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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34
Seite - 204 -
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Sicard, August 204 ) August Mehrer.es componirt, wovon zwei kleinere Kantaten, ein Miserere und ein Requiem im Manuscript vorhanden sind. , Dieses letztere schrieb er auf seinen Tod. wie es die auf dem Umschlage des Requiems befindliche Aufschrift anzcigt. Aus den handschriftl ichen, im Archiv des Wiener Musik'Coi'servlltoriums befindlichen Aufzeichnungen. — Ein Joseph Sieb er er. gleichfalls Tonsetzrr. gehört der Gegenwart an. Von ihm sind erschienen im Jahre <l>62 bei Ederin .ttufsieill zwei Saorainent» lieder in / i und .4, verwendbar als Off^r» lorium für alle Zeiten, für Sopran und Alt oder Tenor und Baß. mit zwei Violinen Flott', (Hlcuinettr, ^wei Hörner, Orgel und Contrabaß und im Jahre 1866 bei Johann Groß ( I . T. Reiß) in Innsbruck wieder zwei als Ossertorien verwendbare Sacrament, liebet'-, vielleicht sind diese letzteren nur eine neue Ausgabe der obgenannten. Ttberer. siehe auch: Lieberer. Eicard von Eicardsburg, August (Architekt und k. k. Professor der Arcbitectur. geb. zu Wien. n. A. in Pesth 0. December 1813, gest. zu Weidl ing nächst Wien 11. Juni 1868). Sein Geburtsort, ob Pesth, ob Wien, ist nicbt sichergestellt, jedenfalls aber kam S. schon in sehr jungen Jahren nach Wien. Sicard's Lebensgang laßt sich eigentlich nur in Gemeinschaft mit dem seines Freundes van der Nu l l richtig darstellen. Einer seiner Biographen schil« dert dieses Verhältniß Beider als das der vollsten hingebenden Freundschaft. Was der Eine machte, das war auch für den Anderen ein iait aooompli; das Wort, das der Eine gab. hielt den Anderen verpflichtet. Man hatte nie gehört, daß zwischen diesen beiden Künstlern Miß- trauen oder Rivalität geherrscht, daß der Eine über die Lebenslust deS Anderen oder der Andere über den Zug nach Ein» samkcit seines Collegen sich beklagt hatte. Die Geschichte der Kunst weist kaum ein zweites Beispiel eines so innigen künstle» rischen Zusammenlebens, gemeinsamen Ar. beitens und gemeinsamen Denkens auf. Daß cin solches Verhältniß zwischen zwei Künstlern möglich war, ist nicht nur ein Zeugniß ihres gleichartigen künstlerischen. Glaubensbekenntnisses. sondern auch dessen, daß Beide ehrliche Menschen ge« wesen sind. Van der Nu l l und S i< cardsbulg sind nicht als reiche Män- ner gestorben. Die große Anzahl von Schülern, welche ihrem Leichenbegäng- nisse folgte, ist nicht in den Traditionen erzogen worden, daß die Architectur ein Gewerbe sei, und keine Kunst; sie haben von ihnen die Lehren nicht geHort, daß man beim Bauen die Reichen ausbeuten muffe, um sich zu bereichern, daß ein Künstler leben müfse, wie ein ftranä- LSiAneur. Beide waren bis zum letzten Athemzuge Männer der Arbeit gewesen. Wer sie treffen und sprechen wollte, mußte sie in ihrem Arbeitszimmer aufsuchen. Bei ihren gemeinsamen Arbeiten war das Princip der Arbeitstheilung geltend, dem- zufolge van de rNü l l mehr den künstle« rischen und decorativen, S icardsburg mehr den constructiven und geschäftlichen Theil übernahm. S icardsburg hatte gleichfalls eine nicht gewöhnliche künstle- rische Begabung, aber er hatte unstreitig ein weit höheres Geschick, mit den ver- schiedensten Menschen zu verkehren, als sein Freund und College. Dieser war fast menschenscheu, verschlossen und in sich gekehrt; Jener heiter und geselligkeits» bedürftig und zum Umgänge mit Men> 'chen wie geschaffen. Es verkehrte auch Jedermann mit ihm sehr gern und sehr eicht. Selten hat Künstler ein so tragi« 'ches Geschick erreicht als die beiden Ar» chitekten des Opernhauses, Eduard van der Nul l und August v. Sicard?"
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Seidl-Sina, Band 34
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Seidl-Sina
Band
34
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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