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Anregung von Unternehmungen, die ein
Einzelner auszuführen überhaupt nicht
oder wenigstens nicht ohne materielle
Unterstützung im Stande ist. Auf feinen
Antrag wurde von der Akademie (1864'
eine Sammlung der österreichischen Weis
thümer beschlossen, zu diesem Zwecke und
zu ihrer Herausgabe eine Commission
ernennt, welche aus den Mitgliedern der
Akademie von Kara jan , von M e i l
ler, Pfei f fer . Miklosich und Sie-
gel bestand. Die drei ersten der Genann»
ten sind mittlerweile durch den Tod ab'
berufen worden. Das Ergebniß der zwölf«
jahrigen Thätigkeit dieser Commission
ist der 1870 erschienene, von Dr. S iegel
in Gemeinschaft mit dem Sprachgelehrten
Karl Tom a schek herausgegebene erste
Band österreichischer Weisthümer, beti
telt: „Nie Zalzknrger Gaidinge"; ferner
wurde auf seinen Antrag die Zinsenmafse
aus dem Vermögen der Savigny'Stif»
tung im Jahre 1873 der Herstellung
einer den heutigen Anforderungen ont»
sprechenden kritischen Ausgabe der kaiser-
lichen Lehensbücher (Schwabenspiegel)
zugewendet. In seinem Fache schrift»
stellerisch thätig, hat bisher S. nach»
stehende, theils selbststandige Werke, theils
in gelehrten Sammelwerken gedruckte
Abhandlungen herausgegeben: „Na3
ilentsche Erbrecht, nach den AechtZqnrllen de5
Mittelülterz in seinem.Allzümmelchange darge-
stellt" (Heide'lberg 1833, Bangel, 8".);
— „Die germanische VerwllMzchllttgbereHnnng
mit besonderer N i^ehnng llnk die Grbenfulge"
Habilitationsschrift (l833);—„Geschichte
des deutschen
cherichtsllerkllhrectg" erstsr Band
(Gießen 1838, Ricker, gr. 8"., mit einer
Tafel in Fol.), bisher nicht mehr erschie-
nen'. — „Smei NechtshuniiLchritten des Vie»
ner stMllrchwez". Sylvesterspende 1839.
In den Sitzungsberichten philo«
sophisch'historischer Classe der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien:
„Die beiden Denkmäler des österreichi-
schen Landesrechts und die Zeit ihrer
Entstehung" (1860); — „DieLombard»
Commentare. Eine. rechtsgeschichtliche
Untersuchung" (1862)', — „Die Erho-
lung und Wandelung im gerichtlichen
Verfahren" (1863); — „Zwei Berichte
der WeiSthümer'Commission" (186o und
1866); —. „Die Gefahr vor Gericht und
im Rechtsgange" (1866); — „Ueber
einen neuen Versuch, den Eharakter und
die Entstehungszeit des ältesten Land-
rechtes festzustellen" (1867); — „Ueber
den Oräo iu.äioiariu.3 des Ei lber t von
Bremen, mit Berücksichtigung der
6ool.SLi2.l>tiL3. rkstorios." (1867); meh>
rere dieser auch im Sonderabdrucke er-
scbienenen Abhandlungen sind bereits
vergriffen; — in der Münchener
kritischen Vier te l jahr« Schrift
1864: „Der Dreißigste, insbesondere nack
Hofrecht". Die jüngste durch den Druck
veröffentlichte Arbeit S.'s ist: „Ms Ver>
sprechen als VerMchtnligsgrllud 'im heutigen
Nechte", welche 1873 erschien. Auch von
Seite Deutschlands und des Auslandes
sind S.'s Verdienste um seine Wissen-
schaft wiederholt gewürdigt worden: so
ist er im Jahre 1861 zum ordentlichen
Mitgliede des Gelehrten-Ausschusses des
germanischen Museums in Nürnberg, im
Jahre 1873 zum correspondirenden Mit«
glied der königlich bayerischen Akade>
mie der Wissenschaften und erst jüngst
(Mai 1877) zum Ehrenmitglied der
lio^kl. 1ii5tor1oal. sooiet^ in London
ernannt worden. Seit 1864 ist S i e g e l
verheirathet mit Rosa von Löhn er.
der Tochter des aus dem Jahre 1848
bekannten Reichstagsabgeoldneten Dr.
raeä.. Ludwig von Loh ner und einer
Nichte des Componisten Dessau er.
denen Beiden dieses Lexikon eingehende
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Band 34
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Seidl-Sina
- Band
- 34
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon