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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34
Seite - 268 -
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Seite - 268 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34

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Sierawski 268 Sierawski wollte, schickte man ihn wieder in die Wojwodschaft Sandomir, aber nicht um im activen Dienste verwendet zu werden, sondern um die militärischen Gerichts» Höfe zu organisiren. So demüthigend S. dieser Auftrag erschien, er unterzog sich demselben, blieb aber nicht langer auf seinem Posten, als bis er Nachricht von der Schlacht, welche bei Ostrolenka ge- schlagen worden, erhielt; sofort eilte er in's Hauptquartier nach Praga und ver- langte ein Commando. Er erbielt jenes der 3.Division des bei Ostrolenka gedlie« benen Generals Ka miilski. Aber auch in diesem Commando hatte S. Unglück, so zwar. daß ihn der Generalissimus nach Praga zurückberief und die Regimenter der von S. befehligten Division an an- dere Divisionen vertheilen ließ. Solche Schmach traf den General tief. er verließ Warschau und trat als Freiwilliger in die Armee, als aber bald darauf eine Aenderung in der Wahl des Generalifsi. mus vor sich gegangen war. erhielt S. von neuem das Commando der 3. Divi» fion im Corps des Generals Ramorino, mit welker er bei Msdryrzec, Opole und Iozefow gekämpft und alle Geschicke die- fts Corps bis zu dessen Nebertritt auf galizischen Boden getheilt hat. Sie» rawski begab sich nun mit seiner Frau, die damals in Krakau lebte ftber diese auf der zweiten Spalte), in ihre Heimat nach München, wo sie hoffte, für ihren Gatten eine seinem polnischen Generalsrange ent> sprechende Stellung zu erlangen. Die politischen Verhältnisse malten es aber dem bayerischen Hofe unmöglich, etwas für S. zu thun. S. trennte sich nunmehr von seiner Gemcilin. die er seither nicht wieder sah, begab sick nach Paris, wo er seinen bleibenden Aufenhalt nahm und diS an sein Lebensende, das ihn im Alter von 72 Jahren erreichte, verblieb. S. war der erste von allen polnischen Gene- ralen, der sich der Revolution vom 29. November anschloß und ihr inmitten des Verraths. der sie zum Falle gebracht, bis zum letzten Augenblicke treu geblie» ben war. Wie weit ihn der Fluch der damaligen Verhältnisse verfolgte, wie weit er durch eigenes Verschulden daS Geschickgegen sich selbst heraufbeschworen, daS kann nur durch eine actengemäße Geschichte des polnischen Erhebungskrie- ges 1830/34 festgestellt werden. Eines ist gewiß. S. war ein Soldat mit Leib und Seele, der oft seine Bravour bewie» sen. wie es das polnische Kreuz Virwti militari, jenes der Ehrenlegion, das ihm Napoleon verliehen, und der Groß» cordon des St. Stanislaus.Ordens. dle ihn schmückten, bezeugten. — Elisabeth (geb. zuMünchen 5 780, gest. zuPio« trkowicebei Krakau 16. Februar 4868). Gemalin des Generals, war eine geborne Parisel l i und ihr Vater Dietrich be» kleidete die Würde eines Hofmarsckalls am bayerischen Hofe. Sie stammte aus einer französischen Auswandererfamilie, welche jedoch schon längere Zeit in Mün- chen ansässig war. Als sie erwachsen war, bewarb sich ein bei der englischen Gesandtschaft Angestellter. Namens Schmidt, um ihre Hand, erhielt die Zusage der Eltern und Elisabeth's, es erfolgte die Verlobung, als eines Ta> gesSchmidt aus München verschwand, ohne ie wieder gesehen zu werden. Schmidt hatte sich in die Verschwörung Pichegru's eingelassen und wurde von der französischen Polizei in München auf- gehoben. Pichegru wurde in einem , Pariser Kerker erdrosselt; waS mit Schmidt geschehen, wurde nie entdeckt. Später näherte sich dem MädchenI u l ian Sierawski , damals Officier in der polnischen Legion, welche unter Mo«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Seidl-Sina, Band 34
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Seidl-Sina
Band
34
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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