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ausgearbeitete Reliefkarte des Bosporus
und von Constantinopel zur Ausführung
und im Jahre 1873 zur Ausstellung.
Endlich veranstaltete Sch. in demselben
Jahre in einem eigenen Pavillon
) eine Specialausstellung zur
Illustration des orientalischen Handels,
als Theil der Darstellung deö Welthan»
delS. Für diese seine Leistungen auf han«
delspolitischem Gebiete wurde ihm so«
dann von der internationalen Jury der
Weltausstellung 1873 die höchste AuS-
zeichnung. das Ehrendiplom, zuerkannt.
Für seine Wirksamkeit auf geographisch«
commerciellem Gebiete ist er spater nach
Schluß der internationalen geographischen
Ausstellung in Paris, bei welcher er durch
konoradie ausgezeichnet wurde,
von der französischen Regierung zum
Oküoior ä.'lnLtruoti0u. ernannt worden.
Während der Weltausstellung 1873 be-
gründete Sch. das Comit6 für den Orient
und Ostasien, das, nach Schluß der Aus«
stellung. auf seine Anregung und unter
seiner Leitung in das „orientalische
Museum" umgestaltet wurde, daS
heute unter den Instituten ähnlicher Art
einen hervorragenden Rang einnimmt.
Sch. bekleidet im orientalischen Museum
die Stelle eines Vicepräfidenten. Von der
k. k. geographischen Gesellschaft in Wien,
die Sch. bereits im Jahre 1869 zu ihrem
correspondirenden Mitgliede ernannt
hatte, wurde derselbe im Jahre 1873 in
den leitenden Ausschuh gewählt, in dem
er noch heute thätig ist. Außerdem
ist Sch. vom egyptifchen Institute, sowie
von mehreren anderen gelehrten Gesell-
schaften des In< und Auslandes zum
Mitgliede gewühlt worden. In seinen
amtlichen Wirkungskreisen war Sch. in
Egypten sowohl während seines dortigen
Aufenthaltes als auch spater insbesondere
in der Frage dös SuezcanalS, in jener der Justiz« und Finanzroform und auf
administrativem Gebiete in hervor-
ragender Weise thätig. Die österr.»ungar.
Consulargemeinde in Alerandrien ließ
zum Andenken an seine dortige Wirksam-
keit als Consul eine goldene Medaille
mit seinem Bildnisse prägen. In Constan«
tinopel verdankt die österr.»ungar. Colonie
seiner Initiative die Constituirung als Ge-
meinde und Handelskammer; unter seiner
Leitung wurde die dortige Nationalschule
erweitert; im Verkehr mit der Pforte war
er sowohl auf dem judiciellen Felde als
auch insbesondere bei der Revision des
Zolltarifs thätig. In seinen amtlichen
Wirkungskreis in Wien entfielen bisher
alle seit 1873 stattgefundenen Negocia-
tionen handelspolitischer Natur mit dem
Auslande. Im Gefolge Sr. Majestät des
Kaisers ging Sch. i. I . 1874 nach St.
Petersburg und im folgenden Jahre nach
Venedig zu den Zusammenkünften mit dem
Kaiser von Rußland und dem König von
Italien. ImILinter von 4873 auf 1876
negocirte er in Rom den neuen Handels»
vertrag mit Italien, nachdem er vorher
jenen mit Rumänien abgeschlossen hatte.
An den Ausgleichsverhandlungen zwischen
Oesterreich und Ungarn war Sch. vom
Herbst 1875 an und bis zum Abschlüsse
in hervorragender Weise betheiligt. Im
Jahre 1869 wurde Sch. von Sr. Ma>
jestät dem Kaiser durch die Verleihung
der eisernen Krone I I I . Classe auSge»
zeichnet und in Folge dessen im nächsten
Jahre durch den Ritterstand geadelt.
Nach Schluß der Weltausstellung 1873
erhielt er das Ritterkreuz des St. Ste»
phanordens und wurde später, im Jahre
1873, in den erblichen Freiherrnstand er»
hoben. Schwegel ist seit 1868 mit
Mar ia von Batt ist i di San Gior»
gio vermählt. Von feinen fünf Geschwi-
stern, von denen der älteste i. 1.1874 ver-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon