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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34
Seite - 190 -
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Seyfried) Joseph 190 Seyfried) Joseph nehmen. eineS Blattes, das wie etwa der französische „ Voikur« oder Pappe'S „Lesefrüchte" in Hamburg vom literari. schen Raube sein Dasein fristete und da es das Bcste auS anderen Blattern oder aus neu erschienenen Werken, ohne Honorar zu bezahlen und häufig geuug, ohne die Ouelle anzugeben.brachte. sich ebenso billig und wenn der Redacteur einigermaßen Geschmack besaß, auch gut und leicht redi> giren ließ. Seit dem Jahre 1813 führte S. die Redaction dieses Piratenblattes, im Jahre 1814 übernahm er noch jene deS .Wanderer" dazu. Doch besorgte er in der Zwischenzeit aushilfsweise auch die Redaction der „VaterländischenBlät- ter", dann des amtlichen Blattes „Wie ner Zeitung", welche,'bleibend zu über nehmen, ihm von den Ghelen'schen Erben im Jahre 1815 sogar angetragen worden sein soll. Da daS Redigiren in der vormärzlichen Aera nicht viel Kopf' zerbrechens machte und auch nicht zu viel Zeit in Anspruch nahm, so konnte S. im Jahre !818, als H e us le r die Direction des Theaters an der Wien übernahm, immerhin noch das Geschäft eines Thea» terdichterS dieser Bühne besorgen. I n diesen Eigenschaften mehrere Jahre mit gleicher Arbeitslust und stetigem Erfolge thätig, richtete sich, als Graf G allen« berg im Jahre 1828 Pächter des k. k. Hos-Operntheaters wurde, dessen Augenmerk auf den gewandten und in Theatersachen wohlerfahrenen S., der nun auch in die ihm angebotene Stelle eines KanzleidicectorS am k. k. Hof-Opern» theater eintrat. In dieser Stellung machte sich S. vornehmlich umdieOrga- nisirung einer deutschen Oper verdient. Zur Zusammenstellung der einzelnen Ge« sangskräfte unternahm er mit dem dama« ligen Capellmeifter Franz Lachn er eine Reise nach Deutschland, lernte die Kunst- ler und Künstlerinen kennen und das Er« gebniß der Bemühungen beider war eine deutsche Oper, in deren Personale sich die Sänger Holzmül ler . Wi ld . Cra> mol in i , Hauser, die Sängerin E rn st u. A. befanden. Als später auf den Grafen Gal lenberg der Pächter D u» port folgte, blieb S. in seiner Stellung und redigirte nebenbei den „Wanderer", „Sammler" und seit 1832 auch noch dea „Jugendfreund", eine ziemlich glückliche Nachahmung des W ei ß e'fchen ,Jugend' freundes", dessen Redaction er aber — unvermögend so vielen Obliegenheiten zugleich nachzukommen — bald in die Hände des Dr. H o ck ^Bd. IX, S. 781 niederlegte. Im Jahre 1843, sich von allen Geschäften zurückziehend, übergab er auch - die Redaction des „Wanderer", welche er durch drei Iahrzehende geführt hatte, seinem Sohne Ferdinand. Die von S. gelieferten deutschen Bearbeitungen von Opern, Singspielen, Dramoletten u. dgl. m. erheben sich auf die ansehnliche Zahl von über 200; außerdem schrieb er mehrere Cantaten, unter diesen die oft gegebene, anläßlich der Rückkehr des Kaisers nach Abschluß des Pceßburger Friedens geschriebene: „Nie Aückkehr des Vaters"; verfaßte in den ereignißreichen Jahren 1803—1809 zahlreiche poetische und prosaische Artikel zur Belebung des Patriotismus. ^ von deren ersteren die meisten in dem Ca stellt'schen Almanach „Selam", der 1812 zum ersten Male erschien, enthalten sein dürften. Auch gab er im Jahre 1823 ein seiner Zeit beliebtes Hausbuch: „Heldenzpirgel der üzterreichischtn Srmee" (Wien, Mausberger). und im nämlichen Jahre die VolkSschrift: ,Der Gesellschafter im Volksgarten" (Wien, Kaulfuß und Krämer) heraus. Ein Schlagftuß machte, im Alter von 69 Jahren, seinem Leben ein plötzliches
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Seidl-Sina, Band 34
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Seidl-Sina
Band
34
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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