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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34
Seite - 210 -
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Sichermann 210 Sichermann Kaisers m solchem Grade zu erwerben gewußt, daß ihn dieser zu seinem Hof» Maler ernannte, in welcher Eigenschaft e? für denselben eine große Menge von Bildern. Schlachten, festlichen Aufzügen u. s. w. malte. Sichelbart war es nun, der At t i ret in diesen Arbeiten auf daS fteißigste unterstützte. Mehrere der von At t i ret in Gemeinschaft mit Sickelbart ausgeführten Arbeiten sind nach Paris gekommen und dort in Kupfer gestochen worden. Nachdem Pater At t i ret im Jahre 1768 gestorben, trat Pater Sichelbart als Nachfolger des< selben an die Spitze der Misston und auch auf ihn übertrug der Kaiser seine Gunst. I n Anerkennung der künstlerischen Thä tigkeit Sichelbart's ließ ihm der Kaiser die im Reiche der Mitte höchst seltene Auszeichnung zu Theil werden, daß er sich darüber in einer besonderen an Pater Sichelbart gerichteten Lobschrift aus- sprach. Nagler (G. K. Or.), Neues allgemeines Künstler,Leriton (München l839. G.A, Fleisch« mann. s°.)Bd. XVI, S. 3t4, Sich ermann, Emanuel (Land. Wirth, geb. zu <).Fejecto im Sza^ bolsker Comitate Ungarns 23. März 1811). Sein Vater Michael war der einzige Israelit. welcher in der damali» gen Zeit — zu Anbeginn des laufenden Jahrhunderts — adelige Gründe im Besitz hatte, denn er war bereits damals Gutsbesitzer in Kätaj. Emanuel erhielt eine einfache aber gute Erziehung, wurde aber vornehmlich für die Landwirthschaft ausgebildet. Als er kaum 20 Jahre alt. starb der Vater, und Emanuel erhielt aus dem ansehnlichen, unter ackt Kindern vertheilten Elbe das Gut K^llo Sem- jeny. Begütert durch weit sich erstreckende Ackerlande, stellte er es sich zur Lebens» aufgäbe, nach Kräften praktisch zu bewei- sen, daß eS nicht, wie sein Biograph in einem Witz- und Wortspiele schreibt, des Juden Schuld sei, wenn mancher den Trug dem Pf lug , die Schnitt- waaren dem Schnit terwagen vor« zieht. Sicher mann wollte seinen jüdi» scheii und christlichen Brüdern durch sein eigenes Beispiel darthun, daß es bloS des aufrichtigen Wol lens auf der einen, und der hilfreichen Hand auf der anderen Seite bedarf, um den Juden, seiner alten ursprünglichen Beschäftigung — dem Ackerbau — mit Erfolg zuzuführen. Sichermann's Ideal war, um mit seinem Biographen zu reden, mit einem Worte: eine jüdische Musterwlr th- sckaft zu schaffen. Bei den damals in Ungarn bezüglich adeliger Güter be« standenen und heute noch bestehenden avitischen Verhältnissen fand eS S. für gut, seine ererbten Besitzungen gegen das mehr Sicherheit bietende, größere und vorzüglichere Kätaj umzutauschen und daselbst nun die beabsichtigte Muster» Oekonomie einzuführen. Im Jahre 1847 wurden die Arbeiten in Kotaj begonnen: Wohnungen aufgeführt, Stallungen für Zug« und Nutzvieh gebaut, Scheunen, Schuppen, Brantweinbrennereien in ent- sprechender, mitunter neuer Weise einge- richtet; mehrere hunderttausend Bäume — worunter viele vom Auslande geholte Obstbäume edelster Gattung — welche elf Jahre später (1839) bereits auf mehr als 83.000 ft. ö. W. geschäht wurden—nach einem wohl ausgedachten Plane ge« pflanzt, Sümpfe durch offene, wie auch unterirdische Canäle (Drainirungm) aus» getrocknet und das alles in zweckmäßig« ster Weise, so daß alle Arbeiten mein« andergriffen, ausgeführt. Das bis dahin unbeachtet gebliebene, ja fast unbekannte Kotaj wurde bald der Gegenstand der
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Seidl-Sina, Band 34
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Seidl-Sina
Band
34
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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