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Serinyi, Gabriel Seränyi. Gabriel
rant theilnahm, sondern sich als einer
der eifrigsten Landtagsmitglieder be>
wahrte. Graf Gabr ie l widmete auf
dem Landtage seine besondere Sorgfalt
-den Angelegenheiten der bäuerlichen
Bevölkerung, deren Lage zu verbessern
und verhältnißlnaßig zu erleichtern, feine
Hauptaufgabe war. So ging sein nach»
stcS Streben dahin, daß das Land für
das Militär, vornehmlich für die Caval«
lerie, Kasernen erbaue, um den Landmann
von der ebenso drückenden als die Bevöl-
kerung demoralifirenden Last der Ein»
quartierung zu befreien. Dadurch gewann
der Graf unter der Landbevölkerung
große Beliebtheit, und es fehlte nicht an
Adressen und sonstigen Beweisen, worin
ihm diese Gefühle öffentlich ausgespro-
chen wurden. I n Sachen der land«
lichm Vorschußcassen entwickelte er solche
Rührigkeit, daß. als im Jahre 1867 die
Vertreter dieser Angelegenheit zu einer
Berathung zusammenkamen, der Graf
von der Mehrzahl der zu dieser Bera«
thung Herbeigekommenen zum Präses
derselben erwählt wurde. Ebenso be«
schaftigte ihn sehr die Angelegenheit der
Bezirksvertretungen, bei welchen er auf
möglichst große Autonomie hinarbeitete.
Der Graf. der eine ungewöhnliche politi»
sche Gewandtheit besaß, eine Eigenschaft,
die ihm als Bürger eines Landes, das
im ConstitutionaliSmuS seit Iahrhunder«
ten gestahlt ist. gleichsam angeboren war,
schloß sich in Mähren begreiflicherweise
der Partei an. welche an den historischen
Rechten festhielt und unterstützte und för«
derte im mährischen Landtage, welchem
er seit 1861 angehörte, mit aller Kraft
daS von demselben aufgestellte Programm,
lleberdieß war er auch Beisitzer des Lan«
des-Ausschu ffes und zuletzt Vice.Prasident
desselben. Zur Zeit, als er noch Honorar«
Assessor des ungarischen Münz« und Berg« wesen. InspectoratS. OberamteS Nagy-
BHnya war, schilderte er die Verhält«
niffe der Umgebung dieses Ortes in den
.Mittheilungen von Freunden der Natur«
Wissenschaft in Wien" ^Bd. I I (1847).
S. 37 und 62j. Graf Gabr ie l war
seit 30. Mai l843 mit henr ie t te
geborene Freiin von Hentschl zu
Gutschdorf vermalt. auS welcher
Ehe sechs Kinder: zwei Söhne, Otto
und Vic tor , und vier Töchter entstam«
men, welche aus der angeschlossenen
Stammtafel ersichtlich sind.
8v6to2or (Prager illustr. Bllltt. kl. Fol.)
4868, Nr. 4«. S. 385: «Urads Nablisl
Porträt. Unterschrift: „lli-ads ssrsu^i 6ä-
bor". Gezeichnet F. Krieh über. Schulz so.
(Holzschnitt).
Zur Genealogie der Vrafen Serenyi. Die S erö.
ny i , welche auch Szörsny i geschrieben
erscheinen, sind ein ursprünglich polnisches
Geschlecht, welches bald nach Ungarn kam,
im 16. Jahrhundert auch in Mähren Besitz
erworben und sich nach und nach zu einem
ansehnlichen unaarifchen Magnaten» und mäh<
riscben Aoelsaeschlecht emporgeschwungen hat.
Der in den Quellen genannte kaiserliche Hi<
storiograph Cal in von Marienberg be»
ginnt seine — ungemein dürftigen — Dar-
stellungen bereits mit dem Jahre 963. Er
versetzt den Ursprung der Familie nach
Polen, wohin wir ihm nicht folgen wollen.
Wir halten uns an urkundlich festgestellte
Zeiten und bemerken nur im voraus, daß
die Familie Sersny i mit der berühmten
Familie Zr iny, auch Ser in i , nicht zu
verwechseln ist. was mehrere Male vorkommt.
Den Namen Sersny i hatte die Familie
von einem Taufnamen, den einer ihrer Vor»
fahren. Namens Senneoi tus, als dieser
im Jahre 963 in Gnesen getauft worden,
bei dieser Gelegenheit erhielt. Von dieser
Zeit nannten sich die Nächstfolgenden Sere<
nus. bis sein Enkel oder Urenkel. Ladis-
laus, dem ungarischen Sprachgebrauche
folgend, den Namen Serenus magyarisirte
und sich die Familie seither Sersnyi
(sprich Szörsny) schrieb. Dieser Ladis.
lauS hatte 1103 unter Konig Koloman
gelebt und gegen die Veneter bei Iadera,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Band 34
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Seidl-Sina
- Band
- 34
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon