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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34
Seite - 189 -
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Seyfried) Joseph Senfried) Joseph der des CompositeurS IgnazsS. Unterricht und spater die wissenschaftliche Ausbildung erlangte er in Wien, wo er im Jahre 1801 die juridischen Studien beendet hatte. Wahrend sein Bruder, der nachmals als Musicus rühmlich bekannte IgnazS. . dessen Lebensskizze voranging, sich ausschließlich der musikalischen Lauf- bahn zuwendete, sollte I osep h, wie es anfänglich bestimmt war, die staatsdienst. licheLaufbahnbetreten. als ein Zufall diese Absicht vereitelte. E>n naher Verwand« ter der Seyfried'schen Familie war der Kaufmann Zit terb arth, der im Jahre 1801 das Privilegium des neu erbauten Theaters an der Wien von dem damali- gen Director Schikaneder <M.XXIX, S. 299) käuflich an sich gebracht. In Theatergeschäften wenig bewandert, wünschte er den jungen Sey fried als Secretär und Theaterdichter an seiner Seite zu haben. Vater und Sohn waren damit einverstanden und so eröffnete S. seine Laufbahn als Theaterdichter mit einer Uebersetzung von Mozart 's „Ti. tus", dem bald viele ändere Werke, theils Originalarbeiten, zum größeren Theile aber Bearbeitungen und Uebersetzungen französischer, englischer und italienischer Dichterwerke folgten. Schon damals, wie noch heut. wendete sich der Geschmack des Publikums mit Vorliebe den franzö» fischen Operetten zu und so fand denn S. bald ein ergiebiges Feld für feine Uebersetzungsthätigkeit, deren nächste Früchte die bald beliebt gewordenen Operetten: „Die beiden Füchse" — „Der Schatzgräber"—«PächterRobert"u.s.w. waren. Die erste der genannten Operet« ten hatte einen so durchschlagenden Erfolg, daß sie bald ein Zugstück anderer Buh« nen wurde und als sie in St. Petersburg gleichfalls mit entschiedenem Beifall auf- geführt worden, erhielt S. im Jahre 1804 einen ehrenvollen Ruf an das deutsche Hoftheater in St. Petersburg als Theaterdichter und Secretär unter Miric's Direction. Die angenehmen Verhältnisse aber. in welchen er sich in Wien befand, bestimmten ihn. den sonst so vortheilhaften Antrag abzulehnen. Als dann Freiherr von Braun daS Privile» gium des Theaters an der Wien ange- kauft hatte, blieb Seyfr ied bis 1806 in seiner bisherigen Stellung; erst als eine Gesellschaft von Kavalieren die Leitung des genannten Theaters übernahm, gab S. seinen Posten an dieser Bühne, aber nicht auch seine bisberige Thätigkeit auf. indem er immer neue Arbeiten für dieselbe lieferte, von denen beispielsweise: „Nie Bestalln" — „Nas keimte Jerusalem" — „Mc>5l5" — „Zlrmida" — „Nie vornehmen Wirthe" — „Johann van Paris" — „Hu- rande" — die biblischen Dramen „Sanl" und „Namll" genannt seien, welche von Wien aus, wo sie zuerst aufgeführt wuc> den, die Nunde über alle Bühnen der Monarchie und auch über mehrere deS Auslandes machten. Bisher beschränkte sich S.'S Thätigkeit vornehmlich auf Ge> schäfte deS Theater«SecretariatS und die Bearbeitung fremder Opern für die Wie« ner Bühne. Im Jahre 1811 betrat er das journalistische Gebiet, auf welchem er bis an sein Lebensende thätig blieb. Als im Jahre 1811 Castell i, welcher bis dahin die zunächst das Theaterwesen behandelnde Zeitschrift „Thalia" redigirt hatte, als Theaterdichter bei dem k. k. Hofoperntheater eingetreten war, über« nahm Joseph S. die Redaction, der Thalia" und führte sie durch zwei Jahre, bis ihm (1813) der Wiener Buchdrucker Strauß den Antrag machte, die Re- daction deS 1809 begründeten, anfäng- lich von Caftel l i , dann von Porten- chlag redigirten „Sammler" zu über-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Seidl-Sina, Band 34
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Seidl-Sina
Band
34
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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