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Sierawski 266 Sieramski
nischen Genealogen in zwei Geschlechter ge>
schirdene Familie, deren Gemeinsamkeit je,
doch auS der Nehnlichkeit der Wappen ab-
geleitet wird. Es sind die T ierakowski
von Tochmanow vom Geschlechte Doleaa.
eine alte im Bezirke Goötynek ansässige Fa<
milie, dann die Sierakowski von B o^
guslawic aus dem Hause Dgonczyk, ein
denkwürdiges Geschlecht, in der L?cMtVschen
Wojwodschaft begütert, um die Republik
hochverdient, dem auch alle Sierakowski's,
deren Leveneskizzen hier mitgetheilt wurden,
angehören. — Ein Johann Tierakow 5 ki.
der zu Voprocki's Zciten, im 16. Iahrhun.
dert, lebte, schrieb sich der erste von Bogus»
lawic und war Wojwod von L^czycke; —
sein Todn. gleichfalls Johann, war Rastel'
lan von Kalisch, beide waren Senatoren
und werden von Paprocki als gelehrte
und umgängliche Männer gerühmt — Der
Gegenwalt gehört auch ein äadislaus
Eierakowski an. der ein Gutsbesitzer war,
für Sokolewka in Galizim im öfterr. Reichs,
rathe des Jahres 1848 saß und seiner Zeit
an der Trpedition Dwernicki 's detheiligt
gewesen sein soll. Er starb zu Zolkiew am
<6. Februar l86Z.
Tierawski, Julian (polnischer Gene.
ra l , geb. inKrakau 23. Octoder 1777.
gest. in Par is im Jahre 4849). Leine
Wissenschaft! i^e Ausbildung erlangte er
an den Schulen und der Universität sei»
ner Vaterstadt Krakau. an welcher da-
mals Männer wie: Sniadecki.Czech.
Soltykowicz. Czacki. Wodzicki
u. A. thätig waren. Besondeis zog ihn
die Mathematik an, in welcher er bald so
tüchtig war, daß ihn seine Lehrer oeauf-
tragten. Anderen auS dieser Wissenschaft
Unterricht zu ertheilen. Als 1794 der
Aufstand ausbrach. eilte aucb S. unter
Kosciuszko'S Fahnen, wurde dann
bei den Befestigungen der Vorstädte Kra»
kau's verwendei. kämpfte in den Schlack-
ten bei Raclawicze undOpatow. in welch'
letzterer er verwundet wurde. Während
dcr Belagerung von Warsckau, ward er
als Ingenieur-Lieutenant dem General Wo yczin.ski zugewiesen, focht bei Ro-
zana. Makow, Ostrolenka, dann in den
Guerillakämpfen gegen den russischen Ge«
neral Cycyanoff, zuletzt in den Wäl-
dern von Sokotow, wo er in Gefangen»
schaft gerieth. General Cycyanoff
trug ihm an, in russische Dienste zu
treten. S. erklärte, eher nach Sibirien
gehen zu wollen, als diesen Antrag an«
zunehmen, worauf der hochherzige Ruffe
s. die Freiheit gab. Nun begab sich S.
in die Walachei. wo sich einige Trüm«
mer der polnischen Armee unter General
Denisko gesammelt, kämpfte dort, wie
immer, tapfer, doch ohne Erfolg und war
zuletzt genöthigt, Zuflucht in der Türkei
zu suchen. Die nächsten Jahre gingen
unter wechselvollen Geschicken vorüber.
Zuerst wurde er von algierischen See«
raubern gefangen; frei geworden, trat er
inItalien in die polnische Legion, kämpfte
in Mantua. wo er bei einem Ausfall
zweimal schwer verwundet wurde, dann
in. Deutschland bei Kehl und Offenburg,
stand unter General Deladorde in der
ersten Linie der Blockade von Philipps«
bürg und hatte sechs Bataillone unter
seinem Befehle. Neue glänzende Proben
seines Muthes gab er bei Frankfurt und
Hohenlinden, worauf ihn General Mo«
reau zum Bataillonschef ernannte. Auf
defsen Befehl fetzte er bei Laufen im Salz«
burg'schen über die Salza, hob die öster»
reichischen Vorposten auf. nahm zwei
Standarten und, abgeschnitten von jeder
Verstärkung, denn die Brücke war ab-
gebrannt, marschirte er direct auf Salz«
bürg. Während Sierawski von einer
Seite heranrückte, griff General R o-
chambeau die Stadt von der anderen
Seite an. Sierawsk i's Unternehmen
ward von Erfolg gekrönt, er hatte, außer-
dem daß er viele Ueberlaufer von der
Besatzung an sich gezogen, nicht weniger
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Band 34
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Seidl-Sina
- Band
- 34
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon