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) August 207 Sicard, August
tritt. Es sind meist Schöpfungen, welche
es verdienen, der Erinnerung erhalten
zu werden; übrigens hatte der Künstler
durch seine Werke, wie z. B. Arsenal.
Opernhaus für die Erhaltung seines Na-
mens auch selbst Sorge getragen. Etwa
anderthalb Jahre vor seinem Ableben
wurde S. von einem Leiden befallen, das
eine Operation nöthig machte, die auch
glücklich vollzogen ward, aber die Natur
vermochte nicht mehr die durch das vor
angegangene schwere Leiden tief gesun
kenen Kräfte vollends zu ersetzen. AlS
dann die Nachricht von dem Tode seines
Freundes van der Nu l l , der am
3. April 1868 selbst Hand an sich gelegt,
zu S.'s Kenntniß gelangte, ward er tief
davon ergriffen und es verschlimmerte
sich sein Zustand. S. begann nun selbst
an seine letzte Stunde zu denken, denn
er traf alle Anordnungen bezüglich seines
eigenen Leichenbegängnisses, ja sogar die
Inschrift seines Grabsteines gab er an,
zehn Wochen spater folgte er seinem
Freunde in's Grab. Nach seinem Tode
hatte man mit Verwunderung bemerkt,
daß der so praktisch erfahrene, in seinem
Kunstzweige so vorgeschrittene Mann es
nicht einmal bis zum Titel eines Bau»
rathes, geschweige eines Oberbaurathes
gebracht hatte, womit Leute betheilt
worden waren, die an Geist, Kenntnissen
und Leistungen weit unter ihm standen.
Hier auch trat wieder versöhnend, das
Unrecht der Zunft ausgleichend, Seine
Majestät der Kaiser ein. als Höchstder-
selbe anordnete, daß die PorrratSmedail-
lons der beiden Architekten deS Opern«
Hauses. S icardsburg und van der
Nu l l , welche aus Gyps modellirt an
der Logenstiege angebracht waren, aus
Marmor herzustellen seien. Bildhauer
Cesar wurde mit der künstlerischen AuS-
führung dieser Arbeit betraut. Der Kunst« ler. der bis in die letzten Augenblicke
seines Lebens thalig geblieben, wurde
auf dem kleinen Friedhofe in Grinzing,
wo sich die Familiengruft befindet, bei«
gesetzt. Aus seiner Ehe mit Luise ge»
borenen Iantschky hinterließ S. nur
eine Tochter Valent ine. Uebeidieß
überlebten ihn zwei Brüder Mor iz von
S., k. k. Major w Pension, und Iosepk
van S., Eisenbahnbeamter. Er war
selbst erst 34 Jahre alt geworden.
Lützow (Karl von). Zeitschrift für bildende
Kunst (Leipzig. Seemann. 4».). Jahrg.
4869. Nr. ? und 8.- „Null und Sicards«
bürg". Von Eitelberger. —> Neue freie
Vresse 1368, Nr. 1361 und 1384 im Kunst-
blatt: „August von Sk'ardsburg. — Die«
selbe Nr. 1438 und i?0l: „Das neue
Opernhaus". — Neues- Wiener Tag»,
blatt 1869, Nr. 233; 1868, Nr. 162, im
Feuilleton.- „Sicacdsburg". — Ranzoni
(Emerich). Wiener Bauten (Wien 1873,
Lehmann und Wentzel. 8» ) S. 27. 30, 3?,
40, 47. 88. — OesterreichischerVolks-
und W irthschafts'Kalender für daS
Jahr 1870 (XIX. Jahrg.) (Wien. Karl
Fromme, gr. 8°.) S. 36. — Wiener Zei»
tung 1868, Nr. 270, in der, «Kleinen Chro.
nik". — Wiener Abendpost (Abendblatt
der amtlichen Wiener Zeitung) 1868. Nr. 142.
S. 582. — Fremden«Blatt, Von Gustav
Heine (Wien, 4«.) 1868. Nr. 16 l. 164.
— Feierabend (Wien. Zamarski) I. Bd.,
Nr. 12. Beilage. — Presse (Wiener polit.
Blatt) 1868, Nr. 23. Localanzeiger: „Gin
neuer NegulirungSplan der Stadt Wien". —
Reber (Franz Dr.), Geschichte der neueren
deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahr«
Hundertes bis zur Wiener Ausstellung 1873
(Stuttgart 1876, Meyer und Zeller, gr. 8<>.),
S. 561.
Porträte. 1) In Lühow's „Zeitschrift für
bildende Kunst" 1869. Heft 8. — 2) Holz«
schnitt, ohne Angabe des Zeichners und Xylo'
graphen in Za märst i'S „Feierabend"
Bd. I, S, 1^1.
Ueber die Familie Sicard von Zicardsburg.
Dem Präoicate Sicardsburg nach zu
urtheilen, möchte der Architekt S icard von
Sicardsburg, der immer auch nur nach
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Band 34
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Seidl-Sina
- Band
- 34
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon