" als'Zeichner und Maler auf, ohne
jedoch über seine Arbeiten in dieser Rich»
tuwg Näheres mitzutheilen. Nun finden
sich hie und da Andeutungen, die ihn
auch in dieser Eigenschaft qualificiren.
Das Hormayr'sche „Archiv für vater«
ländische Geschichte" 1823, S. 838, be-
richtet von einem Maler Schweig»
hardt (die Abweichung in der Schreib»
art Schweig hardt statt Schweick-
ha rot will wohl nicht viel bedeuten),
der die Gemälde in Zotkiew restaurirt
hat; die IahreS'Ausstellungen in der
k. k. Akademie der bildenden Künste bei
St. Anna in Wien brachten in den Iah»
ren- 1836—4843: Bildnisse, Studien-
köpfe und Genrebilder: „Ein altes Weib,
Geld zählend" (1836); — „Der Bettler"
(1840); — „Die Verlassenen" (1843),
von einem Joseph von Schweick» hardt; endlich berichtet die B 5 uerle»
sche „Theater-Zeitung" 1846. Nr. 131.
S. 603, von einem Altarblatte in
Stockerau, das von einem Maler
Schweickhardt gemalt sei. Da schließ«
lich Alexander Patuzzi in seiner Liste
der Maler in seiner' „Geschichte Oester-
reichs" (Bd. I I , S. 343) obigen
Schweickhardt als Topographen und
Maler zugleich aufführt, »so liegt die
V.ermuthung nahe, daß der Zotkiewer
Reflaurator. der Aussteller bei St. Anna
und der Maler des Stockerauer Altar«
bildes eine und dieselbe Person sind.
Nagler (G.K.Oi-.), Neues allgemeines Künst»
ler.Ierikon (München 4839, Fleischmann, 3«.)
Bd. XVI , S. 132. — Kataloge der Iah.
res'Ausstellungen in der k. k. Akademie der
bildenden Künste bei St. Anna in Wien (8<>.)
1836. S 21. Nr. 247; 1839, S. 24, Nr. 338
339 u. 331; 1840. S. 16, Nr. 206; 1843.
S. 14.' Nr. 130. — Noch entsinne ich mich
eines galizischen Malers, Namens Karb
Schweikart, der in den Dreißiger» und
Vierziger<Iahren in Lemberg lebte und malte,
von dem ich in einer der dortigen Ausstellun»
gen nachfolgende Bilder mit Darstellungen
aus der Mythologie und Griechenzeit sah:
„Amor und Psyche"; — „Der schlafende
Amor"; — „Sappho"; — „Der Spruch der
Psyche". Vielleicht ist der Nestaurator der
Zolkiewer Bilder dieser Lemberger Maler
Schweikart, den das Hormayr'sche Ar«
chio nur unrichtig Schweighardt schreibt.
Schweiget, auch Schweigt, Andreas
(Bi ldhauer, geb. zu Brunn 30. No-
vember 1733. gest. ebenda 24. März
1812). Andreas Schweigel's Vater
Anton (gest. 23. April 1761) war Bür-
ger in Brünn und daselbst als Bildhauer
ansässig. Er arbeitete in der ersten
Hälfte des 18. Jahrhunderts und galt
zu seiner Zeit für einen tüchtigen Meister.
Als Werke seines Meißels werden die
Bildhauerarbeiten in der Kirche zu Kyri'
tein in Mähren und ein Crucifix von
Stein in der Kirche zu Zwole bezeichnet.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon