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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34
Seite - 191 -
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Seylcr, Joseph Anton 191 Seyler, Joseph Anton Ende. Aus seiner Ehe stammen vier Söhne, drei Töchter, unter Ersteren Ferd inand, dessen Lebensskizze S. 478 mitgetheilt wurde. Joseph Seyfr ied liegt auf dem MatzleinSdorfer Friedhofe begraben. Allgemeine Theater « Zeitung. Von Ad- Bäuer le (Wien. 4".) 1849. Nr. 136. S- 624: „Telegraph von Wien". — Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar. Voigt, kl. 8°.) XXVI I . Jahrg. (1849). 1. Theil. S. 493. Nr. 148. —OesterreichischeNatio- nal 'Encyklopädie von Gräffer und Czitann (Wien 1837. 8".) Bd. V, S. 29. — Meyer( I . ) , Das große Conversations« Lexikon für das gebildete Publicum (Hild< bul-ghausen. bibliogr. Institut, gr. 8«.). Sup« plemrnt Bd. V, S. 733.. Seykora. auch Sikora oder Sickora, siehe: Sykora. Seyler, Joseph Anton (Compo. siteur, geb. zu Lauterbach in Böhmen im Jahre 1778, gest. 23. Sep- tember 1834). Da er frühzeitig großes musikalisches Talent verrieth, gab ihm sein eigener Onkel, der Rector Joseph Seyler in Schönfeld , Unterricht zunäcbst im Gesänge, dann im Violin- und Clavierspiel. zuletzt im Generalbasse und in der -Composition. Nachdem er zu gleicher Zeit die Schulen beendet, machte er den pädagogischen CurS und bereitete sich für das Lehramt vor. Er übernahm nun auch ein solches, nachdem er im Jahre 1797 nach überstandener Prüfung ein ausgezeichnetes Zeugniß für eine Stadtschule erhalten hatte. So kam er denn im Jahre 1798 nach Buchau. einem kleinen, unweitKarlsbad gelegenen Stadtchen, als zweiter Lehrer und Orga« nist. Daselbst befand sich S. in ganz angenehmen Verhältnissen. „ In dieser kleinen, lieben Stadt", so heißt es in seinen eigenhändigen Aufzeichnungen, „verlebte ich meine schönsten Tage". Da erhielt er nach einigen Monaten von Baron Trautenberg, der in Wild« stein, unweit der ehemaligen Grenz- festung Eger, lebte, den Antrag, ob er nicht zu seinem Bruder^ der in Piemont als Oberstlieutenant ein Bataillon commandirte. als Capellmeister unter guten Bedingungen zu gehen bereit wäre. Der Antrag war verlockend, aber da die Gemeinde und der damalige Pfarrei den brauen Lehrer zu behalten wünschten, überredeten sie ihn, unter Versprechungen für seine Zukunft zu sorgen, zu bleiben. Nach einiger Zeit aber kamen wiederholt Briefe von dem Oberstlieutenant selbst, der damals zu Polanza am I^a^o ing.^Fioi'0 stationirt war. Die Briefe klangen vertrauen« erweckend und ließen in dem Schreiber derselben einen wackeren Kriegsmann erkennen. Seyler entschied sich nun rasch, nahm an, und schon zwei Wochen später befand er sich auf dem Wege nach seinem neuen Bestimmungsorte. Daselbst erging es ihm, die militärischen Stra- pazen abgerechnet, ganz gut. Zu Anfang des Jahres 1803 kam für das Bataillon Befehl zum Ausmarsche. Anfangs sollte ein Zager an der Dräu bezogen werden. Dann kam S. nach Pesth. spater nach Ofen, wo er einige Zeit verweilte und als Kapellmeister sich verehelichte. Nun kam Befehl zum Nückmarsche nach Italien. Für S., der seine Frau, seine Mutter und eine Schwester, und über- dieß ein wenige Wochen alteS Kind bei sich hatte, war dieser Umzug höchst beschwerlich, und er bat um seine Ent« laffung. Aber das OfficierscorpS wollte den geschickten Capellmeister, der sich überdieß die besondere Gunst des Sohnes seines Chefs, der als Oberlleutenant im Regimente diente, und sehr musikalisch war, erworben hatte, nicht ziehen lassen;
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Seidl-Sina, Band 34
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Seidl-Sina
Band
34
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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