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Sieber, Franz Wilhelm 236 Sieber, Franz Wilhelm
Newton ist unwiederbringlich geworfen
durck die Evolutionstheorie. IV. Philo«
sophie. Die Pest der Unvernunft herrsch
noch bis jetzt unter den Philosophen. De
Empirismus. Neptunismus, Idealismm
und Absolutismus qibt für den Ackerbau ein
guteS Düngmittel ab. Tie akcioennscben
Spinnrocken kommen, von den unerbittlichen
Parzen verworfen, in die Rumpelkammer.
Nach Krug's Lerikon M . m . S. 2N3)
gibt es auch eine polnische Philosophie; die
neuhollänvische oder Diebs.Philosophie ist
aber noch nicki dann entfalten, die soll ich
(obwohl ich bekanntlich die ehrlichste Haut
von der Welt bin) nachtragen. Es ist länger
ni<t>t lmhr .m zweifeln, ini Iobre 1830 müsse
der erste Frühl ingstag der Vernunft
hervortu ecken: denn der große Schelling
gibt heuer in München Vorl<sung.'N über
die Philosophie der Offenbarung. V. B o»
tanik. Soll ich denn Alles macken? alle
Ställe säubern? und dafür nrue Galle, und
nicht einmal ein Bettelpfennig mein Lohn
sein? Die Geographie der Gewächse heißt
uon nun an Phntognosie. und nach Erschei-
nung dieses WerkeS. in welchem ich alle
Gesetze der gesammten vegetativen Natur
aufrolle, werden sich unsece sauberen Bota-
.".iker v^stanüigen müssen, da sie jetzt nicht
wollen. VI. Ar ch i i cctu r. Herr Hoirath
Wiebeking trete mit mir bei dmi vor«
habenden Wiederaufbau der Veste Habsburg
ia die Schranken. Jeder Gegner ist mir
lieb; und ich werde micb nicht so wie der
alte P i lg ram, der Erbauer oer Wiener
Ltepbanskirche. über den Burbaum,
seinen Schüler, unnütdigrrwrise zu Tode
kränken. VI I . Dramaturgie. Shak«
sp eare'ä beste Stücke wiegen meine „Bürg
schaft" nicht auf. Schil ler erscheint in der
Dramaturgie wie ein Farbenreiber, die Io.
Hanna d'Arc hatte er gekannt, den Wallen»
siein aber ganz verpfuscht; dessen Tod ist
der »einige. Von Cornei l le uno Racine
ist hier nur wie u^n Hörnern uno Wur-
zeln die Rede. Schluß. „Ihr Tboren von
Europa: Breckt mir nur ein«>s von meinen
sieben Hörnern ab, und macht mich auch
zum Schafskopfe, wi> iur es selber seid!
Zahlt, Hmidt's^len. sonst verbit-nn' i i ' es;
wo nicht, so sterbt Alle an dcr Nasserscheu!
Zürich, am Palmsontage. den 12. April".
Das ist der Sieb er uoni Iabre 1829!!!
Die französische Broschüre Sieber's ^ ro -
s^ecruä" ist im ähnlichen Tone und Sinne oder vielmehr Unsinne abgefaßt. Auck darin
gederdet sich der Branntwein trinkende
Wasserscheu-Doctor wie ein Wüthender. Er
drodt („Frühling" S. 22): „Erhalte ich die
3000 Ducaten zur Auflage meiner Wasser«
scheu bi? Zum 14. Mai l. I . nicht, so ver-
nichte ich am letzten Maitage alle meine
physikalischen, astronomischen, naturhistori'
schen und anoeren Papiere, auch die „Bürg
schaft". Und weiter (ebenda S. 49): Erhalte
ich die 3090 Ducaten nicht, so eristirt Ende
Mai aber auch wirklich kein geschriebenes
Blatt mehr von mir; Hippokrates. Newton.
Homer, Machiavell, Kant und Linn« bleiben
am Gipfel oeS Parnasses, und der verachtete
Erbe des großen Wallenstein (für dessen legi»
timen Nachkommen erklärt sich Sieb er
ebenda S. 20—63) setzt am ersten Iunius
— über Schaffhausen, Ulm, Negcnsburg
seinen Weg zu Fuß bis Waldmüncben fort.
wo man ihn dann ebenso wie am 12. Apnl
1825 begrüßen und in Empfang nehmen
kann. — Ich werde dann bloä körperlich
mehr arbeiten, bis mich die Glocke ruft,
mein Dasein beendigt zu, wissen, welches
dem Affengeschlechte nichts genützt bat." Ist
das alles nicht heller Wahnsinn? —
egis< Glückselig (,^>r.), Franz Wilhelm
Sieber. Ein biographischer Denkstcin (Wien
1847. Fr. Beck, gr. 12".) ^nach diesem ge<
boren im Jahre 1789). — Der Freiwi l -
l ige, oder Berliner Conoersationsblatt (4".),
27. Jahrg. (1830), Nr. 47: „Zeitgenossen".
— Pappe (I^r.). Hamburger Leseflüchtc
(8".), 1824. Bd. I I I , S, 204. — (H o r^
mavr's) Archiv für Geschichte, Statistik.
Lmratur und Kunst (Wien. 4".) 1823,
Nr. 114 und 115: „Franz Wilhelm Sieber
und die Hundswuth". — (Gräffer 's)
Conv ersations blatt (>-,r- so.) 1819.
Bd. I I , Nr. 30.. „Franz Wilhelm Sieber
und seine Sammlung". — Oesterreichi»
sche Nat ional «Encyklopädie von
Gräffer und Czikanu(Wien. u".) Bo..V,
S.45. — Vaterländisch e Blät ter des
österreichischen Kaiserthumö (Wien, 4".).
1819. S. 267. 2?1. 275. 2?9, 288, 388^
„Sieber's Reisen". — Verhandlungen
des zoologisch botanischen Vereines in Wien
(Wien. 8".). Vd. V (18ö5) in den Abhand-
lungen S. 41. in Neilreich'ö Geschichte der
Botanik in Niederösterreich sonach diesem ge-
boren 30. März 1785). —Meyer (I.), Das
große Conversarions'Lerikon für die gebil.
oeten Stände (Hildburghausen, Vibliogra»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Band 34
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Seidl-Sina
- Band
- 34
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon