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Karl Johann Peter Sermage^ Karl Johann Peter
selbst versuchte. Nun wurden auch die
ernsten Wissenschaften mit Eifer und mit
Vorliebe schöne Literatur betrieben. Im
Jahre 1843 wurde er k. k. Edelknabe,
im Jahre 1818 beendete er die philoso
phisch'juridischen Studien, vertheidigte
öffentlich unter den Auspicien des Kaisers
Franz I I . mehrere Lehrsätze aus der
theoretischen und praktischen Chemie und
wendete sich nun als künftigem Berufe
dem bergmännischen Fache zu. Nachdem
er den berg« und hüttenmännischen Cur>
sus an der kön. Bergakademie zu Schem-
nitz beendet, wurde er 1820 wirklicher
Beisitzer des kön. Districtual'Berggerich
tes daselbst und übernahm bald darauf
auck die Knnzleidircction desselben. Im
Jahre 1822 unternahm er zur weiteren
Ausbildung im Bergfache auf Staats»
kosten eine größere Reise in's Ausland,
übernahm nach Rückkehr von derselben
seine früheren AmtSgeschäfte und führte
dieselben bis zum Jahre 1826. in welchen
ihn der Kaiser zum Magnaten der Banal«
Gerichtstafel für die Königreiche Dal>
matien, Croatien und Slavonien er»
nannie. Als im Jahre 1833 durch den
Tod seines Oheims, des Agramer Dom»
Herrn Joseph S erm a g e j^ s. d. S. 133^.
der Posten eines kön. Oderschulen- und
Studiendirectors für Kroatien, Slavo-
nien und die croatische Militärgrenze war
erledigt worden, erhielt Graf Kar l Io»
hann Peter zugleich mit dem Titel
eines kön. Rathes 183g- die Oberleitung
dieses Btudienbe^irkes, behielt aber seine
bisher bekleidete Stelle fort. I n der
Folge nach Wien berufen, erscheint er im
„Genealogischen Taschenbuche der gräf-
lichtn Häuser" für 1851 als Ministerial-
rath für Landescultur und Bergwesen, im
folgenden für 1832, obgleich schon todt.
als Ministerialrath im Justizministerium.
Wie schon erwähnt worden, war es die schöne Literatur, welcher der Graf nament-
lich in seinen früheren Jahren mit Vor«
liebe huldigte und man begegnet seinen
lyrischen Versuchen im zweiten Decennium
des laufenden Jahrhunderts in mehreren
Zeitschriften und Almanachen deS In»
und Auslandes, von letzteren unter An-
deren in der „Minerva". Von selbst-
ständig erschienenen oder größeren Ar»
beiten des Grafen sind bekannt eine
Sammlung Dichtungen, betitelt:„Al3edll"
2 Bände Wien 1819, 8".). deren erster
Theil die Erzählung „DerK»ß", und die
Dichtungen: „Erziehung", „Die Erzäh-
lung". „Scbnell erfüllter Wunsch", „Des
Dichters Abenteuer", und die Schicksals«
tragödie: „Sühnung oder Eumenides";
der zweite Theil: „Der Schuß", das Lust«
spiel „Vater und Sohn" enthatt. Unter dem
Pseudonym Sabbas von Damasz»
kin gab er „Mus". Ein Trauerspiel in
3 Aufzügen (Temesvär 1819. 8o.) her-
aus, welches Goedeke mit folgenden
Worten charakterifirt: „Vortrefflich an- ^
gelegte tragische Verwicklungen in kindi«
scher Ausführung". Außerdem sind mir
bekannt im Hormayr'schen „Archiv"
für 1813. Nr. 83 und 86: „Von drin
Braken Canradin"; — im Taschenbuche
„Aglaja" für 1817: „Nninanzide" (2.217
bis 248): — im Taschenbuche „Coinelia"
für 1816: „<5onrüt>in Herzog nan Schwllben"',
— in der «Minerva" für 1822: „Sie
Spanierin", geschichtliche Anekdote, und im
Graffer'schen „Conversationsblatt" für
1819 sl. Bd.. S. 272^: ,.Gr5süntmi55l".
aphoristische Reflerionen. Graf Kar l
Johann Peter hatte sich im Jahre
1820 mit Marie Luise Christine
geborenen Gräfin Breßler, auS wel-
cherEhe vier Töchter svrgl.die Stammta.
j und zwei Söhne, Al fred T roy l lo
und Koloman Troy l lo entstammen.
Ersterer ist nunmehr Chef der ersten
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Band 34
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Seidl-Sina
- Band
- 34
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon