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Sicard. Pauline 209 Sichelbart
eitel in den Wind geredt, er bestand auf trefflicke und sehr gesuchte Gesangs
seinem Ochein und war nicht um ein
Haarbreit davon abzubringen, weil sonst
die Buhne liätte geschloffen werden müssen.
Paul ine raffte daher alle ihre Kraft
zusammen und sang. Aber sie büßte diese
vermeintliche Pflicht mit dem Verluste
ihrer Stimme. Di^ s«: war durch solche
Anstrengung so erschüttert und geschwächt
worden, daß sie die glänzendsten Anträge
von London. PariS. Neapel, Mailand aus»
schlagen mußte. Ihre einzige Hoffnung
blieb, durcb Ruhe den Verlust zu ersetzen.
Nachdem sie ein Jahr lang paunrt. wagte
sie es in Mailand wieder aufzutreten. Das
Wagniß mißlang. Sie ging nun nacb
Paris, um alle berühmten Aerzte und
Gesangslehrer zu Rathe zu ziehen, allein
kein Mittel, kein Rath halfen mehr. So in
der Blüthe ihrer Jahre durch die nichts«
würdige Rohheit und den gemeinen
Eigennutz eines Menschenwucherers aus
dem Zauberlande des Gesanges gewisser«
maßen verbannt, kehrte sie in tiefer
Schwermuth in ihr Vaterland zurück.
Nachdem ste einigermaßen Fassung und
Ruhe gefunden, wollte sie es auf anderer
Laufbahn versuchen und sie beschloß.
Schauspielerin zu werden. Sie machte
auch einige für eine Anfängerin vielver-
sprechende Versuche auf den Bühnen in
Wien, Dresden und Berlin, konnte aber
kein festes Engagement finden. I n Ber«
lin endlich, wo sie zuletzt sich aufhielt,
gelang es ihr, als Gesangslehrerin der
königlichen Prinzessinen Beschäftigung zu
finden. Für den Salon war ihre
Stimme noch ausreichend und eignete sich
ihr angenehmes Organ vornehmlich zum
Vortrage von Liedern romanischer Zunge,
u. z. italienischer, svanischer und vor«
tugiesischer Volkslieder. Sie nahm nun
in Berlin bleibenden Aufenthalt und
lebte dort eine Reihe von Jahren als
u. Wurzdack. biogr.Leiikon. XXXIV. lehrerin.
3 chilling (G. O?.), Das musikalische Europa
(Speyer l842. F. C. Neidbard. gr.8«.) S.3l3.
Noch ist eines Monsignore S ica rd . als
eines ausgezeichneten Kirckenredners z>, ge>
denken. Derselbe, dem Dominikanerorden an»
gehüria. pfl>'gt? im Iabre 4870 in der Domi.
nikanerkirche in Wien durch seine seltene
Rednergabe ein ebenso newählteö, als zabl-
reiches Publikum um sich zu versammeln.
Franzose von Oebutt, ist es nicht bekannt,
ob er Mitglied deS Wiener Convents oder
blos Missionsprediciec war, der auf seineu
Züqen durch di>.> Nrlt auch vie Donaustadt
besuchte, um dort das Wort Gottes zu ver.
kündigen. Als Prediger war ?. S ica rd
eine hervorragende Erscheinung. Ein feuriger
Verfechter der Infallidilitätsidee. berührte
er taciuoll nie unsere politischen Zustände,
wie ihm denn die heiligen Iehren seiner
Kirche so reichen, ausgiebigen und eindring«
lichen Stoff zu seinen homiletischen Vorträ'
gen darbieten, dab rr nie auf daS Gebiet der
Politik sich verirrte, welche mit dem Glau«
ben. mit der Religion nichts zu schaffen hat.
Meues Wiener Tagblat t 17. April
l870 Nr. lO6.1
Sichelbart, auck: Sickelbart, Igna-,
(Maler und Priester des Ordens der
Gesellschaft Jesu, Geburtsort und Jahr
unbekannt, gestorben um das Jahr t780).
Patuzzi in seinem Verzeichnisse der
Künstler, womit der zweite Band seiner
.Geschichte Oesterreichs "(Wien. Wenediki.
3er..8<>.) schließt, nennt Seite 343 Böh-
men sein Geburtsland; Nagler in seinem
Künstler>3exikon bezeichnet ihn als einen
Jesuiten aus Böhmen. Sonderbarer»
weise ist er dem so fleißig forschenden
Dlabacz unbekannt geblieben. S.
war mit seinem Ordensbruder Johann
DionyS At t i re t (geb. 1702. gest. zu
Peking l768) in Verbindung getreten
und als dieser im Jahre 4737 auf eine
Mission nach China ging. hatte sich ihm
S. angeschlossen. A t t i re t hatte sich in
Peking in kurzer Zeit die Gunst des
edr. 30. Juni 1577.) !4
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Band 34
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Seidl-Sina
- Band
- 34
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon