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Schweighofer 361 Schweigl
österreichischen Seehandlung" sich ver«
dient machte".
OefterreichischeNational«Encyklovä-
die von Gräffer und Czikann (Wien
1837. 80.) Bd. IV, S. 624. — Noch sind
anzuführen: 4. Franz Schweig hofer,
gebürtig aus Brixen in Tirol, der zu Ende
des vorigen und in der ersten Hälfte des lau-
fenden Jahrhunderts lebte. Er stand ursprüng»
lich als Straßenmeister und Ingenieur zu
Innsbruck in kaiserlichen Diensten, lenkte aber
durch die schönen Landschaften, die er malte,
die Aufmerksamkeit des durch sein Panorama
von Innsbruck bekannt gewordenen Friedrich
Rehderg — und nicht Nechberg, wie er
im tirolischen Künstler-Lerikon genannt wird
— auf sich. Rehberg hatte nämlich l819
von Kaiser Franz den Auftrag erhalten, ein
Panorama von Innsbruck auszuführen. Er
vollendete auch das Ganze auf fünf Blättern
(k 20 Zoll lang und 14 Zoll hoch) in über.
laschender Weise und brachte die fertige Arbeit
nach Wien. Dahin nahm er nun den Inge»
nieur Schweighofer mit, der dort über
Verwendung eines Cavaliers, den das tiro»
lische Künstler>3erikon Graf H ad ek (?) nennt,
als Lehrer an der Kunstakademie in Prag
angestellt werden sollte. Nagler läßt ihn
mit Bestimmtheit angestellt sein. Tschischka
aber in seinem „Kunst und Alterthum im
österreichischen Kaiserstaate" berichtet S. 398,
„daß,S. um 1820 in Wien gelebt habe, nun
aber (1836) wieder in Tirol sich befinde".
So scheint eS entweder mit dieser Prager
Anstellung nichts geworden zu sein, oder aber
S. dieselbe nicht angenommen zu haben.
S. hat mehrere Tiroler Landschaften mit
künstlerischem Geschick gezeichnet und die Her»
ausgäbe derselben in lithographirten Blättern
begonnen, von denen die folgenden bekannt
sind: „Hauptschloß Tirol bei Meran"; —
Schloß Amras bei Innsbruck"; — «Der
Suldner Ferner"; — „Die Erdpyramiden
bei Lengmoos und St. Ottilia". l^Tir o l i .
schesKünstler-Lerikon (Innsbruck 1830.
Felician Rauch. 8°.) S. 231. — Nagler
(G. K. Dr.). Neues allgemeines Künstler.
Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann,
8°.) Bd. XVI, S. 135. — Note für Tirol
und Vorarlberg 1822, S. 8.) — 2. Johann
Michael Schweighofer (geb. zu Wien
1806). Sein Vater war Pianoforte« und
Orgelbauer in Wien. der seiner Zeit durch
die guten Instrumente, die er erzeugte, in der Musikwelt einen guten Namen besaß. Der
Sohn erlernte das Geschäft zuerst bei seinem
Vater, dann bei Johann Promberger,
einem geschickten Clavierfabn'kanten in Wien.
und dem Vater des als Tonseher bekannt
gewordenen Ioh. Promberger ^Bd. XXIV,
S. 10). In der Folge begab S. sich auf
Reisen, besuchte auf denselben Deutschland,
Frankreich und England, und nach seiner
Rückkehr begründete er 1832 ein eigeneS
Geschäft, das bald in Blüthe kam. da es
Instrumente lieferte, welche die Vorzüge eines
schönen Tones, dauerhaften Mechanismus
und sehr solider Structur in sich vereinigten.
^Schill ing (G. Dr.), Das musikalische
Europa (Speyer 1842. F. C. Neidhard, gr. 8°.)
S. 3l0. — Gaßner (F. S. Dr.). Univer«
sal'Lerikon der Tonkunst. Neue Handausgabe
in einem Bande (Stuttgart l849, Frz. Köhler,
Lel. 80.) S. 767.)
Schweigt, siehe: Schweige! ^S.330).
Schweitzer, Friedrich (Numismati«
ker, geb. zu Oberhel ferswi l l im
Schweizer Canton St. Gallen 7. Jan-
ner 4814, gest. zu Salzburg im
Herbste 1862). Sein Vater Kar l war
Fabrikant zu Lichtensteig in der Schweiz,
seine Mutter Susanna Barbara eine
geborne Wi r th . Die erste Erziehung be«
sorgte, da die Interessen des Geschäftes
den Vater fast ausschließlich in Anspruch
nahmen, die Mutier, an welcher der
Sohn auch mit aller Liebe und Innigkeit
zeitlebens hing. Für den Handel be-
stimmt, kam der junge S. nach Genf,
wo er eine für diesen Zweck bestimmte
Ausbildung erhielt, ohne daß jedoch auch
andere Disciplinen, die eben nicht gerade
in den Kreis des Kaufmanns gehören,
vernachlässigt wurden. Der an den Ver-
kehr mit der Welt gewöhnte Schweitzer
faßte auch die Erziehung kosmopolitisch
auf, dieselbe durchaus nicht in die engen
Schranken seines jeweiligen Berufes ban-
nend. Im Jahre 1830, damals 16 Jahre
alt, kam der junge Schweitzer in ein
Handlungshaus nach Triest. Als er nach
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon