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Seyfferdt 471 Senfferdt
im Jahre 4748 die Trennung der öster-
reichischen Ocdensprovinz von der böh-
mischen Statt fand, wurde S. Rector an
dem adeligen Löwenburgischen Convicte
in Wien. spater kam er in gleicher Eigen
schaft an das Collegium in Horn. Als
er zunehmenden Alters wegen seine Funo
tionen niederlegte, zog er sich in's Jose
phinische Collegium zurück, in welchem er,
77 Jahre alt, starb.
Schall er (Iarosl.), Kurze Lebensbeschreibung
lener verstorbenen gelehrten Männer aus dem
Orden der frommen Schulen, die sich durch
ihr Talent u. s. w. ausgezeichnet haben (Prag
<799, Gryebek. 8".) S. 100.
Leyfferdt, Joseph Prosper (Augu-
stiner und theologischer Fachschrift«
steller, geb. zu Brunn 3. Februar
1741, gest. iin Kloster zu St. Thomas
iu A l t -B rünn 2t. Jänner 18l3). In
seiner Vaterstadt besuchte er die Huma»
nitäisclaffen, die philosophischen Studien
hörte er in Olmutz. Neunzehn Jahre alt,
trat er am 3. Mai 1738 in Brunn bei
St. ThomaS in den Augustiner«Orden,
machte ein Jahr spater Profeß und las
am 18. October 1767 die erste Neffen
Da er ein guter Schulmann und gewand»
ter Redner war. stand er die nächsten
20 Jahre immer in solchen Aemtern,
welche das geistliche Lehrfach oder die
Kanzel zum Gegenstände haben. Dann
wurde er im Jahre 1778 als Feldcavlan
in das Küraffier-Regiment Graf Trautt>
mansdorff Nr. 7 berufen, in welchem er
durch fünf Jahre diente. I m Jahre
1786 erfolgte seine Ernennung zum
öffentlichen Lehrer der deutschen Postoral»
Theologie, geistlichen Beredsamkeit und
Katechelik cim k. k. General«Seminar in
Preß bürg. Als aber nach dem Tode deS
Kaisers Joseph I I . die Auflösung des
General-Seminars und mir demselben
auch jene der -einzelnen Lehrerposten er- folgte, verlor auch S. seine Stelle und
wirkte von 1791 bis 1793 als Prediger
an der Collegiatkirche in Nikolsburg,
ging darauf in das Erzherzogthum, wo
er zu Ried in der Seelsorge mehrere
Jahre thatig war. bis er 1804 in
sein Kloster St. Thomas in Alt-Bcünn
zurückkehrte, wo er im Jahre 1808 die
Jubelfeier feines 39jährigen Priester»
amtes beging. S. war auch als Schrift-
steller thätig nnd die Titel seiner im Druck
erschienenen Arbeiten sind in chronologi-
scher Folge: „Nll5 bekehrte Miitircu. Oin
Flngkllltt bri Zlllt'Zetjnng deZ Cliurmklillpkes der
Nikulllikirche in Nriinn" (Brunn 1764, 8".);
— „Ner Cud des Gerechten, geöchildert lln
Fel ix Wn3al l l i3 des Trilütllrier-Grdens"
(Wien 1782. 8".); — „Nie Wichten einer
(Olünkencheerde, uargezteNt am Fe5te dn mühri-
Zchen Ulmt>e5üpll5tel Oizr i l l n:iü Metha.
ding" (ebd. 1783. 40.)-. — „Nb dn M -
lichen Vorsicht" (ebd. l783, 8".); — „Sma
Säulen der Nilche IeZn, ein RM znr NeLzeinng
tiee gefallenen Christenheit. Oine Sittenrede
unk duz FeZt der H. Petrnz und Paulns"
(Brunn !784, 8«.); — „Zökuriat, ader
Vn-Ztocknng die Mge de5 Geizes. Gin Gratü-
rinm" (Brunn 1784. 8".) ' — „Nrzitz nnll
Ortheilunst dc5 Friedens. (6i:ie ^rimizrede"
(Preßburg 1787, 8".)' — „
( i i 1787,4".); — „Nrr Aitler chearg
mid der gettnrsie Drache nder die Glllrrünz. Gin
Gratlllinm" (Preßburg 1788. 4".)'. —
„Nll2 dreyfache Gplrr am Fröte dez Ztitteiä dcz
PiarizteN'GldenZ ZaZepli unn Ull lasanz"
(Wieil <?92, 8".)', — „Duz ^i'ss l > ^
llN3 der lateinischen Uiwrgik in ebenLll
niele salben iiberöetzt" sWien 1796. 8".)'
„Fnni iiinrssiZche HeZünge vom Abendmahl.
Sakramente, an» dem Ullteinischen in rbensa
uiele Zql!)en übersetzt" (Wien 1797. 8".)'.
ach, fromm nnd dankbarer Herzens«
ergnzs für die Wohlthat der Zlbert-(5hriLtini-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Band 34
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Seidl-Sina
- Band
- 34
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon