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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34
Seite - 233 -
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Seite - 233 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34

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Siebes Franz Wilhelm 233 Sieber, Franz Wilhelm angethan war. ihm den Aufenthalt wenigst fühlbar zu machen. Er war zu- nächst gegen sich selbst, und gegen das Wüthen auf sein leibliches Ich sicher- gestellt. Die Aerzte Riedel , N owak, Fischl behandelten ihn mit Liebe und Sorgfalt. Im Irrenhause schrieb er fort- wahrend, und verschrieb mehrere Rieß Papier: Im Jahre 1833 beschäftigte er sich mit der Commentirung eines Haupt» werkes des Paracelsus. dann schrieb er einen Commentar zu Ovid I^idi-1 lasto- 1-uin. Wohin diese Arbeiten gekommen, ist nicht bekannt. Als im Jahre 4837 die Gesellschaft der Aerzte und Natur- forscher in Prag tagte, nahm man anlaß« lich seines Aufenthaltes im Irrenhause keinen Anstand von „Ungerechtigkeit", „politischer Intrigue", „geheimer Haft". „Seelenmord" mehr oder minder laut zu reden, bis die Ueberzeugung auf Grund unwiderleglicher Thatsachen durchdrang, daß man dem geistes» bankerotten Manne durch Unterbringung im Irrenhause nur eine Wohlthat er- wiesen hatte. Auch nach seinem Tode tauchten diese unheimlichen Gerüchte wieder auf, aber man gab sich gar nicht mehr die Mühe. dieselben zu widerlegen. Sein Biograph schreibt aus diesem Anlasse: „Schwere Aliklagen hatte Sieb er zwölf Jahre hindurch auf die österreichische Regierung gehäuft . . . . . Niemand hatte bis dahin so schonungs- los und rasend, gegen Oesterreich ge» schrieben, Niemand auf die europäische Menschheit geschimpft, Niemand wider die eigene Würde und Gott gefrevelt, wie Sieb er. Die österreichische Regierung war weit entfernt, den einst hoffnungs- vollen Naturforscher, der durch seine Hydrophobie ein (vielleicht willenloser) Charlatan, durch seinen schlecht berech' neten Naturalienhandel ein verarmter Speculant, infolge dessen Scandalmacher, Pamphletist, Poltron und Narr geworden, jemals zu strafen oder gar lebenslänglich einzukerkern. Jedermann konnte sich überzeugen, da der Zutritt zu Sieb er im Irrenhause stets offen stand, ob man einen Wahnsinnigen vor sich habe. ob nicht. Die unentgeltliche, bequeme, ja splendide Unterbringung Sieber's im Irrenhause war ein Werk der Christen» liebe u. s. w.". Die letzten Jahre brachte S. in voller Unthaiigkeit zu. Das Ani- malische hatte sich allmalig ganz heraus- gekehrt. I n lichten Augenblicken hegte er noch immer Hoffnung der Wieder» genesung. Nach fünfzehnjährigem Auf- enthalte im Irrenhause erlöste ihn der Tod uon seinem Leiden. Die Sterbeliste der amtlichen „Prager Zeitung" meldete seinen Tod wörtlich: „Verstorben am 17. December 1844 Herr Franz Wilhelm Sieb er. Naturforscher, 33 Jahre alt, an der allgemeinen Wassersucht". Seine Leichenfeier war still, aber anständig. Nun lassen wir eine Uebersicht seiner Schriften — die, was die selbstständig ausgegebenen betrifft, wohl noch nicht so vollständig vorhanden sein mag — folgen: „NeZchreibendez Verzeichnis der in den Jahren 1817 und 1313 ant einer Reise durch Vreta, Ggrzpten und Palästim gesummelten Alterthümer, Natnr- und Nun5tprlldnrte. nebst einer Abhandlung über eMtische Nlnmien" (Wien, Graffer'sche Buchhandlg., 1819. IV und 88 S. 8<>.) ftiescs Verzeichniß. ohne die Abhandlung wurde gleichzeitig ° in Oken's „Isis" 1820. I. Quartal abgedruckt. Seither erschienen in diesem Blatte Sieber's aggressive Artikel, die namentlich in den Jahren 1822 und 1823 abgedruckt sind, und Sieber, wie man zu sagen pflegt, nachgerade unmöglich gemacht Habens' — „Acker die Begründung der AlldiKMnr bei llnzgeurllchener
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Seidl-Sina, Band 34
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Seidl-Sina
Band
34
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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