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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34
Seite - 252 -
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Siegländer 252 Siegländer jl, August, siehe ebenda S. 231. Quelle Nr. 3. Siegel, Wenzel, siehe denselben E. 231, Nr. 4. Lieglällder, Vincenz (Erf inder der Ehalkoxy lographie, Maler. Li thoxylograph und Poet. geb. zu I g l a u 4. September 1819). Neber seine Iugendjahre. die übrigens unter wenig günstigen Umstanden dahin gegan- gen sein mögen, sowie über seinen Bil> dungsgang liegen keine zuverlässigen Nachrichten vor. Erst 18 Jahre alt, trat er bereits mit einer nicht unwichtigen Erfindung öffentlich auf. Er hatte näm« lich eine einfache Verbindung der Kupfer» stecherkunst mit der Holzschneidekunst zu Stande gebracht und die Erstlinge der» selben dem Kupferstecher Rahl und dem Professor derAefthetik an der Wiener Hock- schule, Ficker, vorgelegt, welche beide die Erfindung prüfend, die Versuche als zeitgemäß und vielversprechend anerkann- ten, während Letzterer diese neue Erfin» düng Chalkoxylographie taufte. S. arbeitete nun auf dem betretenen Pfade weiter und machte ganz tüchtige Fortschritte in seinem sinnreichen Ver- fahren. Unterdessen mit den drückendsten Lebensverhältniffen kämpfend, setzte er seine philosophischen Studien fort. Von frühester Jugend zu den classischen Auto« ren, insbesondere den griechischen sich hin» gezogen fühlend, besaß er eine Collection derselben und übersetzte die schönsten Stellen daraus in gleichem Versmaße. AlS er dann ohne Mittel von Iglau. wo er bis dahin gelebt, nach Wien gekom» men, sah er sich. vom drückendsten Man» gel gebeugt, gezwungen, seine alten Ge- fährten, die griechischen Poeten Pindar. Homer. Sophokles u.A. dem Tröd- ler nach dem Gewichte zu verkaufen. da es dem mittellosen, eben in Wien angelangten Jünglinge unbekannt war. daß Antiquar-Buchhandlungen bestehen. Um dieselbe Zeit. als die oberwähnte Erfindung Siegl ander's im Publi» kum bekannt wurde (Frühling 1837). brackte die „Wiener Zeitung" unter ihren Kunstnachrichten eine Mittheilung über dieselbe, nnd bemerkte dabei, „daß durch chalkorylographische Versuche man die Aquatintamaniec gleich dem Stahlstiche wiederzugeben vermöge". Diese Mit- theilung war' eine irrige, indem Sieg' lander's Streben bei seiner Erfindung dahin gerichtet wär, die Aquatintamanier sn roliek zu geben, was wesentlich von' der bisherigen Methode darin abwich, daß diese ein gegraben, seine Arbeiten aber herv o rsp ring end , folglich relief waren. Unter den mühevollsten Kämpfen und Existenzsorgen setzte Sie glände r seine Studien in Kunst und Wissenschaften fort. Er malte, vervollkommnete seine Erfindung, die Ehalkorylographie, und dichtete. Was seine Leistungen als Maler, betrifft, so ist dem Herausgeber bekannt, daß im Jahre 1844 für feine .Skizze: „ stmz der Götter durch Ohristnz" inF r a n k l.'S „Sonntagsblätter" (1844, S. 69) ein Mäcen für dessen Ausführung gesucht wurde. Es wurde dabei das edle Stre» ben dcS Künstlers umsomehr betont, da» mit derselbe nicht für Bestellungen der Bilderkramer, welche nicht die Kunst, sondern ihren Sack im Auge haben, seine edle Kraft abnützen müsse. Wenige Jahre später (l847) stößt der Historienmaler Vincenz Sieglander selbst in Ku- randa's „Grenzbotrn" ft847. Bd. I I , S. 231^ einen neuen Nothschrei aus. Er schreibt nämlich: „Nach einem zwei Jahre langen, unter den größten Ent» behrungen durchgekämpften und (ich sage es jetzt nicht ohne Stolz) ohne Mäcen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Seidl-Sina, Band 34
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Seidl-Sina
Band
34
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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