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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34
Seite - 231 -
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iebes Franz Wilhelm 231 Franz Wilhelm seiner Naturalien im Stiche lassen mußte. Während er — freilich nicht ohne eigenes, mitunter grobes Verschulden — so un- würdige Schicksale erlitt, war er für die Wissenschaft in wahrhaft staunenerregen- der Weise thatig gewesen. Ungeachtet MehrereS auf dem Caplande zurück- geblieben, noch MehrereS in London con> fiscirt worden, Manches auch zu Grunde gegangen, Vieles von seinen Gläubigern mit Beschlag belegt worden: so reprä» sentirten seine Sammlungen doch noch immerhin für den Naturforscher und Kenner einen großartigen Schatz. Im November 1824 veranstaltete er in Dresden eine Ausstellung. Nach Oester» reich wagte er sich, infolge seiner maß« losen, in der „Isis" abgedruckten Artikel, in welchem er die verschiedensten, mit» unter Hochsiehende Persönlichkeiten grob« lich verunglimpft, vor der Hand nicht. Das nun folgende Lustrum, 1828 — 1830, bezeichnet sein Biograph als „Mysterien von Prag, Wien und Paris". In dieser Zeit, in welcber sein Wahnsinn, so zu sagen, sich systematisch entwickelte, trieb er alleS Mögliche; er schrieb Naturwissen« schaftliches, Schmahartikel und Pam« phlete und sogar Dichtungen, in welchen unverkennbar Funken des Genius blitzen, die aber noch mehr Zeugniß ablegen für seinen zerrütteten Geist. So seien ange« führt sein „Lied vom Schwerte", nach Schiller'S Lied von der Glocke; er schildert darin den Bergbau. Hochofen, Hammer und Waffenschmied, als Zwischentext Mörder, Nabenstein. Hin. richtung. Schlacht, Zweikampf, Gladia» toren, Paradies, Drachenkampf, Pflug. Turnier, Vehmgericht und Ritterschlag; ferner daS fünfactige Drama „Die Bürg- schaft", mit sieben männlichen, einer weiblichen Hauptrolle, und 66 redenden Personen. „Darin ist", schreibt cr selbst, „der Zeitpunct gewählt, wo Platon, der Göttliche genannt, noch von keinem Dichter je auf die Bühne gebracht, von Dionys in hohen Ehren empfangen, zu Syrakus erscheint. Drei Handlungs» achsen, nicht wie gewöhnlich eine einzige, gehen so wie einzelne selbststandige Dramen, sich stets durchkreuzend, ohne siä> doch zu hindern, durch den ganzen Plan". I n Philiftius wollte der Ver- fafser, indem er ihn siebenmal die Rolle ändern laßt, das Maiimum einer Schur» kennatur uns vorführen. Von diesem Drama war auch in den Zeitungen die Rede. Das Mcmuscript ging in Wien verloren. Ferner schrieb er Lustspiele, deren zwei, nämlich „Der Fischzug" und „Ohne Umstände", er (Februar 1828) dem Wiener Burglheater einsendete, die- selben jedoch von Schreyvogel'West alsbald zurückerhielt mit dem Bemerken, sie überarbeiten zu lassen. Sein Gedickt „Der Spaten", worin er die bekannte Alterthümer > Sammlung Rosen eg- ge r'S sBd. XXVII, S. 21), m Salz. bürg besingt, erschien unter französischem Titel. Ein «Archiv für Botanik", zwei Hefte, hatte er nach Leipzig geschickt, dieselben aber, als des Druckes nicht windig, zurückerhalten. Eine andere, durck Ancil lon'S Werk, „Vermittlung der E,rtreme", veranlaßte Arbeit politi» schen Inhaltes wurde ihm von dem Buchhändler Schräg in Nürnberg mit dem Bescheide: „feine Arbcit sei nichts werth" remittirt. Wieder trat er auch mit seiner Curart der Wasserscheu auf, eröffnete für daS cnif 44—16 Bogen berechnete Werk in der „Allgemeinen Zeitung" Subscription. Tausend Erem> plare zu je drei Ducaten in Gold sollten ausgegeben werden. Es fanden sich doch — zwei Pranumeranten! Sein Drama „Die Bürgschaft" trug er zum Verlage
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Seidl-Sina, Band 34
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Seidl-Sina
Band
34
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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