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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34
Seite - 254 -
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Siegler 234 Siegler geb. zu Fulda im Jahre 1776. gest. zu Grah2 l . , n.A. 22. März 1862). Ent- stammt einer rheinlandiscken. schon 1560 geadelten Familie. Im Alter von fünf- zehn Jahren trat er in das k. k. Infan- terie.Regiment Kar! Schröder Nr. 7 als Cadet ein, focht in den französischen Kcie- gen als Unteilieutenant in der Schlacht bei Hohenlinden (3. December 1800), in welcher er kriegsgefangen wurde. Nach seiner Auswechslung erfolgte bald seine Eintheilung als Oberlieutmant in die neu aufgestellte böhmische Legion Erz. herzog Kotrl. Nachdem dieselbe wieder aufgelöst worden, kehrte er in sein Regi- ment zurück und rückte in demselben im Februar 1804 zum Hauptmanne vor. Im Jahre 1809. im Gefecht bei Sbels- berg am 3. Mai. schrieb S. seinen Na- men mit blutigen Lettern in das goldene Buch der Helden. Als Commandant der AbrichtungSdivifion seines Regimen» tes stand er im zweiten Treffen. Schon hatte der Feind die Stadt genommen, der erbitterte Kampf mit dem 3. Wiener FreiwilligeN'Bataillon unter Commando des Oberstlieutenant Grafen SaliS« ZizerS ^Bd. XXVIII, S. 10H begon- nen, welcher nun im Innern der Stadt fortwüthete. Die Lage der Kämpfen« den war dadurch eine sehr bedenkliche: daß durch die örtlichen Verhältnisse eS gut möglich war, daß sie plötzlich abge» schnitten, gefangen und sieben, an einer Stelle, die dem Feinde leicht erreichbar war, aufgestellte Kanonen genommen werden konnten. Dieß erkannte Haupt- mann S., und ohne erst Befehl abzuwar» ten. marschirte er. die feindliche Kavallerie« Linie durchbrechend, auf die gefährdete Stelle, an welcher sich nur zu bald Sieg. ler's Besorgnisse bestätigt fanden, da feindliche Bataillone eben anrückten, um jene Stelle zu besetzen. Rasch formirte S. unter den Augen des Corpscomman- danten Feldmarschall-Lieutenant Baron Hi t ler seine Division zum Sturme und warf; an der Spitze der Seinen, mit sol« chem Ungestüm sich auf den Gegner, daß der größte Theil derselben unter den Bajonneten der Unseren zusammenbrach. Indessen war auch der Feind nicht müßig geblieben und hattebereitS eine400 Mann starke Reserve aufgestellt, welche durch die Flüchtigen der ersten Abtheilung immer noch vermehrt wurde. Kaum fand S., der feindlicherseits schon von einer vollen Lage begrüßt wurde, noch Zeit. seine Leute zu sammeln und wieder mit dem Bajonnete auf den Gegner sich zu stürzen. Die Bravour seiner Division, ihn an der Spitze, vereitelte alle Ver» suche des Gegners, dessen Leute theils niedergemacht, theils gefangen genom» men wurden. Dreißig Ofsiciere und 420 Mann erbaten Pardon; alle Uebrigen wurden im wüthenden Handgefechte gegen die Traun getrieben, in deren Fluten sie den Tod fanden. Dreimal versuchte der Feind. Sieg ler's Position zu stürmen, ebenso oft wurde er zurück- geworfen, und wie der Schlachtbericht jenes TageS meldet: „Siegler hatte in Wahrheit hinter einer Brustwehr feino» licher Leichen gekämpft". I n stetem Kampfe erreichte er endlich jene auf einer Anhöhe befindliche Stellung, wo ihn der anerkennende Zuruf seines Generals, mit der Versicherung, daß solche That ihren Lohn finden solle, begrüßte. Thatsächlich erhielt auch S. mit Beschluß des Capitels vom Jahre 18l0 daS Ritterkreuz deS Maria Theresien.OrdenS. Noch im nam» lichen Jahre (1809) zeichnete er sich in der Schlacht bei Wagram (am 6. Juli) aus. Er commandirte in derselben daS 3. Bataillon seineS Regiments. Nach- mittags vermehrten die Feinde in der
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Seidl-Sina, Band 34
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Seidl-Sina
Band
34
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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