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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34
Seite - 177 -
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Seite - 177 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34

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Seyfried) Ignaz 177 Seyfried) bald als einer seiner talentvollsten Schüler bezeichnet. Aber nicht so lcickt sollte dem jungen Manne die Verwirk» lichung seiner Absichten werden. Der Vater war denselben ganz entgegen. Erst wiederholte und dringliche Vor- stellungen des bayerischen Hofcapell< Meisters Winter , des Kapellmeisters Henneberg <M. VIII , S. 3041. Albrechtsberger's und Schikane- der's, eist die vereinte Fürsprache dieser vermochte den Vater zur Nach- giebigkeit zu stimmen und dem Talente seinen Lauf zu lassen. Schikaneder, der ein besonderes Geschick in der Wahl seiner Leute besaß, erkannte auch bald S.'S Talent, und stellte den erst21jäh- rigen Jüngling als Capellrneister bei seinem Theater an, schrieb ihm selbst das Libretto zum ^ Löwenbrunnen", mit welcher Oper S. im Sommer 1797 seine musikalische Laufbahn öffentlich und mit günstigem Erfolge begann, denn diese Zauberoper erlebte binnen kurzer Zeit über 30 Aufführungen. Nicht ohne. Einfluß auf S.'S musikalische Entwicklung blieb der schon genannte Hofcapellmeister Peter Ritter von Winter , der in den letzten Jahren des vorigen Jahrhunderts seinen bleibenden Aufenthalt in Nien genommen hatte, und aus den alten Geleisen in der Compofition, aus denen man bisher kaum zu treten wagte, den Musicus in eine neuere, frischere Richtung hinüberführte. Dazu trug auch die Auf- führung der Opern von Cherubini , Möhu l . Dalayrac. Gret ryu. A., namentlich aber die der kerrlichen Werke Mozart 's in besserer Besetzung wesent» lich bei. Wie sehr er stch in den Geist dieses größten aller Vorbilder hinein« lebte, beweist seine Composition des Chores im ersten Finale des «Don Juan", den man keinen Anstand nahm, v.W urz b a ch.biogr, Lerison als Einlage aufzunehmen, und der seine Wirkung niemals verfehlte. In diese Zeit fallen auch mehrere größere Werke ernsten Inhaltes, wie die großen Opern: „Cyrus" ftaS vollständige Verzeichniß der Werke Seyfried's nach den Gat- tungen und in chronologischer Folge, siehe S. t8<H; „Die Sabinerinnen", welcke allgemeinen Beifall fanden, und sich längere Zeit auf den Brettern hielten. Dabei pflegte er auch, und nicht ohne Erfolg die komische Ricktung, wozu er in seiner Stelle als Kapellmeister an einem Theater, das vorherrschend der Pflege deS Komus huldigte, zunächst berufen war. Er mußte sich mit seinen Collegen. Haibel, Henneberg. 3 i ck l u. A., nicht selten in die Komposition eines und desselben Werkes theilen, was bei 'Ton- stücken heiterer Gattung, ohne eben den Geist des Ganzen zu stören, leichter zu- lässig und nichts weniger denn auffällig war. Wie glücklich S. auch in dieser Richtung gewesen, bezeugen seine komi- sche Oper.' „Nie Ehemänner nach b,r Mode", und seine parodistische Musik zu Ca» stelli's „Roderich und Kunigunde", und andere Schwanke und komische Sing« spiele. Nicht minder gelangen ihm seine Versuche im Biblischen, wofür sein „Sluü". „Noch", „Äbruhllm", „salumene" rühmendes Zeugniß ablegen. In seiner Stellung trat auch öfter die Aufgabe an ihn heran, altere oder veraltete Com» Positionen dem neueren Geschmacke mundgerecht zu macven; so frischte er denn die Instrumentirung der Opern von Gretry. „Richard Löwenherz", „Zamire und Azor" u. s. w. in gelun« gener Weise auf. Noch ein anderes Wag» niß. so wenig künstlerisch eS uns erscheinen und so sehr es nach capellmeisterlichem Handwerk riechen mag. unternahm er mit besten Erfolge: er stellte aus Mozart, edr. 30. Mai l877,j 12
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Seidl-Sina, Band 34
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Seidl-Sina
Band
34
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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