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Schwemminger 368 Schwemminger
gründlichen Claviermeister schildert. Derselbe
war in der Musikkapelle des Stephansdoms
als Violinspieler angestellt und hat im Jahre
1799 bei Eder in Wien „VI vkriktloii5 p.
!o Olav. Lui- !o tksni6 „O mein l ieber
Augustin" im Stiche erscheinen lassen. —
Ebenda berichtet Gerber auch über einen
5. W . Schweizer, als noch unbekannten,
wahrscheinlich in Wien lebenden Tonkünstler.
von dem in den Jahren l8O2 und 1803
„ I I I Duos pour 2 ViolonL", 0p. 1; —
„ I I I 8oi!2.t65 x. Is Olav. aveo uns I'I.",
Op. 5, im Stiche erschienen sind. welche ,ge»
rühmt werden".
Schwemminger, Heinrich (Historien-
mal er. geb. im I . 1803, n. A. 4804).
Wohl ein Sohn des Porzellanmalers
Anton ^S. 370 Nr. 1^ und Bruder
des Landschafters Joseph Sch. Seine
Ausbildung erhielt er an der Akademie
der bildenden Künste in Wien, wo er sich
mit großem Erfolge der Historienmalerei
zuwendete. Zu Anfang der Dreißiger«
Jahre finden wir ihn in München, wo
er mit Schwind, Schaller und deren
Freunden viel verkehrt. Im Jahre 4833,
n. A. 4837, ging er nach Rom, wo er
mehrere Jahre verweilt haben mochte,
denn die Frankl'schen „Sonntagsblat«
ter" melden noch im Jahre 4842 von
einem Werke Schwemminger's: „Da«
vid, über dem erschlagenen Goliath Gott
für seinen Sieg dankend", welches im
römischen Kunstverein im Jahre 4842
ausgestellt gewesen. Im I . 4843 besin-
det sich aber der Künstler bereits in Wien,
wo er im folgenden Jahre die Stelle
emeS zweiten Custos an der gräflich
Lamberg'schen und akademischen Bil-
dergallerie erhielt, da der bisherige zweite
Custos. Leopold S ch u l z >^Bd. XXXII ,
S. 483^ als Corrector für die Abihei.
lung der Historienmalerei an der kaiser»
lichen Akademie der bildenden Künste
angestellt wurde. Diesen Posten versah
S. bis zum Jahre 4364, in welchem ihm der Staatsminister Ritter von
Schmerl ing die des ersten Custos an
derselben Anstalt verlieh. Eine der ersten
Arbeiten, mit welcher der Künstler Auf«
sehen erregte, waren seine „Kraniche deS
Ibikus" nach dem Gedichte Schil ler's;
der Künstler wählte den Moment, in
welchem der von den Mördern durch»
bohrte, auf der Erde liegende Ibikus die
vorüberfliegenden Kraniche zu seinen
Rächern aufruft. Das fast lebensgroße
Bild (Leinwand. 5 Schuh 8 Zoll hoch,
6 Schuh 8 Zoll breit) kauften Se. Maj.
der Kaiser für die Belvedere-Gallerie. wo
es sich noch befindet. I n den Iahres-AuS-
stellungen in der k. k. Akademie der bil-
denden Künste begegnen wir dem Künstler
zum ersten Male im Jahre 1823 zu-
gleich mit (seinem Bruder) Joseph
Schwemminger . Wahrend dieser
zwei in Oel gemalte Landschaften aus«
stellte, war Heinrich Sch. durch zwei
Lithographien. nämlich das berühmte
Bild: „Nie Judith", nach I . Bel l ino,
und daS „Nrtheil. d?5 Par:5". nach Man«
tegna. vertreten. Nun folgten in der
Neihe von Jahren mit oft längeren, oft
kürzeren Unterbrechungen mehrere Arbei»
ten des Künstlers, welche immer Aner«
kennung fanden und Zeugniß geben sei«
nes hervorragenden Talentes. So sind
zu nennen die Oelgemälde im Jahre
1832: „Ner Ohmmrr"; — 1334: „Nlr
Fischer", nach dem Gedichte vonGoethe;
— 1635: „Nie heil. Maria mit Zl2U5 nnti
Johannes"; — 1836: „Nie H.Familie"; —
1838: „Ik5N3, Maria, Johannes üer Ganilr
und dir nm GllllngrliZten", Entwurf zu einem
Altargemälde-. — 1839: „H. Nasalia":
— 1841: „Nie Zchleiertkünng jll RlllLtrrnrn-
bürg"', — 1842: „Nie Gntstchnng nan
Marill.Hitzing": — 1843: „Muiu dankt
Dutt kür den sieg iiber Goliath", welches den
Reichel'schen Preis (400 fl.) erhielt'.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon