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) Georg
so humanen Leiter menschliche Ehrsucht,
dieser mächtige Factor. in dieser verhäng,
nißvollen Zeit mitspielte, dafür die fol-
genden Thatsachen. I n der That hieß
es in dieser für die Sigl'schen Fabriken
bedrängnißvollsten Zeit, daß dieselben
eine Bestellung an Locomotiven im Be«
trage von sieben Millionen. Gulden er-
halten haben. Doch war's dem nicht so.
Thatsächlich stand eine große Bestellung
vor längerer Zeit in Aussicht, allein da
eine von dem Besteller gemachte Bedin-
gung — die Erwirkung einer hohen
Auszeichnung — nicht erreicht werden
konnte, wurde die Bestellung bei Keß«
ler in Eßlingen und Bors ig in Berlin
gemacht. Der Besteller wurde mit preu»
ßischen und Oldenburg'schen Orden deco«
rirt! Nun wurden bald darnach von
Seite desselben Bestellers andere Bestel-
lungen in AuSstcht gestellt. Da um diese
Zeit der Kaiser sich eben in Dalmatien
befand, wurde ein besonderer Courier
nach Dalmatien entsendet, um für den
Besteller die Gewährung einer Auszeich»
nung zu erlangen. Während .diese Ver-
Handlungen schwebten, war S i g l ge>
zwungen, seine bereits begonnenen Arbei.
terentlafsungcn fortdauern zu lassen.
Ueberdieß soll S., wie es hieß. für die
an den russischen Generaldirector zu
verleihende Auszeichnung einen Betrag
von 30.000 Gulden zu wohlthatigen
Zwecken hinterlegt baden. Dieß ein Bei-
trag, welchen Einflüssen und Zufallen
eine strebsame Industrie ausgesetzt sein
kann. Zum Schlüsse sei noch bemerkt,
daß S ig l schon nach dem Schlüsse der
Pariser Ausstellung in Anerkennung seiner
industriellen Thätigkeit österreichischer-
seits mit dem Comthurkreuze deS Franz
Ioseph-Ordens ausgezeichnet wurde.
DaS Vater land (Wiener polit. Blatt) i870.
Nr. 70. — Fremden.Blat t . Von Gustav
247 Sieges Heinrich
Heine (Wien.. 4«.) l870. Nr. 60; 18?l.
Nr. l l . — Neue freie Presse 2l. April
t873. — Wiener Zeitung 186 l, Nr 299,
S. 4778.- „Sigl's Maschinenfabrik".
—i
f i .
Oesterreich isches HandelS- Iourn
Herausgegeben von Pappenheim (W
1870. Nr. lO, im Z-euillewn: „Ein indu.
strielles Jubelfest".
Porträte. <) Unterschrift: Figl 6701-3?.
^lai-kLioui ^03. l868 (liih.) — 2) Holz«
schnitt von ^ im „KaktuS" l874, Nr. 16
Dnit folgender rertlicher Veiaabe.- „Räthsel,
haft — nun folgt das Bildmß — darunter:
C. (?) Sigl I Ein Hungertuch I für 4l)oo Men-
schen wird gesucht. I 30N00 Rubel Honorar
sind im Ganzen oder theilweise zu vergeben-
für Denjenigen, der einem russischen Bau«
Unternehmer eine österreichische Baronie!
verschafft. > Nähere Auskunft I nächst? Num.
m er"I
Siegel, Heinrich (Gesch i cht s so r«
scd e r und Rechtsgele h rter, gcb. zu
Ladenburg im Großherzogthume Ba-
den 13. April 1830). Sein Vater, der
zur Zeit der Freiheitskriege als Militär-
Arzt thatig gewesen, versah nack Beendi-
gung derselben vorübergehend dis Stelle
des AmlsphysicuS in Ladenburg, trat
aber schon nach kurzer Zeit als General-
Stabsarzt in die Dienste der Armee
zurück. Seine Knabenzeit verlebte S.
unier glücklichen Verhältnissen zu Bruch-
sal im elterlichen Hause. Während der
Vater in selbstloser, hingebender Weise
seinen Beruf ausübte, widmete sich die
Mutter, eine geborene H eil i g enlh al,
ausschließlich der Erziehung ihrer Kinder.
Nachdem S. im Jahre 1847 daS Gym-
nasium beendet, ging er zunächst nach
Heidelberg, um an dem dortigen Lyceum
die Studien fortzusetzen, zugleich aber
hörte er in schulfreien Stunden an der
dortigen Hochschule die Vorlesungen über
Geschichte. Philosophie und Literatur,
welche ebenso großen Reiz ausübten, als
dauernden Gewinä brachten. Als e5
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Band 34
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Seidl-Sina
- Band
- 34
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon