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Siebert 242 Siebert
Lande zu jagen, und opferte seine eigene
Habe. Während St rüb er in Dienstes»
fachen abwesend war. führte Sieberer
dessen Commando im Engpässe, und als
der Feind um die für ihn so wichtige
Uebergabe des Passes zu erwirken, zu
diplomatischen Kunststücken seine Zuflucht
nahm, ließ sich S. zu nichts herbei,
lieber bereit sein Leben zu opfern, als
nur einen Augenblick von seiner Pflicht
zuiückzuweichen. Diese Ausdauer und
vaterländische Gesinnung trugen wesent»
lich dazu bei, daß alles, was Waffen
tragen konnte, nunmehr herbeieilte, um
dem Feinde das Eindringen in's Land
zu verwehren. Tapfer schlug er alle
Versuche dieses Letzteren zurück. Sie-
berer hatte in Folge dessen später vieles
Ungemach zu ertragen, u. z. vielfältige
Verfolgungen. Verhaftnahme als Geißel,
ja selbst Todesgefahren. Indessen war
auch wahrend den kriegerischen Wirren
sein ganzes Hab und Gut zu Grunde
gegangen. Nachdem das Land Salzburg
wieder in Oesterreichs Besitz zurück,
gelangt war, wurde Sieberer für
seine Tapferkeit und unbeugsamer Vater,
landsliede von Seiner Majestät dem
Kaiser am 42. Jänner 4823 mit der
kleinen goldenen Civil-Ehrenmedaille mit
Oehr und Band ausgezeichnet. Am
2b. Juli 4833 wurde dem gänzlich ver-
armten eine kaiserliche Gnadengabe jähr-
licher 430 ft.. angewiesen. Aber nur
etwas über ein Jahr genoß er dieselbe,
da er schon im October 4834 starb,
worauf seiner Witwe eine Gnadengabe
jährlicher <30 st. zuerkannt wurde.
Schallyammer (Ant. Ritt. v.), Kriegerische
Ereignisse im Herzogthume Salzburg in den
Jahren isOl). 1802 und 1809 (Salzburg 1833,
Mayer, gr. 8».), S. to?, 108.10!, und 298.
Siebert, Christian (k. k. Rl t tmei .
ster in Pension, Zeitgenoß). Siebert diente im 8. Dragomr.Regimente Prinz
Eugen von Savoyen, und war im
denkwürdigen Jahre 4848 Oberlieu»
tenant im Negimente. Im Sommer ge-
dachten Jahres zeichnete er sich dadurch
aus, daß allein durch seine Umsicht und
Entschlossenheit ein Commando mit hun»
den auserlesenen Mann und Pferden
dem Staate gerettet wurde. Und das
gesckah in folgender Weise: im Monate
August 4348 war Oderlieutenant Sie»
bert mit einem über 409 auserlesene
Mann und Pferde starken Remonten«
Commando nach Dees. der siebenbür-
gischen Remontirungsstation. entsendet
worden, um dort bei 439 Stück Husza»
ren-Remonten zu übernehmen, und so
lange in Bänffy'Hunyad bei Klausen«
bürg zu warten, bis ein Commando von
Kaiser-Huszaren Nr. 4 daselbst anlangen,
und die Remonten übernehmen würde.
Der Befehl war hiezu vom siebenbür.
Zischen Generalkommando, in Folge un»
garischer Kriegsministerialweisung ergan-
gen. Während Oberlieutenant Siebert
die Ankunft der HuSzaren abwartete,
machten die Häupter der Hunyader
Nationalgarde, und vorzugsweise der
dortige Bezirksstuhlrichter ununterbrochen
eifrige Versuche sowohl den Oberlieute«
nannt S ieber t , dem eine Stabs-
Ofsiciersstelle in Aussicht gestellt wurde,
als auch die Mannschaft zum Uebertritte
in die magyarischen Reihen zu bewegen,
doch blieben diese Versuche vergeblich,
denn der Oberlieutenant Siebert , wie
seine Leute, beharrtcn felsenfest in der
beschworelien Treue. Nachdem man von
magyarischer Seite die Ueberzeugung
gewonnen, daß alle Verführungskünste
ohne Erfolg blieben, faßte man den
Entschluß, Sie bert und seine-Mann-
schaft zu deSarmiren. Sie bert erhielt
also, und zwar über Einrathen emeS
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Band 34
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Seidl-Sina
- Band
- 34
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon