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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34
Seite - 224 -
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Siebeck 224 Siebeck auf den Wunsch deS Vaters die Wander> jähre, und ein IahrzeHend hindurch be> reiste S. zu Fuß alle jene Lander und Städte, wo in der Horticultur Ausge zeichnetes geleistet wurde, so einen reichen Schatz von Anschauungen und Erfahrun gen. die spater ihre Anwendung finden sollten, sammelnd. Den ersten Posten zur praktischen Ausübung seiner Kenntnisse trat S. in Russisch.Polen an und zwar alS Hofgärtner der kaiserlichen Garten im Lustschloß Lazienki (nicht wie eS in einer LebenSskizze Siebeck's heißt: Lazi voka) bei Warschau, auS welcher Stellung ihn Fürst Paskiew itsch, der damalige General.Gouverneur in Ruff.«Polen nach dreijähriger ersprießlicher Thätigkeit nur ungern scheiden sah. Sein nächstes Augen merk richtete nun S. nach Wien, wo durch Anregungen des berühmten Rei senden Karl Alexander Freiherr von Hügel ^Bd. IX, S. 402). welcher in feine österreichische Heimat manche neue und herrliche Pßlanze aus Thibet und vom Himalaya gebracht hatte, in Wien der Stifter der österreichischen Garten- baugesellschaft und durch die jährlichen Blumenausstellungen (bis 1848) in seiner Villa an der Straße von Hietzing nach St. Veit ein großer Förderer der Blumen« zucht wurde, die Horticultur einen raschen und vielversprechenden Aufschwung ge- nommen hatte. Bei Baron Hügel fand Sieb eck sofort Aufnahme und vollen- dete daselbst für den Freiherrn mehrere Pläne und Entwürfe. Als bald darauf zu gleicher Zeit zwei Antrage an S. ergingen, der eine von Seite des Fürsten Liechtenstein, der S. eine Anstellung in seinen berühmten Parkanlagen zu Eisgrub in Mähren bot, der andere von seiner Vaterstadt Leipzig, die ihm die Stelle deS dortigen StadtgärtnerS und mit derselben die Leitung der öffentlichen Garten und Promenaden übertrug, ent- schloß sich S. für letztere und begab sich 1846 nach Leipzig, wo er nun durch zwölf Jahre, bis 1837, in seiner Stelle als Stadtgärtner und als gediegener Schrift» steller in seinem Fache wirkte. Nun gab S. seine Stelle in Leipzig auf und begab sich wieder nach Oesterreich, wo er zunächst dem Nufe deS kunstsinnigen Baron S ina folgte und für dessen Herrschaft Welle, hrad in Mähren Verschönerungspläne zu entwerfen übernahm. Nachdem l-r mit dieser Arbeit fertig geworden, begab er sich nach Brunn, um daselbst sich bleibend niederzulassen und sich nunmehr aus» schließlich der Schriftstellerei im Gebiete der Blumenzucht und Gartenkunst zu widmen. Aber als bald darnach eine Berufung der Großcommune der Reichs- hauptstadt Wien an S. erging, daselbst die StadtgarteN'Directorstelle zu über- nehmen, nahm er dieselbe an und beklei» det zur Stunde noch diesen Posten. Seine Wirksamkeit auf demselben bleibt mit der Gestaltung Wien's in untrennbarem Zu« fammenhange. Wenn Wien seine Hülle gesprengt und architektonisch in einer Herrlichkeit ohne Gleichen sich entfaltet hat, den grünen Mcnenkrcmz von Blät» tern und Blüthen um Haupt und Lenden hat ihr Siebeck geschlungen. Eine der schönsten, von jedem Fremden, so nach Wien kommt, aufgesuchten, vielbewunder» ten Schöpfungen S.'s ist der Stadtpark, dessen verhältin'ßmaßig kleinen Fläcken» räum er durch künstlerische Gestaltung deS Terrains für den Blick des Beschauers zu vergrößern und durch überraschende Formen und Blüthenreichthum ungemein anziehend zu machen verstanden hat. Weiter hat er den Rathhauspark ange- legt und anläßlich seiner — einzig ent» prechenden — Ausführung im englischen Style manchen Kampfzu bestehen gehabt,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Seidl-Sina, Band 34
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Seidl-Sina
Band
34
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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