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Schweiher 364 Schweitzer
(p. 178) — und „Osl
äi 2iaun6 lnoneto" (p. 188). Bei seinen
Forschungen und Sammlungen alter
Münzen und Medaillen gelangte S.
unwillkürlich in Besitz mancher Aulogra«
phen, wovon er allmälig auch eine an>
sehnliche Sammlung werthvoller Stücke
zusammengebracht hatte. Noch sei seiner
interessanten Mittheilungen über Paga-
nini, Mittheilungen, die nicht aus
Hörensagen, sondern auf eigenen Wahr-
nehmungen beruhen, erwähnt. Durch die
Bekanntschaft mit einer dem berühmten
Geiger verwandten Familie war S. in
persönliche Begegnung mit Paganin i
gekommen, und diese eigenen Beobach-
tungen und Erfahrungen sind es, welche
uns Schweißer über den großen Vio-
linisten mittheilt. Schon seit mehreren
Jahren, ja bald nach Herausgabe seines
größeren Werkes über die Münzen und
Medaillen von Aquilcja undVenedig fühlte
S. sich leidend. Aber sorgfältige Pflege
und zeitweilige Luftänderung, namentlich
in seiner Heimat, der Schweiz, hemmten
den rascheren Fortschritt seines unheil«
baren Uebels. Im Herbste 1862 krän-
kelnder denn je, wollte er wieder Linde-
rung in den Bergen seinerHeimat suchen;
aber sein Leiden nahm so sehr überHand,
daß er seine Rückkehr nach Trieft be»
schleunigte; doch, kaum hatte er Salz-
bürg erreicht, konnte er nicht weiter reisen
und wurde so schwach, daß er in den
Armen feiner zweiten, ihm feit 1830
angetrauten Gattin Amalie. gebornen
B u g a t i , erst 48 Jahre alt. seine
Seele aushauchte. Seine erste Gemalin,
mit ihm seit 1840 vermalt, eine geborne
Angela Panciera. starb im Jahre
1848, nachdem sie ihm zwei Töchter ge-
schenkt, welche den Vater überlebten.
e, 3I-. 8".) 1869, 3, x. 183: „NIoFio äi V'eäsrioo 8ok^6it2«!- äsi pro-
5S550I-6 ^.ut. äs stLwbüodsi Rksin^aU".
— I/Istri«. (irieLtK, 4».) H^uo Hl,
x. 36—38. — Noch sind bemerkenswerth:
1. Alois Schweizer (geb. zu Linz 1816).
dessen Nagler in seinem Künstler-Lerikon
(Bd. XVI, S. 438) als eines Malers gc<
denkt, der mit seinen Eltern oon Linz nach
Kufftein übersiedelte, im Jahre 1836 nach
München kam. wo er die königliche Kunst»
akademie besuchte und sich an derselben meh.
rere Jahre in der Genre« und Landschafts-
maleiei ausbildete. Darauf in seine Heimat
(Linz oder Kufstein?) zurückgekehrt, lebte er
dort (1846) seiner Kunst. Ueber seine Arbei.
ten liegen keine Nachrichten vor, in den Aus«
stellungen und Kunstkatalogen erscheint weder
sein Name noch eines seiner Werke. — Hin»
aegen trat im Jahre 1871 ein Künstler 2. I .
Schweizer in den Monats-Ausstellungen
des österreichischen Kunstvereins auf. von dem
1871, im Juni: ein „Männlicher Studien»
köpf"; — im October.- ein „Weiblicher Stu«
dienkopf" (70 f!) — und 1872. im November:
ein „Männlicher Studienkopf" (100 fl.) zu
sehen waren,' über den aber sonst auch keine
Nachrichten vorhanden sind. lMonats,Ver>
zeichnisse der Ausstellungen des österreichi,
schen Kunstoereins. 1871, Juni Nr. 189. Oc«
tooer.November Nr. 6; 1872. October.No.
vember Nr. 58.) — 3. Einen Johann
Schweizer, ehemaligen Traubemvirth auf
der Wieden in Wien. schildert aber ein F.
Masaidek im Feuilleton der Zeitung Wan»
derer (Wien, Fol.) 1868, Nr. 380, als „poli,
tisches Opfer des IahreS 1848" und beschreibt
die Odysseusfahrten oon einem Gefängnisse zum
andern dieses ehemaligen Hauptmanns der
Wiedener Nationalgarden, der „unschuldiger
Weise" nicht weniger denn fünf Jahre und
vier Monate in Kerkerhaft zugebracht, in sol»
cher Weise, daß die ganze Schilderung, un<
geachtet dessen, daß bei den damaligen Aus»
nahmsgerichten Vieles möglich gewesen, was
in einem geordneten Staatswesen kaum denk»
bar, übertrieben oder gar unglaublich klingt,
und ein eingehendes Studium dieser Verband«
lungen nach den Acten zur Ehre des österrei«
chischen Richterstandes die nicht unverdienst»
liche Aufgabe eineS angehenden Richters
wäre. — 4. Ludwig Gerber in seinem
„Neuen historisch-biographischen Lexikon der
Tonkünstler" (Bd. IV, Sp. 171) gedenkt auch
eines Leopold Schweizer. auS Neuarad
im Banat gebürtig, den er als geschickten und
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon