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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34
Seite - 264 -
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Sierakowski, Wenzel Hieron. 264 Sierakowski^ Wenzel Hieron. höit in seine Heimat zurückgekehrt, wurde er im Jahre 1723 Canonicus. bald dar< auf Kroncustos mit den Einkünften der Propstei von Iaroslaw. Nach dem Tode des Bischofs von Livland, Con> stantin MoSzyiiSki. erhielt S. 1737 dlese Klrchenwürde, kam von dort 1739 als Nachfolger des Franz Kobielski in gleicher Eigenschaft nach Kamieniec und 1742 nach dem Ableben des Valen- tin Czapski als Bischof nach Pi-zemysl, welches Bisthum er durch 18 Jahre ver- waltete, bis er im Jahre 17lW nach der Bcrufung deS ErzbischofS Wladislaw Lubieiiski auf den Posten eines Pri- maS von Gnesen dessen erzbischöfliche Würde in Lemberg übernahm, und die- selbe bis an sein Lebensende durch 20 Jahre zum Ruhme der Kirche und der Diöcese versah. Schon als Bischof von Pkzemysl war er auf Hebung der tief gesunkenen Kirchenzucht in seiner Diöcese bedacht. Zunächst unternahm er eineVisi» tation derselben, und Z a charya siewi cz in seinem „Vitao VpiLou p. 230 berichtet über ihn: ^ä et mores ziarooliorum nani et toruni cosraedat". Dabei war er auch sonst für das Gedeihen der Diöcese thä- tig, und wo es galt den Glanz seiner bischöflichen Würde zu zeigen, scheute er keine Ausgabe. ' I n seiner Kathedrale ließ er die Capelle deS h. Leibes Jesu mit großen Kosten ganz neu und kostbar her- stellen; den bis- dahin hölzernen Palast deS Bischofs ließ er aus Steinen neu aufbauen, ebenso stellte er einen zweiten in Radymno her und in Brzozow ent- standen viele bischöfliche Bauten. Den Missionaren, einem in Brzozow befind- lichen Orden, erbaute er aus Ziegeln ein ansehnliches Stift, umgab es mit Garten und Grundstücken und stiftete für das« selbe ein bedeutendes Capital. Dann verfügte er eine Summe von 10.000 fl. zur Begründung eineS theologischen Cur- ses. Dabei war er auf Landtagen und königlichen - Commissionen im Interesse seiner Kirche und gegen die Dissidenten thätig. Als er im Jahre 1760 den erz- bischöflichen Stuhl in Lemberg bestieg, unternahm er sosort eine Visitationsreise, auf welcher er die Erzdiöcese besuchle und überall zur Beseitigung der Mißbräuche und Hebung der gesunkenen Kirchenzucbt energische Maßregeln ergriff. Im Jahre 1763 berief er eine Synode, in welcher wichtige Maßnahmen, sein kirchliches Ver- waltungSgebiet betreffend, berathen und beschlossen wurden. Dabei war er im hohen Grade wohlthätig, stiftete Kirchen und Seminarien, und wenn seine Ein» nahmen erschöpft waren, verkaufte er seine Kleinnodien und sein Silber. Zu- nächst streng gegen sich selbst, im hohen Grade enthaltsam, galt er daher in den Tagen des lebensfrohen Stanislaus August für einen eigenthümlichen Fanati- ker. Tin Gönner der Jesuiten, nahm er für sie Partei und unterließ nichts, ihre Auf» Hebung zu verhindern, denn seine Stimme hatte Gewicht in Rom. Oft durchwan» derte er feine Diöcese zu Fuß. ohne sich durch irgend ein Wetter abhalten zu lassen; so geschah es denn, daß er durch solche Strapazen sich ein Leiden zuzog, das znletzt seinen Tod zur Folge hatte. Dessenungeachtet hatte S. ein hohes Alter erreicht, denn er war, als er starb. 81 Jahre alt. Noch im Jahre 1774, damals schon 7» Jahre alt. reiste er nach Wien, wo er bei der Kaiserin die huldvollste Aufnahme fand und für sich. wie für seine ganze Familie mit dem Grafentitel ausgezeichnet wurde« So streng er und in den kirchlichen Kreisen, seines unnachsichtigen Kirchenregimenres wegen, gefürchtet war, so war doch die
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Seidl-Sina, Band 34
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Seidl-Sina
Band
34
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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