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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34
Seite - 223 -
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Seite - 223 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34

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Sidon 223 Siebeck katechetischen Wirkens hervorgetreten, wenn ihn im Jahre 1848 die zweifel- haften Lorbeeren Füster'S, welche dieser durch Verführung der akademischen Iu« gend in Wien sich erworben, hätten ruhen lassen. Als sich nämlich im Juni 4848 die Ereignisse in Prag immer drohender gestalteten und von Prag aus die Auf« rufe an's Landvolk ergingen, der Haupt» stadt zur Durchführung ihrer revolutio« nären Bestrebungen zu Hilfe zu eilen, versammelte auch S. seine Schuljugend um sich und forderte sie zum Zuge nach Prag auf. um den dortigen Ruhestörern Verstärkung zu bringen, llnd in der That fanden stch fünfzig Studenten des Gitschiner Gymnasiums zusammen, welche den aufständischen Pragern zu Hilfe eilten, aber nicht weiter als bis Sobotka vor» drangen, wo sie über die Nachricht, daß Wind isch g ratz dort einstweilen die Ruhe herzustellen beginne, Kehrt machten und ihrem Johannes Nachricht von ihrer unblutigen Rückkehr gaben. Km 14. Juni wurde S. von der Stadt Git» schin zum Abgeordneten in den böhmi» schen Landtag und am 8. Juli vom Gitschiner Kreise in den österreichischen Reichstag gewählt, wo er zur radicalen Partei gehörte. Dieses Verhalten blieb in den Tagen der politischen Reaction unvergessen. . Mit Decret vom 22. April 183t) wurde ihm vom Ministerium der weitere Unterricht am Gymnasium, den er nach Sprengung deS Reichsrathes wieder aufgenommen hatte, untersagt, am 21. März 1831 wurde er von seinem Lehramte ganzlich enthoben und ihm eine bestimmte Summe zur Substentation an» gewiesen. Alle seine Schritte, eine Rück- nähme dieser Verfügungen zu erwirken, blieben erfolglos; so zog sich denn S. nach Mähren zurück, wo er als Erzieher sich beschäftigte. Die letzten Jahre ver- lebte er in Leitomischl. wo er auch im Alter von 76 Jahren starb. Im Drucke ersckien von ihm nur die Schrift: „6,'z>^6v d. i. Die römisch-katholische Kircbe ist die wahre Kirche (Gitschin 1836). Wahrend seines langjährigen Aufenthaltes in Gitschin sammelte er stets Materialien zu einer Geschichte dieser Stadt, zu einer Bearbeitung derselben war er nie ge- kommen. Bohemia (Prager polit. und Unterhaltungs« blatt 4".) l868, Nr. 237. S. 329i, Siebecks Rudolph (Director der Wiener Stadtgärten, geb. zu Leipzig 13. April 1812). Sein Vater war Di« rector eineS Erziehungsinstitutes in Leip- zig. Nachdem der Sohn im Elternhause und in den Schulen Leipzig's den ersten Unterricht erhielt, kam er am 13. April 1826, damals 14 Jahre alt. nach Alten» bürg. wo er in den herzoglichen Gärten das Studium der Horticulwr begann, dabei aber auch seine übrigen Studien, namentlich das deS Griechischen und La- teinischen, eifrig betrieb. Nach dreijahri» gem Aufenthalte in Altenburg kehrte er in seine Vaterstadt Leipzig zurück, begann dort die Universitätsstudien, zu deren Fortsetzung er sich denn auch nach Mün- chen begab, woMar t ius .Zuccar in i , Oken und Schel l ing seine Lehrer waren. Dabei unterließ er eS auch nicht, bei seinem angeborenen Hange zur Kunst, die reichen Kunstsammlungen München's zu besuchen und an den edelsten und vollendetsten Formen berühmter Meister« werke seinen eigenen Geschmack zu lau- tern und. sich aus ihrer Betrachtung die Kunstgesehe für -sein eigenes Schaffen abzuleiten. Ein Lieblingsstudium S.'s jener Tage war auch pharmaceutische Botanik. Dm Lehrjahren folgten nun
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Seidl-Sina, Band 34
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Seidl-Sina
Band
34
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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